Hier wird zu den Bausteinen der Materie geforscht: Linearbeschleuniger im CERN, 2009 — Foto: Wikimedia/Florian Hirzinger – www.fh-ap.com

Materie und Antimaterie

CERN findet den winzigsten Bruch – und plötzlich ergibt unsere Existenz Sinn (Entropy - Wissenschaft Schnell Erklärt; 3.8.2025; 16:11 min.)

»Eigentlich dürfte es uns gar nicht geben. Keine Menschen, keine Planeten, keine Galaxien. Denn nach allem, was wir wissen, hätte der Urknall zu gleichen Teilen Materie und Antimaterie erzeugen müssen. Und die beiden – sobald sie sich treffen – vernichten sich gegenseitig. Komplett. Ein Universum mit perfekter Balance wäre ein leerer, toter Ort. Ohne Struktur. Ohne Zukunft. Ohne dich. Aber genau das ist nicht passiert. Irgendetwas hat die Waage verschoben. Etwas hat dafür gesorgt, dass ein winziger Überschuss an Materie übrig blieb – gerade genug für alles, was wir heute beobachten. Und jetzt – zum ersten Mal – haben Physiker am CERN einen entscheidenden Hinweis gefunden, wie das passiert sein könnte. Eine neue Asymmetrie. Nicht in exotischen Mesonen, sondern in den Bausteinen der realen Welt: den Baryonen. Den Teilchen, aus denen Atome – und du – bestehen. Es ist ein kleiner Unterschied – aber er könnte die Tür zu einer völlig neuen Physik aufstoßen. Oder zumindest erklären, warum du diesen Satz gerade hören kannst. Genau das klären wir heut im Video! Also bleibt dran und abonniere den Kanal um keine weiteren News mehr zu verpassen!«

 

Dominanz der Materie

Die Baryonenasymmetrie (BAU, baryon asymmetry of the universe) der Teilchenphysik ist die beobachtete große Dominanz der Materie gegenüber der Antimaterie im Universum. Sie ist eines der wichtigsten noch nicht verstandenen Phänomene der Teilchenphysik, da sie nicht durch das Standardmodell erklärt werden kann.

Baryonenasymmetrie im Universum

Die Menge der Antimaterie im Universum lässt sich nicht direkt ermitteln, da sie von Astronomen nicht von der Materie unterschieden werden kann. Bei der Annihilation von Materie und Antimaterie tritt jedoch eine charakteristische elektromagnetische Strahlung auf, die aber nie beobachtet werden konnte. Das bedeutet, dass, sofern größere Mengen von Antimaterie im Weltraum vorkämen, diese auf großen Skalen von den Bereichen, in denen Materie dominiert – wie auf der Erde, im Sonnensystem und der Milchstraße – separiert sein müsste. Dies kann jedoch durch die kosmologischen Modelle weitgehend ausgeschlossen werden.

Theorien zur Erzeugung

Früher ging man allgemein davon aus, dass die Baryonenasymmetrie eine Anfangsbedingung für unser Universum ist, die zum Zeitpunkt des Urknalls fest vorgegeben sei. Da die Baryonenasymmetrie aber im Verlauf der Inflation stark reduziert worden wäre, müsste die anfängliche Asymmetrie auch unerklärbar groß gewesen sein. Heute sagen die spekulativen Theorien der Baryogenese und der Leptogenese, die bisher nicht experimentell verifiziert werden konnten, eine dynamische Erzeugung der Asymmetrie während des Urknalls vorher. (Wikipedia)

 

Grundlagenforschung

Das CERN, die Europäische Organisation für Kernforschung, ist eine Großforschungseinrichtung in der Nähe von Genf, die teilweise in Frankreich und teilweise in der Schweiz liegt. Am CERN wird physikalische Grundlagenforschung betrieben, insbesondere wird mit Hilfe großer Teilchenbeschleuniger der Aufbau der Materie erforscht. Der derzeit (2024) bedeutendste ist der besonders große Large Hadron Collider (LHC), der 2008 in Betrieb genommen wurde. Derzeit hat das CERN 24 Mitgliedstaaten. Mit etwa 3.400 Mitarbeitern (Stand: 31. Dezember 2017) ist das CERN das weltweit größte Forschungszentrum auf dem Gebiet der Teilchenphysik. Über 14.000 Gastwissenschaftler aus 85 Nationen arbeiten an CERN-Experimenten. Das Jahresbudget des CERN belief sich 2023 auf ungefähr 1,23 Milliarden Schweizer Franken (ca. 1,27 Milliarden Euro). Das CERN ist außerdem der Geburtsort des World Wide Web. (Wikipedia)