Punkte auf der Landkarte
Aschaffenburg
Hier in Unterfranken eröffnete Rudolf Kempf 1904 die „Erste deutsche Autolenkerschule“ für Chauffeure und Herrenfahrer.
Der Gegenwart. — 22. Januar 2025 — UPDATE 23. Januar 2025
Schreckliche Gewalttat in Aschaffenburg: Zwei Menschen sterben, zwei schwer verletzt […] Laut den Ermittlern wurde ein Mann festgenommen. Bei dem mutmaßlichen Täter soll es sich um einen 28-jährigen Afghanen handeln. Wie BILD erfuhr, soll er bereits in der Vergangenheit psychisch auffällig geworden sein. […] Der neun Hektar große Park Schöntal wurde weiträumig abgesperrt. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe laut einem Polizeisprecher nicht. Im vergangenen November hatte die Polizei den Park als in Teilen „gefährlichen Ort“ eingestuft. Laut Polizeichef Frank Eckhardt wegen Raub und Körperverletzung im Drogen-Milieu, wie der BR berichtet.
Erste Siedlungsspuren auf dem Gebiet Aschaffenburgs stammen bereits aus der Steinzeit. Vorläuferin der heutigen Stadt war eine spätantike Höhensiedlung auf dem Stadtberg, die vom späten 4. bis ins späte 5. Jahrhundert n. Chr. besiedelt war. Nach ihrer Aufgabe erfolgte jedoch zunächst eine Siedlungsunterbrechung bis in die zweite Hälfte des 6. Jahrhunderts.
Um 957 gründeten Herzog Liudolf von Schwaben und seine Frau Ida das Kollegiatstift St. Peter und Alexander. Als kirchliche Institution, wenn auch noch nicht in Form eines Kollegiatstifts, existierte die Klerikergemeinschaft bereits weit früher. 982 gingen Stadt und Stift Aschaffenburg als Schenkung von Herzog Otto (mit Zustimmung Kaiser Ottos II.) an das Erzstift Mainz (Erzbischof Willigis) über. Seit dem 10. Jahrhundert bis zum Reichsdeputationshauptschluss im Jahre 1803 gehörte Aschaffenburg zum Mainzer Kurfürstentum und war damals die Zweitresidenz der Mainzer Erzbischöfe. Das vom Erzstift Mainz weltlich beherrschte Territorium war im gesamten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit sehr stark fragmentiert. Der größte zusammenhängende Teil („Oberes Erzstift“) befand sich um Aschaffenburg herum im Bereich des heute so genannten Bayerischen Untermain, zog sich aber auch bis nach Buchen, Walldürn und Tauberbischofsheim im heutigen Nordbaden. Deshalb war die Stadt ein bedeutender Verwaltungssitz und häufiger Aufenthaltsort der Erzbischöfe und Kurfürsten.
Vermutlich 869 gab es schon eine Kapelle, an der Stelle, wo heute die Stiftskirche St. Peter, später St. Peter und Alexander steht. Denn hier fand die Hochzeit zwischen König Ludwig III und der sächsischen Grafentochter Liutgard statt. 989 ließ der Erzbischof von Mainz, Willigis, eine erste Holzbrücke über den Main bauen. Um 1122 befestigte der Erzbischof Adalbert I. von Saarbrücken die Siedlung bzw. erneuerte deren Befestigung. 1144 erhielt Aschaffenburg das Marktrecht und 1161 Stadtrechte. Noch vor 1346 entstand die Ummauerung der Vorstadt um die Agathakirche. Im selben Jahr bestätigte Erzbischof Heinrich III. von Virneburg die Privilegien der Stadt.
Aschaffenburg war Mitglied des Rheinischen Städtebundes von 1254/57 und von Anfang des 14. Jahrhunderts bis 1526 Mitglied des Neunstädtebundes im mainzischen Oberstift.
Frühe Neuzeit
Der Erzbischof und Kurfürst von Mainz, Albrecht von Brandenburg, residierte anfangs in Halle (Saale) und wirkte schon dort als Mäzen bildender Künstler, wobei er besonders Lucas Cranach den Älteren umfangreich mit Aufträgen bedachte. Als Albrecht 1541 infolge der Reformation seine Residenz hier her verlegte, brachte er viele seiner der Kirche gestifteten Kunstschätze mit. So wechselten in den Besitz der Stiftskirche St. Peter und Alexander mehrere Cranach-Bilder und ein Reliquien-Kalender, in welchem zu jedem Tagesheiligen eine seiner Reliquien gesammelt wurde. Aus seiner neuen Residenz führte Albrecht auch den berühmten Schriftwechsel mit Martin Luther zum Ablasshandel.
Im Jahr 1516 gaben die Stiftsherren von St. Peter und Alexander bei Mathis, dem Maler, später als Matthias Grünewald berühmt geworden, Altarbilder in Auftrag.
1547, während des Schmalkaldischen Krieges, verheerten die Truppen des Grafen von Oldenburg die Stadt Aschaffenburg und ihre Umgebung.
Im Jahr 1552 wurde im zweiten Markgräflerkrieg die alte Johannisburg zerstört, vermutlich durch Truppen des Albrecht II. Alcibiades. Kurfürst Johann Schweikhard von Cronberg ließ an ihrer Stelle 1605 bis 1619 unter Erhaltung des alten Bergfrieds das Schloss Johannisburg im Renaissance-Stil errichten.
Schon unter Erzbischof und Kurfürst Johann Adam von Bicken nach 1596 und in der Regierungszeit seines Nachfolgers Johann Schweikhard von Cronberg kam es in Aschaffenburg zu Hexenprozessen, die zu mehreren hundert Hinrichtungen auf dem Scheiterhaufen führten. So wurden am 19. Dezember 1611 zwei vermeintliche Hexen enthauptet und verbrannt: Margarethe Rücker, die Wirtin der Gastwirtschaft Goldener Karpfen und Elisabeth Strauß, vulgo die Kreuzschneiderin.
Von 1631 bis 1634 war Aschaffenburg Bestandteil des Schwedischen Staates in Mainz. In diesem Zusammenhang ist eine Sage bedeutsam, nach der Aschaffenburg der Brandschatzung durch Gustav Adolf entging.
Im Ersten Koalitionskrieg besetzten 1796 französische Truppen Aschaffenburg. Sie wurden am 5. September 1796 von den „Spessarter Schützen“, zumeist Spessarter Bauern, die sich gegen die Besatzer erhoben hatten, wieder vertrieben.
19. Jahrhundert
Nach Anerkennung der Rheingrenze durch Österreich im Frieden von Campo Formio 1797 wurde die Stadt Mainz Französisch und Aschaffenburg zum neuen Regierungssitz des Kurmainzischen Erzstiftes. 1803 wurde für den letzten Kurfürsten und Kanzler des alten Reiches, Karl Theodor von Dalberg, das Fürstentum Aschaffenburg geschaffen und Aschaffenburg zu dessen Hauptstadt. 1810 ging das Fürstentum Aschaffenburg im Großherzogtum Frankfurt auf, und die Stadt Aschaffenburg wurde Verwaltungssitz eines Departements und eines Distrikts gleichen Namens. Karl Theodor von Dalberg residierte als Großherzog von Frankfurt bis zu seinem Abdanken am 28. Oktober 1813 zugunsten des Thronfolgers Eugène de Beauharnais außer im Palais Thurn und Taxis zu Frankfurt am Main oft auch noch im Schloss Johannisburg.
Infolge des Pariser Vertrages vom 3. Juni 1814 gehört Aschaffenburg seit dem 26. Juni 1814 zu Bayern. Von 1835 bis 1865 war Adalbert von Herrlein Bürgermeister von Aschaffenburg. Während seiner Amtszeit stiegen die Einwohnerzahlen stark an. 1837 wurden die Gefängnisse in den Stadttürmen aufgelöst und „hinter der Sandkirche“ eine Frohnveste (Gerichtsgefängnis) gebaut. Von 1840 bis 1848 ließ König Ludwig I. von Bayern das Pompejanum errichten. 1846 wurde im Bereich des Sattigschen Saales mit der Errichtung der Landwirtschafts- und Gewerbeschule begonnen (Ecke Kolping-/Weißenburger Straße) und das Gebäude der Forstschule mit einem Forstgarten errichtet.
1854 wurde Aschaffenburg Richtung Westen (Strecke nach Frankfurt) und Richtung Osten an das Bahnnetz angeschlossen und der Hauptbahnhof wurde eröffnet. Die Ludwigs-Westbahn von Bamberg nach Aschaffenburg war die zweite Hauptbahn der Bayerischen Staatseisenbahnen nach der Ludwig-Süd-Nord-Bahn. Während des Deutschen Krieges fanden am 14. Juli 1866 bei Aschaffenburg Gefechte statt. 1899 wurde Aschaffenburg an das deutsche Telefonnetz angeschlossen.
Revolution 1918/19
Im Zuge der Novemberrevolution wurde in Aschaffenburg am 9. November 1918, dem Tag der Ausrufung der Republik in Deutschland, ein Arbeiter- und Soldatenrat gebildet, wobei die in der Stadt vorhandenen Behörden bestehen blieben. Nach dem Mord an Bayerns Ministerpräsident Kurt Eisner verhängte dieser Arbeiter- und Soldatenrat am 23. Februar 1919 über die Stadt den Belagerungszustand, der allerdings schon drei Tage darauf wieder aufgehoben wurde. An diesem 26. Februar verweigerten zudem die Aschaffenburger Pfarreien das zum Gedenken an Eisner angeordnete Glockenläuten. Am 7. April wurde in Aschaffenburg wie in München und anderen bayerischen Städten die Bayerische Räterepublik ausgerufen. Am 9. April wendete sich das in Aschaffenburg stationierte Jägerbataillon gegen die Bayerische Räterepublik. Nach einem Ultimatum des Würzburger Generalkommandos der Bayerischen Armee ging dank Verhandlungen die Zeit der Räterepublik in Aschaffenburg ohne Blutvergießen zu Ende. Am 26. Mai wurden die führenden Köpfe der Räterepublik Rudolf Hartig, Jean Stock, Stefan Eser und Peter Pfarrer wegen Beihilfe zum Hochverrat zu Festungshaft zwischen eineinviertel und zwei Jahren verurteilt.
Jüdische Gemeinde
700 Jahre lang waren jüdische Familien in der Stadt ansässig. Die Aschaffenburger Juden begruben ihre Verstorbenen, wie auch Juden der näheren und weiteren Umgebung, zunächst in Frankfurt und seit Beginn des 18. Jahrhunderts auf dem Jüdischen Friedhof (Verbandsfriedhof) im Stadtteil Schweinheim. Dort wird mit einem Gedenkstein sieben jüdischer Bürger gedacht, die vor ihrer drohenden Deportation 1942 durch Suizid starben.
Im Sommer 1841 gründeten Aschaffenburger Juden die Ressource-Gesellschaft, einen geselligen Verein. Im Jahr 1890 entstand, an den Altstadtfriedhof angrenzend, ein weiterer jüdischer Friedhof. Von jüdischem Leben zeugt zudem das ehemalige Schul- und Rabbinerwohnhaus am Wolfsthalplatz, das die Jüdische Gemeinde 1898 an Stelle ihrer um das Jahr 1698 gebauten und 1887 niedergelegten Synagoge errichtet hat. Der 1893 neu errichtete Synagogen-Neubau wurde beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern geschändet und zerstört. Einzig das Rabbinatsgebäude blieb erhalten; nach einer Nutzung u. a. als Städtisches Jugendhaus errichtete hier die Stadt Aschaffenburg 1984 das „Museum jüdischer Geschichte und Kultur“, das in einer Dauerausstellung über die Verfolgung und Ermordung in der Shoa informiert.
Auf dem nach dem wohltätigen jüdischen Bankier Wolfsthal benannten Platz erinnert eine Gedenktafel an die Verfolgung und an die Ermordung von etwa 300 Aschaffenburger Juden. Weiterhin werden in Aschaffenburg Stolpersteine als Mahnmal gelegt. In Aschaffenburg gab es von 1925 bis zum Verbot jüdischer Logen eine B’nai-B’rith-Loge namens Philo-Loge. Ihr Logenheim, Lamprechtstraße 21 (heute Hausnummer 37), wurde am 3. November 1935 als Andreas-Bauriedl-Haus zum Sitz der NSDAP-Kreisleitung.
Zweiter Weltkrieg
Aschaffenburg war vom 27. September 1944 bis zum 25. März 1945 das Ziel von 20 Luftangriffen der Westalliierten. Am 21. November 1944 warf die Royal Air Force Sprengbomben auf große Teile von Aschaffenburg, besonders im Stadtteil Damm. Etwa die Hälfte der Aschaffenburger wurde obdachlos, 344 Menschen starben.
Bei Herannahen der US-Armee im Frühjahr 1945 wurde Aschaffenburg zum Festen Platz, umgangssprachlich „Festung“ erklärt und sollte unter allen Umständen gehalten werden. Major Emil Lamberth wurde zum Kampfkommandanten ernannt. Als US-General Robert T. Frederick bemerkte, dass der Widerstand dortiger Kämpfer stärker als andernorts war, befahl er seinem 157. Infanterie-Regiment systematischen Artilleriebeschuss und Luftangriffe auf Aschaffenburg und Dörfer in der Umgebung, um beim darauffolgenden Häuserkampf möglichst wenige eigene Soldaten zu verlieren.
Die US-Truppen errichteten am 25. März 1945 zu Beginn der Schlacht um Aschaffenburg nach Einnahme der unzerstört gebliebenen Nilkheimer Eisenbahnbrücke südlich der Stadt am rechten östlichen Mainufer einen Brückenkopf. Um den südlichen Aschaffenburger Stadtteil Schweinheim kam es zu Tage währenden Gefechten, bevor die Alliierten zur Innenstadt vordringen konnten, um die an den Ostertagen 1945 heftig gekämpft wurde. Nach neuntägiger Verteidigung kapitulierte die Garnison am 3. April 1945. Nach den Zerstörungen des Luftkrieges wurden durch den Artilleriebeschuss bei der Einnahme der Stadt so bedeutende Kultur- und Baudenkmäler wie das Schloss Johannisburg und das Pompejanum noch schwerer beschädigt beziehungsweise zerstört.
Nach 1945
In den ersten Nachkriegsjahren wurden die zerstörten Kirchen wiederhergestellt, ab 1954 das Schloss und ab 1984 das Pompejanum – Bauwerke, die die Stadt prägten und nun wieder prägen. Andere wertvolle Gebäude, wie das Deutschordenshaus, wurden nur in Teilen wieder aufgebaut. Vom historischen Rathaus wurde lediglich der Portikus in das Sitzungsgebäude des neuen Rathauses integriert. Erst auf Betreiben einer Bürgerinitiative wurde 1995 das in den 1920er Jahren freigelegte Fachwerk des Hauses zur weißen Taube, genannt Löwenapotheke, rekonstruiert. Der Bassenheimer und der Dalberger Hof blieben verloren.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Aschaffenburg zur Amerikanischen Besatzungszone. Die US-Militärverwaltung richtete zur Unterbringung von Displaced Persons (DP) ein DP-Lager in der Lagarde-Kaserne ein. Die meisten von ihnen stammten aus der Ukraine und aus Polen. Es gibt Hinweise darauf, dass sich in fünf weiteren Aschaffenburger Kasernen DP-Lager befunden haben. Aschaffenburg spielte auch eine Rolle in nachrichtendienstlichen Operationen der Alliierten. Diese befürchteten, dass sich unter den DPs sowjetische Agenten befanden, welche versuchten, Einfluss auf die ukrainischen Exilgemeinden zu nehmen. Im Jahr 1947 wurde Julius Revay, der ehemalige Ministerpräsident der unabhängigen Karpato-Ukrainischen Republik und mutmaßliche sowjetische Agent, von den amerikanischen Behörden in Aschaffenburg verhaftet. Dabei war er vermutlich in die Aktivitäten der ukrainischen DP-Lager involviert. Die Verhaftung Revays verdeutlicht die Komplexität der politischen und geheimdienstlichen Situation in der Region unmittelbar nach dem Krieg.
Aschaffenburg diente auch als Rückzugsort für ehemalige Gestapo-Agenten und mutmaßliche Kollaborateure. So wurde 1958 bekannt, dass ein ehemaliger Gestapo-Agent, Wurzing, aufgrund seiner Zusammenarbeit mit dem CIC weiterhin für US-Dienste tätig war, obwohl er für die Ermordung von 20 Ukrainern verantwortlich gemacht wurde.
Die Aschaffenburger Kasernenanlagen aus der Zeit vor 1918 und vor allem des Dritten Reiches wurden während des Kalten Krieges von der US-Armee belegt.
Am 9. Juli 1958 wurde die Anschlussstelle Aschaffenburg-Zentrum der Autobahn A3 dem Verkehr übergeben. Im selben Jahr erhielt die Stiftskirche St. Peter und Alexander den päpstlichen Titel Basilica minor und wurde so zur Stiftsbasilika St. Peter und Alexander. Im Jahre 1978 initiierte Guido Knopp einen Geschichtsdiskurs, die bis 2008 jährlich stattfindenden Aschaffenburger Gespräche.
In den Jahren 1990 bis 1992 wurden folgende US-Militärbasen geschlossen: Taylor Barracks (ehemaliges Heeresverpflegungsamt, Goldbacher Straße), Aschaffenburg Army Airfield (Militärflugplatz, Mainwiesenweg), Fiori Barracks (ehemalige Pionierkaserne, Christian-Schad-Straße), Graves Barracks (ehemalige Bois Brule-Kaserne, Bayreuther Straße), Ready Barracks (ehemalige Artilleriekaserne, Josef-Dinges-Straße), Smith Barracks (ehemalige Lagarde-Kaserne, Am Funkhaus), Jaeger Kaserne (ehemalige Jägerkaserne, errichtet 1896, Würzburger Straße).
In der Jägerkaserne war bis zum Ersten Weltkrieg das 2. Königlich-Bayerische Jägerbataillon stationiert. 1995 eröffnete hier die Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt eine Außenstelle (in dieser Zeit Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt-Aschaffenburg). Bald darauf wurde die Außenstelle Aschaffenburg zur selbständigen Fachhochschule Aschaffenburg (seit 2019 Technische Hochschule Aschaffenburg).
2007 wurde das militärische Übungsgelände in den Stadtteilen Schweinheim und Gailbach an die Eigentümer zurückgegeben.
Textgrundlage: https://de.wikipedia.org/wiki/Aschaffenburg
Fakten & Zahlen
Aschaffenburg (lokale Aussprache: Aschebersch) ist eine kreisfreie Mittelstadt im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken, Teil der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main, größte Stadt der Region Bayerischer Untermain und nach Würzburg die zweitgrößte Stadt im Regierungsbezirk Unterfranken. Die Stadt ist Sitz des Landratsamtes Aschaffenburg und der Technischen Hochschule Aschaffenburg. Der ursprüngliche Name Ascafaburc setzt sich aus den Wörtern ascafa, das den Fluss Aschaff beschreibt und dem althochdeutschen burch (Burg) zusammen.
Geografie
Aschaffenburg liegt an der Nordwestecke des Mainvierecks an der Mündung der Aschaff in den Main und am Westrand des Spessarts. Das Stadtgebiet ist auf drei Seiten vom Landkreis Aschaffenburg umgeben und grenzt im Süden an den Landkreis Miltenberg. Der höchste Geländepunkt liegt bei 391,5 m ü. NHN am Westhang des Pfaffenberges an den Grenzen der vorgenannten Landkreise. Die niedrigste Stelle liegt bei 108,5 m ü. NHN im Unterwasser der Staustufe Obernau.
Mainbrücken
Fünf Brücken überqueren in Aschaffenburg den Main. Dies sind (der Fließrichtung des Stromes folgend, von Süd nach Nord): der Fußgängersteg der Staustufe Obernau, die Eisenbahnbrücke Nilkheimer Mainbrücke sowie die Straßenbrücken Konrad-Adenauer-Brücke, Willigisbrücke und Friedrich-Ebert-Brücke.
Oberbürgermeister seit 1970
1970–2000: Willi Reiland (SPD)
2000–2020: Klaus Herzog (SPD)
seit 1. Mai 2020: Jürgen Herzing (SPD)
Dialekt und Mundart
In Aschaffenburg und seinen Stadtteilen werden, wie in den umgebenden Orten, verschiedene Varianten der Untermainländischen Dialekte gesprochen. Man spricht somit einen südhessischen und nicht, wie oft geglaubt, einen Unterfränkischen Dialekt. Die Aschaffenburger Mundart selbst unterscheidet sich auch von den angrenzenden untermainländischen Sprachgebieten, wie Kahlgründer oder Großostheimer Dialekt. Ein weithin bekannter Sprecher des Aschaffenburger Innenstadt-Dialektes ist der Kabarettist Urban Priol.
Der Aschaffenburger Mundartdichter Karl Reuß schreibt in der ersten Strophe seines Gedichtes in dem Band Ascheborjer Posse zu seiner Heimatstadt:
O du mei liebes Ascheborg
Du Städtsche wunnerbor
Wie liegste drin im griene Tal,
Sou schöi, sou sunnekloor!
Religionen
Gemäß der Volkszählung 2011 waren 51,3 % der Einwohner römisch-katholisch, 15,9 % evangelisch und 32,7 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe. Der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung ist seitdem jährlich um 1 Prozentpunkt gesunken. Gemäß dem Zensus 2022 waren 38,9 % oder 27.923 der 71.692 Einwohner katholisch, 12,3 % evangelisch, und 48,8 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe. Laut kirchlicher Statistik waren am 31. Dezember 2022 27.674 (2023: 26.746) Einwohner Mitglied der katholischen Kirche.
Profane Bauwerke
▬ Schloss Johannisburg (Wahrzeichen der Stadt) mit der Hofbibliothek
▬ Stiftskirche St. Peter und Alexander mit spätromanischem Kreuzgang. Die Kirche hat den Status einer päpstlichen Basilica minor, an Kulturdenkmälern finden sich in ihrem Inneren u. a. eines der wenigen erhaltenen Kruzifixe im romanischen Stil sowie die Beweinung Christi von Matthias Grünewald.
▬ Altstadtfriedhof Aschaffenburg (mit den Gräbern von Clemens Brentano und Wilhelm Heinse)
▬ historische Altstadt (Denkmal-Ensemble Oberstadt auf dem Stifts-, Bad-, Schloss- und Jesuitenberg)
▬ Bernhard-von-Trier-Gedenkstein der dankbaren Stadt Aschaffenburg zu Ehren des sagenhaften Kapuzinerpaters Bernhard von Trier (Bildhauer: Otto Gentil, 1931).
Sonstiges
▬ 1904 eröffnete der Architekt Rudolf Kempf (* 6. Dezember 1864 in Rieneck; † 14. Mai 1943 in Hamburg) die „Erste deutsche Autolenkerschule“ die dem „Kempf’schen Privat-Technikum Aschaffenburg“ angegliedert war. Sie wurde Ende 1906 wieder geschlossen, Kempf verließ Aschaffenburg und übersiedelte nach Mainz. Zum 100. Jubiläum 2004 wurde am ehemaligen Standort eine Stele errichtet.

Die Erste deutsche Autolenkerschule in Aschaffenburg
Foto (1906): Autor unbekannt/Wikimedia
▬ Eine volkstümliche Figur ist der Aschaffenburger Maulaff.
▬ Vielfach wird die Stadt ob ihres milden Klimas als Bayerisches Nizza bezeichnet. Angeblich stammt diese Aussage von König Ludwig I., was allerdings nicht belegt ist. Auch nennt sie sich Tor zum Spessart.
▬ Das siebente Wahrzeichen der Stadt ist der Ascheberscher Arsch – ein Stein der Schlossgartenmauer. Seine beiden übereinander liegenden Buckel lassen an die Figur des Buchener Bleckers denken und werden daher für einen Scherz der Erbauer gehalten. (Wikipedia)
Pressekonferenz
Messerangriff in Aschaffenburg – Bayerns Innenminister Herrmann äußert sich dazu | BR24live (22.1.2025; 15:39 min.)
»Bei einem Messerangriff in Aschaffenburg sind zwei Menschen getötet und zwei schwer verletzt worden. Unter den Toten ist ein zweijähriger Junge. Bayerns Innenminister Herrmann äußert sich auf einer Pressekonferenz.«
Immer dieselben Täter
Es ist immer dasselbe. Die Schlagzeilen klingen vertraut: „Messerangriff in …“ – suchen Sie sich eine Stadt aus. Mannheim, Solingen, Aschaffenburg, Berlin. Es ist ein Albtraum, der sich endlos wiederholt. Und doch tun unsere Politiker so, als sei es reiner Zufall, dass das Messer wie von Geisterhand aus der Küchenschublade sprang und ein Kind, einen Vater, einen Passanten erstach. Man kann es nicht mehr hören. Und doch müssen wir es wieder und wieder hören. Weil es immer wieder passiert. Weil es immer dieselben Täter sind. Weil es immer dieselben Mechanismen sind, mit denen die Wahrheit vertuscht wird. Der Name des Mörders? Verschwiegen. Die Herkunft? Verschleiert. Stattdessen: Betroffenheitsfloskeln, Lichterketten, Gedenkgottes-dienste. Und einen Tag später marschieren sie gegen „rechts“.
Attacke, Januar 2024
Attacke auf offener Straße: Mann sticht auf Frau ein in Aschaffenburg (NEWS5; 29.1.2024; 1:13 min.)
»Am Montagmorgen (29.1.2024) kam es in der Frohsinnstraße in der Aschaffenburger Innenstadt zu einem schrecklichen Vorfall. Laut ersten Informationen hat dort ein Mann eine Frau attackiert. Der Mann soll dabei mit einer Stichwaffe auf die Frau eingestochen haben. Die Frau wurde dabei verletzt. Sie wurde einer medizinischer Erstversorgung durch den Rettungsdienst in ein Krankenhaus eingeliefert. Laut Informationen der Polizei war der somalische Tatverdächtige der ehemalige Partner des Opfers. Weitere Hintergründe zum Tatgeschehen ermittelt die Aschaffenburger Kriminalpolizei. Der Mann begab sich nach der Tat in Richtung Innenstadt, wonach mehrere Augenzeugen über die Flucht des Mannes berichten konnten. So konnte der 39-jährige wenige Minuten später von den Polizeibeamten gefasst werden. Bei erster Durchsuchung des Mannes wurde ein Messer sichergestellt. Es besteht keine Gefahr für Dritte.«
Messerangriff, Sept. 2024
Messerangriff in Aschaffenburg: 26-Jähriger verletzt Männer (SAT.1 BAYERN; 2.9.2024; 0:21 min.)
»Am Freitagabend hat ein 26-jähriger Afghane mit einem Messer auf zwei Männer eingestochen. Die Polizei konnte den Täter kurz darauf festnehmen und sucht jetzt Zeugen. Ihm droht lebenslange Haft.«
Messerstecherei, Okt. 2024
Messerstecherei in Aschaffenburg: Zwei Männer nach Streit verletzt (SAT.1 BAYERN; 10.10.2024; 0:25 min.)
»Zwei Männer bei Messerangriff verletzt – bei einem Streit in einer Gruppe wurden am Mittwochabend zwei Personen schwer verletzt. Die Polizei ermittelt, um den Tathergang zu klären.«
Brandmauertote
CDU und FDP könnten SOFORT mit der AfD den Wahnsinn zu beenden beginnen. Doch sie tun es NICHT. Der Ideologe Friedrich Merz nimmt den Tod von Menschen für die Brandmauer-Ideologie in Kauf. Die neuesten Opfer deutscher Ideologie sind: die Brandmauertoten.
Dushan Wegner: »Brandmauertote, die Opfer einer Ideologie«, 23.1.2025 ⋙ Link
Merz forderte … [Blablabla]
Unionskanzlerkandidat Friedrich Merz forderte nach der Gewalttat „politische klare Antworten“. „Wir werden darüber sprechen müssen, sobald die Umstände dieser schrecklichen Tat aufgeklärt sind“, sagte der CDU-Chef beim Jahresempfang der Wirtschaft in Mainz.