The Macocha Abyss in Moravian Karst (Czech Republic) — Foto: Pixelfix/Wikimedia [Vorschaubild: Karsthöhle in Valladolid, Mexiko/dronepicr/Wikimedia]

Der Geograph Jovan Cvijić
Der Geograph Jovan Cvijić
(1911)
Foto: Milan Jovanović/Wikimedia

Lebensdaten

Jovan Cvijić (* 11. Oktober 1865 in Loznica; † 16. Januar 1927 in Belgrad) war ein serbischer und jugoslawischer Geograph. Als Lehrer der Großen Schule (seit 1893), Gründungsmitglied und Professor der Universität Belgrad (seit 1904) und Präsident der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste machte er sich um die vielseitige Erforschung der Balkanhalbinsel verdient. Er war Gründer der Serbischen Geographischen Gesellschaft (1910) und hat die Karstologie als wissenschaftliches Fach innerhalb der Geomorphologie eingeführt. Als erster Wissenschaftler hat er die glaziologische Erforschung und Periodisierung der Quartärgeologie auf der Balkanhalbinsel aufgriffen. Über wissenschaftliche Stationen in Wien und Paris veröffentlichte er seine Werke zumeist auf Deutsch, Französisch und Englisch. Die Monographien zur Karst-Geomorphologie und Anthropo- und Ethnografie der Balkanhalbinsel blieben bis heute Standardwerke der geographischen Literatur (La peninsule balcanique und La géographie des terrains calcaires). Cvijić nahm an den Friedensverhandlungen in Paris 1919 als Präsident der Nationalen Expertengremien beratend teil. Seit 1961 wird das Geografische Institut der Serbischen Akademie der Wissenschaft nach Jovan Cvijić benannt. (Wikipedia)

 

Zuschütten nicht zulässig

Eltern besorgt: Kinder entdecken großes Erdloch / Doline neben Spielplatz in Wehr-Öflingen (Schwarzwald TV; 31.1.2026; 5:18 min.)

»Wehr – Am Dienstag, den 20.01.2026, der Schnee war fast geschmolzen, wurden Kinder in Öflingen beim Spazieren mit Ihren Eltern auf einem landwirtschaftlichen Feld auf der Sonnhalde auf das Erdloch, welches auf Grund der unscheinbaren Tiefe, nicht ganz ungefährlich ist, ebenso aufmerksam. Die herbeieilende und besorgte Mutter nahm die Kinder erstmal 2 Meter zur Seite, um ein eventuelles Einstürzen zu verhindern. Nach einer kurzen Recherche mit Google und Chat GPD stand schnell fest, dass es sich nicht um einen Fuchs- oder Dachsbau, sondern um eine Doline handelt. Nachdem die Familie den Landwirt, der das Grundstück bewirtschaftet informiert hat, sorgte der Vater der Familie nach Absprache mit dem Landwirt für eine Absperrung um das Erdloch, damit nicht noch ein Unglück passiert und jemand in das zirka 3 Meter tiefe Loch fällt. Der Landwirt wusste nichts von dem Loch in seiner Wiese. Die Öffnung hat lediglich eine Größe von einem Gullideckel, doch es bricht immer weiter ein. Am Mittwoch, den 21.01.2026 meldete die Familie das Erdloch der Gemeinde, doch scheint es diese nicht allzu sehr zu interessieren. Eine Woche später ist das Erdloch zwar nun abgesperrt, aber noch immer offen und es wird auch noch eine ganze Zeit lange offenbleiben. Aus dem Rathaus hieß es, dass der Landwirt das Loch mit Aushub zuschütten will. Doch nachdem sich Schwarzwald TV eingeschaltet hat, lässt er es lieber sein. Der aktuell andauernde Niederschlag macht die Sache nicht einfacher, denn Wasser ist die treibende Kraft bei der Bildung und Vergrößerung der Hohlräume im Untergrund. Deshalb kann die Einsturzgefahr während und nach starkem Regen oder der Schneeschmelze erhöht sein. Inwieweit dadurch die Doline im Untergrund fortgeschritten ist, ist nicht bekannt. Nach aktuellen Informationen vor Ort sollen sich in der nahen Umgebung viele weitere Dolinen befinden. Ein Traktor sei auch schon in einem Loch verschwunden. Die Eltern, der dort wohnenden Familien sind nun sehr besorgt, da in unmittelbarer Nähe sich ein Kinderspielplatz befindet. Wie Dr. Ehret, Geologe vom Regierungspräsidium Freiburg mitteilt, sind Dolinen als Biotope anzusehen und dürfen nicht mit Füllmaterial zugeschüttet werden. Für denjenigen der ohne Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde eine Doline zuschüttet, wird es eine hohe Geldstrafe zur Folge haben. Das Landratsamt Waldshut, Abteilung Naturschutz nimmt sich der Sache nun an, um eine fundierte Begutachtung vor Ort durchzuführen. Aufgrund des besonderen Schutzstatus von Dolinen ist das Zuschütten in der Regel nicht zulässig. Sofern die entsprechenden Bedingungen erfüllt sind, sind diese geologischen Formationen gemäß der Biotopdefinition der LUBW als Biotoptyp 22.20 (Dolinen) geschützt.«

 

Fakten & Zahlen

Eine Doline (von slawisch dolina „Tal“), auch Sinkhöhle, Karsttrichter oder Karstloch genannt, ist eine schlot-, trichter- oder schüsselförmige Senke von meist rundem oder elliptischem Grundriss in Karstgebieten. Ihr Durchmesser schwankt meist zwischen 2 und 200 Metern, kann aber auch mehr als einen Kilometer betragen. Ihre Tiefe reicht von 2 bis zu mehr als 300 Metern. Dolinen geben Karstgebieten ihr charakteristisches Aussehen. Sie können in hoher Dichte auftreten: 782 Dolinen pro Quadratkilometer wurden maximal aus den Alpen, 187 im Taurus beschrieben. Dabei überwiegen immer Lösungs- vor Schachtdolinen. Solcherart Dolinenlandschaften bilden einen sogenannten Polygonalen Karst, indem das Einzugsgebiet der Einzeldolinen oft mit den anderen verzahnt ist und diese somit den ganzen Raum einer Landschaft ausfüllen können. Dolinen können selbst Staatsgebiete dominieren, indem sie einen Hauptteil der Landesfläche einnehmen; so wird für Montenegro oft der Wert von 60 Prozent der Landesfläche angegeben, die innerhalb von Dolinenrändern liegt. (Wikipedia)

 

Bekannte Dolinen

Viele bekannte Dolinen sind einerseits durch auffällige Dimensionen oder Besonderheiten im Klima und in der Biosphäre ausgezeichnet. Insbesondere sind Einsturzdolinen aufgrund ihrer senkrechten Wände oder der Wasserfüllung Landschaftselemente, die besonderes Interesse wecken.

Deutschland
Im Remlinger Grund in Unterfranken entstanden einige Dolinen, so die im Mittelalter als „Ertvall“ und im 17. Jahrhundert als „Erdtfell“ bezeichneten, heute verfüllten Exemplare.

Österreich
Im Grünloch, einer flachen Doline auf dem Dürrenstein-Plateau in den Ybbstaler Alpen, wurde im Zeitraum zwischen dem 19. Februar und dem 4. März 1932 mit −52,6 °C die tiefste bekannte Temperatur in Mitteleuropa gemessen.

Schweiz
Die Einsturzdoline Hellloch im Hinter Tal (hinter dem Talalpsee).

Italien
Die Doline Busa Nord di Fradusta auf 2607 m s.l.m. in der Palagruppe in den Dolomiten hält mit einer Temperatur von −49,6 °C den Temperaturrekord in Italien.

Slowenien
In der auf 1592 m. ü. M. gelegenen Doline Mrzla Komna wurde am 9. Januar 2009 eine Temperatur von −49,1 °C gemessen.

Kroatien
Spektakulär stellt sich der Rote See bei Imotski dar, diese Einsturzdoline ist über 200 m tief und wassergefüllt, das Tiefblau des Sees kontrastiert mit den rötlichen Kalksteinwänden.

Montenegro
Das Opuvani do unterhalb der Velika Jastrebica in 1580 m Höhe im Orjen-Gebirge ist ein mikroklimatisch günstiger Standort für Glazialrelikte und kälteliebende Tier- und Pflanzenformen am Mittelmeer.

Totes Meer
Das Salz von Schloten, meterhohe „weiße Raucher“, stammt aus Sedimenten, in die das Tiefengrundwasser eindringt und sie durchtränkt, bevor es aufsteigt. Laut Forschern des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig könnten die weißen Schlote darauf hinweisen, dass die Landoberfläche durch Verkarstung nachgibt und einstürzt. Solche Sinkholes treten am Toten Meer häufig auf und stellen eine Gefahr für die Bevölkerung dar. (Wikipedia)