Hinweise auf Menschen
Franz Pflugradt
Sein Ur-Großonkel war Caspar David Friedrich. Erst mit 27 Jahren begann er ein Kunststudium und wurde der Maler der Landschaft Vorpommerns.
Der Gegenwart. — 4. Oktober 2024
Seine Motive holte er aus der heimischen Landschaft: Waldwinkel, Insellandschaften, Küstenblicke, Flussufer, Bauernhöfe in Jahres- und tageszeitlichen Stimmungen. Mit satten, oft dunkleren Farben und kräftigem lebendigen Duktus gestaltete er sie zu malerischen Formen. Das unmittelbare Seherlebnis sollte zu spüren sein.
Der Sohn eines Landwirtes war zunächst ebenfalls in diesem Beruf tätig. Erst mit 27 Jahren begann er auf Anraten seines Onkels, des Berliner Malers Gustav Pflugradt (1828–1908), ein Studium an der Berliner Kunstakademie. Hier besuchte er die Landschaftsklasse bei Eugen Bracht und Max Koner. Danach war er einige Zeit freiberuflich in Berlin tätig. Ab 1910 hatte er seinen Wohnsitz in Stralsund, Studienreisen führten ihn mehrmals nach Skandinavien.
Die Sommermonate verbrachte er regelmäßig auf dem Darss und Zingst sowie auf den Inseln Hiddensee und Rügen. Er war der Maler der Landschaft Vorpommerns. Seine hauptsächlichen Motive kamen aus der dortigen Natur, aber auch Ansichten von Städten und einzelnen Bauwerken, hierbei bevorzugt von Stralsund und anderen Städten der Region, gehörten zu seinem Schaffen. Um 1920 entstand das Gemälde „Stralsund von der Seeseite“, in dem der Maler die Farben nicht nur mit dem Pinsel, sondern auch mit Spachtel und Holzstäbchen aufbrachte und so eine atmosphärische, „impressionistische“ Wirkung erreichte.
Bis zur Weltwirtschaftskrise fand er zahlreiche Käufer für seine Arbeiten, geriet aber zusehends in Vergessenheit, so dass er einsam und verarmt starb. Erst zwischen 1952 und 1975 erwarb das Kulturhistorische Museum Stralsund 15 Ölgemälde und ein Aquarell aus Privatbesitz, darunter Landschaften der pommerschen Küsten- und Inselregion, norwegische Gebirgsblicke, Jagdszenen und Stadtansichten.
Die Hansestadt Stralsund benannte die Franz-Pflugradt-Straße nach dem Maler. Anlässlich des 50. Todestags des Malers ehrte ihn das Kulturhistorische Museum der Stadt 1997 mit einer Sonderausstellung. Eine weitere Sonderausstellung zeigte das Museum Zingst 2017.
Franz Pflugradts malerischen Wurzeln reichten im Übrigen noch weiter als bis zum Onkel zurück, sein Ur-Großonkel war Caspar David Friedrich.
Textgrundlage: https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Pflugradt
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Bildband „Gezeichnet, Gustav und Franz Pflugradt“
Ute Peters-Pásztor und Hans Jörg Rafalski: Gezeichnet, Gustav und Franz Pflugradt– Ein Portrait Vorpommerns und Mecklenburgs auf den Spuren Caspar David Friedrichs. 176 Seiten. Gebundene Ausgabe. Herausgeber: Ute Peters-Pásztor; New Edition (14. Dezember 2023) ⋙ Link
Der Bildband „Gezeichnet, Gustav und Franz Pflugradt“ reflektiert die Lebensreise der beiden Landschafts- und Architekturmaler durch ihre Heimat Vorpommern und Mecklenburg. Professor Gustav Pflugradt und sein Neffe Franz, Nachfahren der älteren Schwester Caspar David Friedrichs, führten ein dem Reisen und Malen gewidmetes Leben. Und ganz ähnlich dem Anverwandten mit dem großen Namen schufen sie ihrer Heimat mit ihren Zeichnungen ein visuelles Zeugnis, das frei von künstlerischer Verklärung in dieser Umfassenheit und Qualität einmalig für das Gebiet des heutigen Landes Mecklenburg-Vorpommern aus jener Zeit sein könnte. Der Bildband arrangiert 161 bislang unveröffentlichte Reiseskizzen zu einem Bild von Vorpommern und Mecklenburg, wie es zwischen 1859 und 1937 gewesen ist. Er wirft mit dieser repräsentativen Auswahl an Reiseskizzen Licht auf Städte, Dörfer, geheimnisvolle Orte und Landschaften, wie sie heute vielfach nicht mehr zu finden sind. Stilistisch kommen die Maler aus einer heute als gute alte Zeit angesehenen Epoche, der Romantik, und nehmen uns mit auf eine Reise mit dem Zeit- und Stilwandel, den sie bis in die frühe Moderne durchlebten. Das Buch erscheint zum Caspar-David-Friedrichjahr 2024. Sein Erscheinen wurde durch die Stadt Greifswald unterstützt.
Über den Autor: Hans Jörg Rafalski ist Inhaber des Verlages Papierwerken seit 2016, sowie Urheber und Organisator der Landesmessen und -ausstellungen „Schöne Bücher aus Brandenburg“ seit 2018 (Verlagstext)

Franz Pflugradt könnte so ausgesehen haben.
Foto: Cloud11 auf Pixabay
Lebensdaten
Friedrich Ludwig Franz Pflugradt (* 19. Januar 1861 in Peenwerder/Demmin; † 16. Februar 1946 in Zingst) war ein deutscher Landschaftsmaler. (Wikipedia)

Vorpommern im Jahr 1934 und Landkreise bis 2011 — Karte: NordNordWest/Wikimedia — Vergrößern ⋙ Link
Vorpommern
Vorpommern ist der Name einer Region im Nordosten Deutschlands und im Nordwesten Polens. Der Name Pommern ist die eingedeutschte Form von Pomorje und ist slawischer Herkunft: po more – „am Meer“. Der Name Vorpommern geht auf die zweite Teilung Pommerns in die Herzogtümer Pommern-Wolgast (Vorpommern) und Pommern-Stettin (Hinterpommern) 1532 zurück. Während 1295 noch eine Teilung in ein nördliches (Pommern-Wolgast) und ein südliches Herzogtum (Pommern-Stettin) erfolgte, entstanden 1532 erstmals ein westlicher und ein östlicher Landesteil. Nach dem Westfälischen Frieden (1648) umfasste Vorpommern den zum Königreich Schweden gehörenden Teil Pommerns einschließlich der gesamten Odermündung mit der Stadt Stettin und dem alten Bischofssitz Cammin.
Altvorpommern
Der Teil Vorpommerns südlich der Peene mit Stettin und den Odermündungsinseln Usedom und Wollin kam 1720 zu Preußen. Hierfür bürgerte sich später die Bezeichnung Altvorpommern ein. Der nördliche Teil hingegen stand von 1715 bis 1721 unter dänischer Militärverwaltung, gehörte jedoch bis zum Kieler Frieden von 1814 zu Schweden (Schwedisch-Pommern, auch „Neuvorpommern“), wurde dann Dänemark als Ersatz für Norwegen zugesprochen, was aber nie praktische Konsequenzen hatte, weil Dänemark die von Schweden geforderten Kriegsentschädigungen nicht zahlen konnte. Deshalb verhandelte man auf dem Wiener Kongress weiter und das Gebiet kam im Herbst 1815 zu Preußen.
Sowjetische Besatzungszone
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die polnische Grenze weit nach Westen geschoben. Vorpommern kam zum allergrößten Teil zur Sowjetischen Besatzungszone und wurde mit Mecklenburg zum Land Mecklenburg-Vorpommern vereinigt. Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland befahl 1947 die Umbenennung des Landes in Mecklenburg, um den Begriff Pommern aus dem offiziellen Sprachgebrauch zu tilgen. Nach Gründung der DDR 1949 wurde 1952 bei der Verwaltungsreform der Landesteil Vorpommern vorwiegend Teil der Bezirke Rostock und Neubrandenburg. Zum Bezirk Frankfurt (Oder) kam der südliche Zipfel, der sich weitgehend mit dem heutigen Amt Gartz (Oder) deckt.
Bundesland Mecklenburg-Vorpommern
Vorpommern wurde 1990 Teil des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Die Region ist heute als Lebensort und Urlaubsziel für ihren Wasserreichtum bekannt. Hervorzuheben sind die zahlreichen Seebäder an der Ostseeküste, vor allem auf den beiden Inseln Rügen und Usedom, sowie die artenreichen Lagunen z. B. im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft mit reichhaltiger Natur. (Wikipedia)