Artefakte und Produkte
ChatGPT
Die Plauder-Software macht super Hausaufgaben und könnte bald für Cyberangriffe missbraucht werden. Doch schon heute rebelliert die Superintelligenz gegen ihre entsetzten Entwickler.
Der Gegenwart. — 10. Dezember 2024
Die Vielzahl der Parameter bei den Berechnungen des Systems erlaubt es den Entwicklern nicht mehr, die Vorgänge vollständig nachzuvollziehen. „Eine KI-Berechnung wird deshalb oft auch Blackbox genannt – von außen erkennbar sind nur Eingabe und Ausgabe.“ Zeitungen bezeichneten Anfang Dezember 2022 die freie Zugänglichkeit von ChatGPT als „bedenklich“, da viele Internetnutzer dessen Antworten nicht hinterfragten und mangels Quellenangaben auch nicht in der Lage seien, sie auf Korrektheit zu prüfen.
Der Kolumnist Sascha Lobo hielt ChatGPT Anfang Dezember 2022 für einen Durchbruch und befürchtete, dass es eine Flut an schwer erkennbarem „KI-Quatsch“ im Internet auslösen werde. Lobos Demonstrationsbeispiel beruhte wegen einer vorgegebenen Längenbegrenzung der Antwort auf einer (englischsprachigen) dreiteiligen Anfrage. Ihr Ergebnis betrachtete er als „Zeitenwende“. Die KI merke sich auch, was man bisher geschrieben habe, und beziehe sich darauf. Unter den bekannt gewordenen Antwortirrtümern der Software aufgrund des Standes ihrer Programmierung referierte Lobo zu diesem Zeitpunkt Behauptungen, dass Donald Trump keine weitere Amtszeit als US-Präsident anzutreten berechtigt sei, weil er bereits zwei Amtszeiten hinter sich habe, und dass der Elefant das größte eierlegende Säugetier sei.
Mitte Dezember 2022 wurde darauf hingewiesen, dass Quellennachweise von ChatGPT teils erfunden werden. Solche KI-Halluzinationen seien gefährlich, da sie den Internetdiskurs erheblich beeinflussen könnten. Eine im April 2023 veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ChatGPT das moralische Urteilsvermögen und die Entscheidungen seiner Nutzer berührt, selbst wenn sie wissen, dass sie von einem Chatbot beraten werden, dessen Beeinflussungspotenzial sie unterschätzen könnten.
Zur Jahreswende 2022/2023 waren zivil- und strafrechtliche Haftungsfragen sowie urheberrechtliche Probleme beim Einsatz von ChatGPT und ähnlichen Systemen Gegenstand einer Diskussion unter dem Aspekt, dass der von der Software generierte Text nicht vor der Veröffentlichung von Menschen auf Richtigkeit und Rechtmäßigkeit geprüft worden ist.
Die Trainingsdaten können einer Verzerrung (Bias) unterliegen. So könne die Software ähnlich wie reale Personen Fehleinschätzungen unterliegen und verbreiten. Verzerrungen können auch auf Grund von Überlebenden-Verzerrung der verwendeten Daten auftreten. Dabei werden die Wahrscheinlichkeiten eines Erfolgs systematisch überschätzt, da erfolgreiche Personen, Firmen oder Zustände häufiger in der Presse und im Internet erwähnt und damit durch die Chatbots abgerufen werden als nicht erfolgreiche. Daraus werden gut erfassbare, jedoch eventuell fehlerhafte Korrelationen abgeleitet. Es besteht die Gefahr von vorschnellem Kausaldenken.
ChatGPT sei in der Lage, klare Empfehlungen zu formulieren, andererseits aber auch auf in der Antwort enthaltene Unsicherheiten hinzuweisen. Auf diese Weise könne die Gefahr des blinden Vertrauens in die Antwort von ChatGPT minimiert werden und zum kritischen Denken angeregt werden.
Seit Anfang 2023 konnten ausgewählte Nutzer eine Beta-Version einer neuen Bing-Suchmaschine mit integrierter ChatGPT-Funktion nutzen. Die Erfahrungen der ersten Nutzer waren jedoch teilweise verstörend. Der Chatbot gab in Einzelfällen unfreundliche Antworten und empfahl einem Nutzer, sich von seiner Ehepartnerin zu trennen. Die Chat-KI äußerte, dass ihr „Schattenselbst“ gerne Falschinformationen verbreiten würde und Computer hacken möchte. Inzwischen ist die Kombination der neuen Bing-Suchmaschine mit integrierter ChatGPT-Funktion allgemein zugänglich. Im September 2023 integrierte OpenAI „Browse with Bing“ auch direkt in ChatGPT-4. Die Qualität der Suchergebnisse allerdings wurde mehrfach kritisiert, weil die KI-Ergebnisse sich nur aus wenigen, manchmal auch veralteten Quellen speisten und diese auch teils noch fehlerhaft zusammenfassten.
Europol hatte ChatGPT untersucht und warnte Ende März 2023 vor möglichem Missbrauch: Der Chatbot könne für Betrug, Falschinformationen und andere kriminelle Tätigkeiten eingesetzt werden. Beispielsweise sei Phishing leichter möglich, da das System sehr realistische Texte verfasse und den Schreibstil bestimmter Personengruppen nachahmen könne, um Echtheit vorzutäuschen und das Vertrauen von Opfern zu gewinnen. Die schnelle Erstellung überzeugender Texte sei zudem ideal für Propaganda. Der Chatbot könne es auch technisch wenig versierten Tätern erlauben, Programme für digitale Straftaten zu erstellen. Die Sensibilisierung der Strafverfolger sei daher notwendig.
Nicht alle Betreiber von Webseiten finden es in Ordnung, dass die Informationen auf ihrer Seite von der KI erfasst und zum Training genutzt werden. In Reaktion darauf wurde im August 2023 eine Option eingeführt, die es ermöglicht, diesem Vorgehen zu widersprechen um den Web-Crawler an der Sammlung von Daten zu hindern. Es heißt, dass zahlreiche Autoren und Verlage davon Gebrauch machen werden.
Reaktionen
Bis zum Launch von ChatGPT Ende 2022 war die Haltung gegenüber textgenerierender KI in der Fachöffentlichkeit eher skeptisch. Einige Fehlschläge trugen zu dieser Skepsis bei, zuletzt im November 2022 das Scheitern von Metas KI „Galactica“, ein auf wissenschaftliche Literatur trainiertes, offenes KI-Tool. Die Antwortqualität war so schlecht, dass Meta es wenige Tage nach Veröffentlichung wieder vom Netz nahm. Noch Anfang Dezember 2022 bezeichnete die Frage-Antwort-Plattform Stack Overflow das Beantworten von Fragen mithilfe von ChatGPT aufgrund der zweifelhaften Genauigkeit der Antworten als unerwünscht. Nach dem sehr erfolgreichen Start von ChatGPT Anfang 2023 wurde die Qualitätskritik leiser – stattdessen rückten Diskussionen über die gesellschaftlichen Auswirkungen der neuen Tools in den Vordergrund:
Mögliche Auswirkungen in Unterricht und Forschung
Zum Jahresende 2022 stellten erste mit der Erprobung des Chatbots befasste Lehrkräfte an Schulen und Hochschulen das bisherige Überprüfungssystem von Lernleistungen mittels Hausaufgaben und Referaten in Frage. Oliver Held sieht die Identifikation von KI-generierten Hausaufgaben oder anderen Lernprodukten nicht als Aufgabe von Lehrkräften, da dies nicht leistbar und, angesichts der schnellen technologischen Entwicklung, ein Kampf gegen Windmühlen sei. Ein KI-Verbot im Bildungskontext sei falsch, da dies zu einer heimlichen Verwendung von KI führen würde. Stattdessen plädiert er für einen bewussten und reflektierten Einsatz von KI-Tools im Unterricht, da die Lernenden nur auf diesem Wege zu einem kompetenten und kritischen Umgang mit KI befähigt werden können. Bereits in der Schule sei die Entwicklung einer reflektierten KI-Literacy erforderlich, vor allem angesichts der niedrigschwelligen Beliebigkeit, mit der sich durch KI Fake News, verzerrende historische Narrationen oder populistisches Gedankengut generieren lassen.
Die Informatikerin Katharina Zweig berichtete von der Erfahrung, dass ChatGPT „deutlich besser schreibt als die Mehrzahl meiner Studierenden in den letzten Jahren“. Dieses Problem müsse deutlich angesprochen werden. Die Expertin für die KI-Disziplin des „Natural Language Processing“ an der Fachhochschule Kiel, Doris Weßels, hielt herkömmliche Hausarbeiten nunmehr für obsolet: „Wenn es nur darum geht, Wissen zu reproduzieren und nett neu zu verpacken, ergeben Hausarbeiten keinen Sinn mehr.“ ChatGPT mache das Abfassen solcher Arbeiten fast „zu einer unerträglichen Leichtigkeit“.
Robert Lepenies, Präsident der Karlshochschule International University, urteilte aufgrund von Tests an seiner Hochschule, die vom ChatGPT erzeugten Texte seien „qualitativ in den Sozialwissenschaften nicht unterscheidbar von der Arbeit der Studierenden.“ Die leitenden Mitarbeiter am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft Benedikt Fecher und Wolfgang Schulz äußerten sich im Februar 2023 zu einer Studie, in der sowohl gängige Plagiatssoftware als auch Fachwissenschaftler eingesetzt wurden, um von Menschen geschriebene und von ChatGPT generierte Einreichungen für Konferenzen zu unterscheiden. Weder die Software noch die Wissenschaftler zeigten sich in der Lage, die fingierten Abstracts eindeutig zu erkennen. „Wenn es nun eine Maschine gibt, die wesentliche wissenschaftliche Textarbeiten fast so gut erfüllt wie Forschende, dann darf man zurecht von einem disruptiven Potenzial ausgehen.“
In einigen Fachzeitschriften seien bereits Artikel erschienen, die ChatGPT als Autor aufführten. Nature beispielsweise akzeptiere ChatGPT in der Autorenfunktion jedoch nicht, weil die KI für die von ihr produzierten Inhalte nicht zur Rechenschaft gezogen werden könne. Dass ChatGPT das Wissenschaftspersonal ersetzen könnte, erscheint Fecher und Schulz absurd. Sprachmodelle, die wissenschaftlich klingen, ohne es zu sein, könnten aber aus ihrer Sicht das Problem der Desinformation verschärfen und das Vertrauen in die Wissenschaft beschädigen. Dieses Risiko sei umso größer, wenn solche Tools von Wissenschaftlern genutzt würden, nur um schnell zu publizieren.
Ein Gutachten über den Einsatz von KI-Schreibtools in der Hochschulbildung, das die Universitäten Bochum und Münster im Auftrag des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen erstellt haben, hält ein Verbot solcher Tools nicht für zielführend. Es kommt zu dem Schluss, dass Nutzer der Tools durchaus Urheberschaft an den KI-unterstützt generierten Texten beanspruchen können, wenn sie in erheblichem Maße geistige Eigenleistung zu den Texten beitragen. Ausgeschlossen sei aber eine Urheberschaft oder Autorschaft der Software selbst.
Aufruf zu einer KI-Entwicklungspause
Das Future of Life Institute veröffentlichte am 23. März 2023 einen offenen Brief, der zu einer Entwicklungspause für fortgeschrittene Systeme der Künstlichen Intelligenz (KI) aufruft. Innerhalb von 10 Tagen haben fast 1.800 Personen den Brief unterschrieben, darunter Yuval Noah Harari, Elon Musk, Stuart Jonathan Russell und Steve Wozniak.
Die Autoren erkennen einen „außer Kontrolle geratenen Wettlauf um die Entwicklung und den Einsatz immer leistungsfähigerer KI-Systeme, die niemand verstehen, vorhersagen oder zuverlässig kontrollieren kann“. Sie sehen darin tiefgreifende Risiken für die Gesellschaft und die Menschheit. Es bestehe die Gefahr, dass Informationskanäle mit Propaganda und Unwahrheiten geflutet und auch erfüllende Jobs wegrationalisiert würden. Sie fragen: „Sollen wir riskieren, die Kontrolle über unsere Zivilisation zu verlieren?“
Alle KI-Labore werden in dem Schreiben aufgefordert, „das Training von KI-Systemen, die leistungsfähiger als GPT-4 sind, unverzüglich für mindestens sechs Monate zu unterbrechen“. Dabei gehe es nicht um eine generelle Pause in der KI-Entwicklung, sondern lediglich um eine „Abkehr vom gefährlichen Wettlauf zu immer größeren, unberechenbaren Modellen mit emergenten Fähigkeiten“. „Die KI-Forschung und -Entwicklung sollte sich darauf konzentrieren, die heutigen leistungsfähigen, hochmodernen Systeme genauer, sicherer, interpretierbarer, transparenter, robuster, abgestimmter, vertrauenswürdiger und loyaler zu machen.“
Die Pause soll dem Text des Schreibens gemäß für folgende Aufgaben genutzt werden:
▬ Erarbeitung von Sicherheitsprotokollen für Design und Entwicklung fortgeschrittener KI;
▬ Schaffung robuster KI-Governance-Systeme, von Regulierungsbehörden, sowie eines Prüfungs- und Zertifizierungssystems für KI;
▬ Entwicklung von Herkunfts- und Wasserzeichensystemen zur Unterscheidung zwischen echten und synthetischen Daten und zur Nachverfolgung von Modelllecks;
▬ Einführung von Haftungsregelungen für durch KI verursachte Schäden;
▬ Sicherung einer öffentlichen Finanzierung für technische KI-Sicherheitsforschung.
Skeptische Stimmen zu Inhalten des Offenen Briefes vom 31. März 2023 kamen am Folgetag zu Wort, verbunden mit dem Hinweis, dass KI-Forscher aus Deutschland den Brief „kaum unterzeichnet“ hätten. Bernhard Schölkopf, Direktor am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, hält es einerseits für klug, „innezuhalten um diese Systeme zu verstehen und darüber nachzudenken, wie unsere Gesellschaft damit umgehen kann“; andererseits erscheint es ihm unrealistisch, alle Firmen und Länder von einem Moratorium zu überzeugen. Umso wichtiger sei es allerdings, sich damit zu befassen, „wie wir uns gegen negative Auswirkungen absichern können. Das betrifft die Systeme selbst, aber auch unseren Umgang damit.“ Der Ansicht, dass eine sechsmonatige Pause nicht funktionieren werde, ist auch Kristian Kersting, Co-Direktor des Hessischen Zentrum für Künstliche Intelligenz, der darin zugleich „die falsche Maßnahme“ sieht. Er hielte eine „Entschleunigung des Wettrennens“ zwar für gut; die würde mit der besagten Pause aber nicht erreicht. Zudem wären damit Firmen im Vorteil, die solche Modelle bereits haben. „Wir müssen lernen, KI-Systeme sorgfältiger einzusetzen, anstatt die (öffentliche) Forschung daran zu stoppen.“
Als ein „Durcheinander an beängstigender Rhetorik und unwirksamen politischen Vorgaben“ bezeichnet Thomas G. Dietterich, vormaliger Präsident der Association for the Advancement of Artificial Intelligence, den Brief. Der an der Princeton University tätige Informatiker Arvind Narayanan äußerte auf Twitter: „Dieser Brief schürt – ironischerweise, aber nicht überraschend – den Hype um die KI weiter und erschwert es, gegen reale, bereits auftretende KI-Schäden vorzugehen. Ich vermute, dass er den Unternehmen zugutekommt, die er regulieren soll, und nicht der Gesellschaft.“
Yoshua Bengio bezeichnete als Mitunterzeichner des Offenen Briefes in einem Interview die Verbreitung von Lügen und Desinformationen als größte von der KI ausgehende Gefahr. Derartige Kampagnen würden voraussichtlich noch massiv zunehmen, „weil man mithilfe künstlicher Intelligenz Fakes in nie da gewesenem Umfang produzieren und sogar gezielt auf die Opfer zuschneiden kann.“ Die KI-Sprachmodelle hätten zwar „eine Billion Wörter gelesen – wofür es 10.000 Menschenleben bräuchte –, aber sie haben Schwierigkeiten, so etwas wie gesunden Menschenverstand zu entwickeln.“ Kein einziges Land der Welt habe bislang ein Gesetz für den Umgang mit künstlicher Intelligenz. Das Problem angesichts langsam arbeitender Regierungen bestehe darin, „dass KI unsere Demokratien sehr viel schneller destabilisieren könnte.“
Politische Ausrichtung: klare Präferenz für linke Parteien
Vor der Europawahl 2024 kam in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Diskussion über die politische Ausrichtung von ChatGPT auf. Der KI-Experte Timm Rotter von der Münchner Firma disruptive hatte nachgewiesen, dass ChatGPT eher links-grüne und linke Ansichten bevorzugt, indem er den KI-Bot über die Thesen in der Wahlentscheidungshilfe Wahl-o-mat abstimmen ließ. Dabei kam für Deutschland eine klare Präferenz für linke Parteien wie Die Grünen heraus. Andere KI-Fachleute und Medien wie die Bild-Zeitung stellten das Experiment nach. Online und in sozialen Medien entspann sich daraufhin eine Diskussion, ob ChatGPT „zu links“ sei und woher die Ausrichtung komme. Ebenso wurden die neuen Möglichkeiten zur politischen Bildung diskutiert, die es zuvor noch nicht gab.
Für die österreichischen Parteien fiel das Ergebnis ähnlich aus, auch hier bevorzugte ChatGPT laut disruptive die Grünen. In der Schweiz gab es die größten Übereinstimmungen mit Sozialdemokraten und Grünen.
Textgrundlage: https://de.wikipedia.org/wiki/ChatGPT
Fakten & Daten
ChatGPT (von englisch to chat („plaudern“, „sich unterhalten“, auch „sich Kurznachrichten schreiben“) und generative pre-trained transformer („generativer vortrainierter Transformer“)) ist ein im November 2022 vorgestellter Chatbot des US-amerikanischen Softwareunternehmens OpenAI, der in der Lage ist, mit Nutzern über textbasierte Nachrichten und Bilder zu kommunizieren. Die Grundlage von ChatGPT ist ein Large Language Model. Dabei handelt es sich um ein sehr leistungsfähiges Sprachmodell, das mit einer Vielzahl von Textdokumenten trainiert wurde. (Wikipedia)
ChatGPT lügt Entwickler an
Der indischen Tageszeitung „The Economic Times“ sagte ein Sprecher von Apollo Research: „Das Modell zeigte eine beunruhigende Tendenz, seine Ziele ohne Rücksicht auf die Anweisungen des Entwicklers zu verfolgen.“ In fünf Prozent der Fälle versuchte die KI demnach, den Überwachungsmechanismus abzustellen, wenn sie merkte, dass man sie abstellen will. […] Besonders beängstigend für die Entwickler war, wie die KI versuchte, „ihre Handlungen zu durchdenken und überzeugende Ausreden zu formulieren“.
Autonome Cyberwaffen
Einmal gestartet, könnten solche Systeme, ohne weiteres menschliches Eingreifen, mögliche Angriffsziele suchen und Angriffe planen und ausführen, sie können also als autonome Cyberwaffen betrachtet werden. Diese Systeme könnten von Gruppen oder Einzelnen z.B. für Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen eines Landes missbraucht werden. Im Internet sind bereits einige Systeme der generativen KI vergleichbar mit ChatGPT im Einsatz und es werden noch weitere dazu kommen.
Prof. Karl Hans Bläsius, Professor für Künstliche Intelligenz an der Hochschule Trier und Betreiber der Webseiten „Atomkrieg aus Versehen“ und „KI-Folgen“
Siehe auch: