Das Stillen schafft eine enge Bindung. — Foto: Petra R auf Pixabay

Brusternährung

Als Stillen oder Brusternährung wird die Ernährung des Säuglings und Kleinkinds an der Brust einer Mutter oder einer Amme oder einer anderen stillfähigen Frau bezeichnet. Allgemeiner wird die bei Säugetieren natürliche Versorgung des Nachwuchses mit Milch aus den Milchdrüsen auch Säugen genannt. Durch das Stillen wird im Körper der stillenden Frau das Wohlbefinden auslösende Hormon Oxytocin ausgeschüttet. Oxytocin verstärkt den Milchfluss und bewirkt ein Zusammenziehen des Uterus (Nachwehen). Dadurch werden der Wochenfluss und die Rückbildung der Gebärmutter beschleunigt. Dieses „Sich-Zusammenziehen“ der Gebärmutter kann die stillende Mutter in den ersten Tagen als sehr stark und unangenehm empfinden. Dieses Gefühl setzt unmittelbar beim Stillen ein, klingt aber nach kurzer Zeit ab. Außerdem wird durch das Stillen und die damit verbundene Hormonausschüttung die emotionale Nähe von Mutter und Kind gefördert. (Wikipedia)

 

Mundmotorik

Das Stillen zwingt den Säugling keineswegs nur zum Saugen, sondern zu einem komplexen, melkenden Bewegungsmuster seiner gesamten Mundmuskulatur (Lippen, Zunge, Gaumensegel, Wangen- und Kiefermuskulatur). Das Flaschentrinken dagegen nimmt lediglich die Wangen- und den Ringmuskel der Lippen in Anspruch. Weil die übrigen Muskelgruppen bei Flaschentrinkern unter Umständen unzureichend stimuliert und trainiert werden, begünstigt frühes Abstillen nachweislich Fehlentwicklungen der Mundmotorik mit Folgen wie angewöhnter Mundatmung, ungewöhnlicher Ruhestellung der Lippen und der Zunge, Fehlformungen des Zahnbogens und Gaumens, Zahnfehlstellungen, Zähneknirschen, übermäßigem Saugdrang, Beeinträchtigung des Kauens, Saugens oder Schluckens, bis hin zu Artikulationsstörungen. (Wikipedia)

 

Induzierte Laktation

Induzierte Laktation wird das gezielte Hervorrufen der Milchbildung (Laktation) ohne vorangegangene Schwangerschaft genannt. Von Relaktation spricht man bei Frauen, die den Milchfluss nach einer Pause des Stillens wieder in Gang bringen wollen. Grundsätzlich kann die Bildung der Muttermilch bei jeder Frau unabhängig von einer Schwangerschaft hervorgerufen werden und sogar bei Männern kann eine Laktation induziert werden. Eine (eventuell Jahre) zurückliegende Schwangerschaft erleichtert die Induktion, ist aber nicht erforderlich. Die Frau kann sich auch jenseits der Wechseljahre befinden, sterilisiert sein oder eine Hysterektomie hinter sich haben. Die gezielte Induktion erfolgt in der Regel zum Stillen eines Adoptivkindes und wird dann Adoptivstillen genannt. Gelegentlich erfolgt die Induktion der Milchbildung auch aus erotischen Gründen; siehe erotische Laktation. Von der Induzierten Laktation ist die spontan auftretende Galactorrhoe abzugrenzen. (Wikipedia)

 

Literatur & Infos

Daniela Herrmann: „Adoptivstillen“ in kinderkrankenschwester 31. Jg. (2012) Nr. 3 ⋙ Link

Daniela Herrmann: „Adoptivkinder stillen. Bedingungen, Chancen und Schwierigkeiten des Adoptivstillens“ in Dr. med. Mabuse 196 · März/April 2012 ⋙ Link

Regine Gresens stillkinder.de: Linktipps – Adoptivstillen ⋙ Link