So steht es geschrieben
Benjamin Schmolck
Seine Erbauungs- und Gebetbücher wurden oft gedruckt und sind weit verbreitet. Viele seiner Kirchenlieder werden noch gesungen.
Der Gegenwart. — 6. Januar 2025 — Nach einem Zufallsfund in der Bücherzelle.
Haſt du auch für die Obrigkeit fleißig gebetet, daß der Geiſt des HErrn über ihr ruhe, GOtt ſie reglere, heilige Rathſchläge eingebe, beſchütze und wider alle Feinde vertheidige, oder haſt du deine Fürbitte unterlaſſen? Haſt du auch dich gelüſten laſſen, wider deine Obrigkeit, die GOtt an ſeine ſtatt geſetzet, Böſes zu reden? Haſt du auch der Obrigkeit ihre löbliche Ordnungen in Acht genommen/ oder denſelben widerſtrebet?
Benjamin Schmolck, Sohn des Pastors Martin Schmolck, besuchte das Gymnasium in Liegnitz und wurde 1693 an der Theologischen Fakultät in Leipzig immatrikuliert. In dieser Zeit begann er dichterisch hervorzutreten und erhielt bereits als Student den Titel eines kaiserlichen Poeta laureatus.
Nach Abschluss des Studiums 1697 half er seinem Vater in Brauchitschdorf, bis er 1702 als Diaconus an die Schweidnitzer Friedenskirche berufen wurde. Hier verbrachte er den Rest seines Lebens, seit 1714 als Hauptpastor, d. h. Pastor primarius. Zugleich lehrte er an der Gnadenschule, wo der Lyriker Johann Christian Günther zu seinen Schülern gehörte. Wegen seiner dichterischen Nähe zu dem berühmten norddeutschen Prediger wurde Schmolck auch der „schlesische Rist“ genannt.
Der von ihm gedichtete Kantaten-Jahrgang Das Saiten-Spiel des Hertzens erschien in mehrfachen Auflagen und wurde von verschiedenen Komponisten vertont, darunter Georg Philipp Telemann, Gottfried Heinrich Stölzel und Johann Friedrich Fasch.
Schmolck dichtete insgesamt 1183 Lieder, von denen einige heute noch gesungen werden, so z. B. Tut mir auf die schöne Pforte (EG 166), Jesus soll die Losung sein (EG 62), Schmückt das Fest mit Maien (EG 135), Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Worte nachzuleben (EG 206) und Herr, höre, Herr, erhöre (EG 423).
Seine Erbauungs- und Gebetbücher sind weit verbreitet und wurden immer wieder aufgelegt. Theologisch sind sie der lutherischen Orthodoxie zuzuordnen.
Textgrundlage: https://de.wikipedia.org/wiki/Benjamin_Schmolck

Bildnis des Benjamin Schmolck von Tobias Gabriel Beck (Kupferstich und Radierung; Nürnberg 1702/1733) — Illustration: Universitätsbibliothek Leipzig/Wikimedia
Lebensdaten
Benjamin Schmolck (Schmolke) (* 21. Dezember 1672 in Brauchitschdorf im Herzogtum Liegnitz/Schlesien ; † 12. Februar 1737 in Schweidnitz) war ein deutscher Kirchenliederdichter des Barock. Sein Gedenktag ist der 11. Februar im Evangelischen Namenkalender. (Wikipedia)
Werke
▬ Der Lustige Sabbath/ Jn der Stille Zu Zion Mit Heiligen Liedern gefeyert/ Nebst einem Anhange Täglicher Morgen- und Abend- Kirch- Beicht- Buß- und Abendmahls-Andachten. 1. Auflage. Liebig, Jauer; Reimann, Schweidnitz 1712.
▬ Das Saiten-Spiel des Hertzens, Am Tage des Herrn, Oder Sonn- und Fest-tägliche Cantaten : Nebst einigen andern Liedern. Breßlau/Liegnitz.
▬ Geistlicher Wanderstab Des Sionitischen Pilgrims. Leipzig 1722.
▬ Der vor seinem Gott Bußfertig-erscheinende Sünder, wie er sich wenn er an Jesu Gnadentafel als ein würdiger Gast erscheinen will, so wohl zur Beichte, als zum Gebrauch des heiligen Abendmahls, vorbereiten soll, oder auserlesene Buß- Beicht- und Communionandachten, welche beygefüget Die sieben Bußpsalmen, nebst den Gott-geheiligten alltäglichen Morgen und Abendandachten. Zwickau 1730; Stößel, Chemnitz 1736.

Digitalisat und Volltext ⋙ Link
▬ Sämtliche Trost- und Geistreiche Schrifften, Auf Vielfältiges Begehren besonderer Liebhaber derselben Also bequem zusammen gesammlet, Und mit einer Vorrede von des Herrn Auctoris Leben und Schrifften. Tübingen 1740.
▬ Das Himmlische Vergnügen in Gott, oder vollständiges Gebett-Buch. Neue Auflage. Im Hof, Basel 1753.
▬ Gott-geheiligte Morgen- und Abend-Andachten. Samt dessen Lebens-Beschreibung zum Druck befördert durch Friedrich Roth-Scholtzen; nunmehro aber mit einer neuen Vorrede und erbaulichen Wetter-Gebeten vermehrt. Nürnberg 1754. (Wikipedia)