Die HMS Trafalgar liegt im Hafen von Sheerness vor Anker. Hier auf der Isle of Sheppey geht Erich an Bord. — Illustration: Gemälde von Robert Strickland Thomas (1845) / Wikimedia

Friedrich Meister
Friedrich Meister,
Porträt-Zeichnung
aus einem seiner Abenteuerbücher
Reproduktion: Wikimedia

Lebensdaten

Friedrich Meister (geb. 28. Juli 1841 in Baruth/Mark — gest. 10. Januar 1918 in Berlin) war ein deutscher Seeoffizier und Schriftsteller, bekannt für seine See- und Kolonialgeschichten sowie frühe Science-Fiction, die oft auf seinen Erfahrungen eines zehnjährigen Marine-Lebens basierten und Abenteuerromane neu bearbeitete. Er publizierte auch unter Pseudonymen wie Friedrich von Baruth und Karl Held. Zu seiner Zeit wurde der überseeische Handelsverkehr zum größten Teil noch durch Segelschiffe besorgt. Auf solchen Segelschiffen fuhr Friedrich Meister durch alle Meere. Dabei lernte er fremde Länder und Völker kennen. Er bereiste China, Siam, Japan und den Südsee-Archipel bis zur Küste von Neu-Guinea und nördlich davon, die Philippinen. Er war in Westindien, Nord- und Südamerika, England, Italien und Griechenland. Er sah die »Sultansstadt am Goldenen Horn«, das heutige Istanbul, und die Westküsten des Schwarzen Meeres. In Japan erkrankte er an einem Augenleiden, das ihn schließlich dazu zwang, den Seemannsberuf aufzugeben. An Land wusste er zunächst nicht, wovon er leben sollte. Er versuchte dies und das und gelangte schließlich zur Schriftstellerei. (Aus dem Vorwort von „Burenblut“)

Lilly Willigerod wurde wohl 1841 als Tochter eines höheren Beamten in Verden bei Hannover geboren. Sie verlor früh ihre Eltern und erlebte eine Kindheit, die von Krankheit und Entbehrungen geprägt war. In England begann sie für einen Verlag englische Jugendbücher zu übersetzen. Später arbeitete sie in Tirol und schließlich in Meran. Sie starb 1913 in Bozen in Südtirol. (Verlagstext)

Peter M. Frey arbeitet als Autor und Publizist in Süddeutschland. Bei der Digitalisierung und Neufassung der Werke von Friedrich Meister nimmt Peter M. Frey leichte Veränderungen am Originaltext vor, die der Lesbarkeit und der Übertragung in die heutige Zeit geschuldet sind. Ziel ist es, den Charakter des Originals so weit wie möglich zu erhalten. In alphabetisch geordneten Glossaren finden sich Erläuterungen zu Fachbegriffen aus der Seefahrt.

 

Das Buch

Friedrich Meister (Hrsg.): Marine-Jahrbuch für Deutschlands Jugend 1908.
Friedrich Meister (Hrsg.): Marine-Jahrbuch für Deutschlands Jugend 1908.
316 Seiten mit Frontispiz und vielen Illustrationen. Concordia Deutsche Verlags-Anstalt Hermann Ehbock, Berlin W. 30 (1908): »Auch über Kolonien, Laufbahn in der Kriegsmarine, Schlacht bei Tsuschima, Bilder aus dem Marineleben, …«

 

Weitere Werke

Friedrich Meister (1848–1918) war ursprünglich ein Seefahrer der alten Schule. Er fuhr über zehn Jahre zur See und hat dabei viele Abenteuer erlebt, die er dann in seinen Romanen verarbeitete. Meister nutzte seine Zeit auf See, um zahlreiche Geschichten zu verfassen, die das maritime Leben und koloniale Abenteuer darstellten und klassische Werke von Autoren wie Marryat und Cooper bearbeitete. Die Werke von Meister zeichnen sich durch überaus spannende, manchmal sogar gruselige Geschichten aus, die damals wie heute Jung und Alt zu begeistern wissen.

▪ Friedrich Meister: Im Kielwasser des Piraten. Abenteuer zweier ehemaliger Schulkameraden in zwei Weltmeeren und den Wildnissen von Süd-Amerika. Für die reifere Jugend erzählt mit vielen in den Text gedruckten Illustrationen u. acht Vollbildern nach Originalzeichnungen von Adalbert von Rößler. Abel & Müller, Leipzig (1889?/4. Aufl. 1898) — Neuausgabe von Peter M. Frey (Hrsg.). 304 Seiten. BoD – Books on Demand (2017): »Aus dem Inhalt: Am Morgen des folgenden Tages kam Lambertus eilig vom Vorderteil her zum Kapitän gelaufen, der eigenhändig die lange Ruderpinne in die Hand genommen hatte, um das Fahrzeug, das keinen Kompass besaß, zu steuern. „Da ist ein großes Schiff auf Backbord, vier Strich voraus, in Sicht!“, rief er. „Läuft er uns auf, Lambertus?“, fragte der Kapitän. „Ja. Soviel ich erkennen kann, ist es ein Kriegsschiff; was für ein Landsmann aber, das ist noch nicht zu sehen.“ „Nun, gebe der Himmel, dass es einer von unseren amerikanischen Kreuzern ist; dann werden wir die Piratenkutter bald los sein. Ich komme mir hier in dem verdammten Kahn vor, wie eine Katze, der man eine alte Kasserolle an den Schwanz gebunden hat.“«

▪ Friedrich Meister: Kaiser Wilhelm II. Mit einem Lichtdruck und zahlreichen Abbildungen. Ernst Hofmann & Co., Berlin (1894)

▪ Friedrich Meister: Robinson Crusoe. Seine Lebensschicksale, Erfahrungen und Abenteuer. Nach dem englischen Original von Daniel De Foe für die deutsche Jugend bearbeitet von Friedrich Meister. Mit vier Buntbildern nach Originalzeichnungen von Adalbert von Rößler. Abel & Müller Leipzig, (1891)

▪ Friedrich Meister: Die drei Kapitäne. Eine abenteuerliche Seegeschichte. Erzählung für die reifere Jugend. Illustrationen von Friedrich Mühling. 178 Seiten. (1899) — Neuausgabe von Peter M. Frey (Hrsg.): Kindle Ausgabe, 206 Seiten (2017): »Aus dem Inhalt: Da – was war das? Dem Jungen sträubten sich die Haare, und es durchrieselte ihn eiskalt. Denn aus der unverschlossenen Vorluk stieg eine Gestalt herauf, langsam und mühevoll, bleich, in Lumpen gehüllt und so abgezehrt, dass sie beinahe einem wandelnden Gerippe glich. Paul saß ganz starr. Was hatte das zu bedeuten? Woher kam dieser Mann? Während diese Gedanken ihm blitzschnell durch das Hirn flogen, erschien ein zweites Gespenst aus der Vorluk – dann ein drittes, ein viertes und endlich ein fünftes! Fünf zerlumpte Männer, klapperdürr, mit zottigen Haaren und schrecklich hohlen Augen standen an Deck. Paul vermochte sich nicht zu rühren.«

▪ Friedrich Meister: Was der Kapitän erzählt. 476 Seiten. Neuausgabe von Peter M. Frey (Hrsg.) (2017); Kindle Ausgabe (2021): »Aus dem Inhalt: Ja, Helgoland hat einen eigentümlich fesselnden Reiz für alle, die einmal die frische, stärkende Seeluft, das ungezwungene Leben daselbst genossen haben. Niemand vergisst jemals den wunderbaren Anblick, wenn man mit dem Dampfschiff von Bremerhaven oder Hamburg kommend, zum ersten Mal diesen schroffen, viel zerklüfteten, sechsundsechzig Meter hohen Felsen inmitten der unermesslichen Wasserfläche erblickt, der von wilder Brandung umtost, mehr und mehr abbröckelt, und sicher einst einmal ganz von der brausenden Nordsee verschlungen wird. Unzählige Seemöwen und andere hellfarbige Vögel nisten auf den roten Klippen, und flattern in großen Schwärmen über den blaugrünen Wogen hin und her oder setzen sich auf die gewaltigen, phantastisch gestalteten Felskolosse, die vor den anderen Klippen weit vorspringen, oder wie der sogenannte »Mönch«, »die Kanzel«, »der Pastor«, im Lauf der Jahrtausende ganz von der Insel losgerissen sind.«

▪ Friedrich Meister: Burenblut. Bilder aus dem letzten Transvaalkriege. Für die reifere Jugend und die deutsche Familie geschildert. 250 Seiten. Mit einem Frontispiz sowie 4 Tonbildern und 20 Textbildern von Eduard Klingebeil. Abel & Müller, Leipzig (1900)

▪ Friedrich Meister: Gullivers Reisen zu fremden und seltsamen Völkern. Nach Jonathan Swift für die Jugend und die Familie bearbeitet von Friedrich Meister. Illustriert von W. Zweigle, Prof. Hans W. Schmidt und E. Zimmer. Turmverlag Albert Platzek, Leipzig (1904?), 2. Auflage. Volksausgabe. Abel & Müller, Leipzig (1906)

▪ Friedrich Meister: In Seegang und Brise. Salzwassergeschichten. 155 Seiten. Seyfert Verlag, Dresden (1909)

▪ Friedrich Meister: Die Schatzsucher im Eismeer. Eine Abenteuergeschichte von Friedrich Meister (1904) — Neuausgabe von Peter M. Frey (Hrsg.): 176 Seiten. BoD – Books on Demand (2016): »Mitten in einer verlassenen Petroleumstadt treffen die Bernsdorfs auf den alten Seefahrer Jackson, der ihnen, im Sterben liegend, sein Geheimnis anvertraut: Onyxe, Topase und Diamanten, die auf einer Insel in der fernen Arktis verborgen liegen sollen. Die Edelsteininsel zu finden gerät zu einer abenteuerlichen und lebensgefährlichen Fahrt durch das Eismeer und einem Wettlauf mit Piraten, die ebenfalls Anspruch auf den Schatz erheben.«

▪ Friedrich Meister: Gullivers Reisen zu fremden und seltsamen Völkern. Illustriert von Prof. Schmidt und anderen. Abel & Müller, Leipzig (1904)

▪ Friedrich Meister: Späte Heimfahrt – Auf dem Wrack. Zwei Seegeschichten von Friedrich Meister. Ulrich Meyer Verlagsbuchhandlung, Berlin (1905)

▪ Friedrich Meister: Spuk auf der Hallig. (1909): »Mitten auf dem Meer finden Kapitän Jaspersen und seine Mannschaft ein verlassenes Schiff. Kurz darauf beginnt es auf dem Schiff zu spuken.«

▪ Friedrich Meister: Das verschollene Schiff. Eine Seegeschichte (1910): »Ein Handelsschiff auf der Reise von Hamburg nach Melbourne, mit an Bord: Heinrich Rohrpenn, der als Steuermann angeheuert hat. Bevor das Schiff Australien erreicht, wird es von Piraten gekapert – und das Abenteuer beginnt ...« — Neuausgabe von Peter M. Frey (Hrsg.). 168 Seiten. BoD – Books on Demand (2016): »Heinrich Rohrpenn heuert als dritter Steuermann auf einem Hamburger Handelsschiff an. Ziel ist das australische Melbourne. Doch die Reise verzögert sich auf ungeahnte Weise. Piraten kapern das Schiff und Heinrich hat gemeinsam mit seinen Kameraden spannende Abenteuer zu bestehen, bis er wohlbehalten in seine Heimat zurückkehren kann.« — Neuausgabe Kindle: 91 Seiten, Null Papier Verlag, Neuss (2025): »Ein spannendes Seefahrerbuch aus der Zeit der großen Windjammer und Klipper. Heinrich Rohrpenn ist der neue Steuermann auf einem Handelsschiff mit Ziel Melbourne. Doch Piraten kapern das Schiff, und setzen die Besatzung auf einer einsamen Südsee-Insel aus. Heinrich wird zum Helden, als er alles dransetzt, die Gestrandeten zu retten. Das Buch gewährt unterhaltsamen Einblick in den Alltag an Bord der Handelsschiffe zum Ende des 19. Jahrhunderts. Die wichtigsten nautischen Ausdrücke werden in Fußnoten erläutert.«

▪ Friedrich Meister: Der Vampyr. Eine Seegeschichte von Friedrich Meister mit Illustrationen von Ernst Zimmer. Leipzig, Verlag von Abel u. Müller, Leipzig (1911) »Die Mannschaft eines Schiffs muss nicht nur Kriegswirren im Jahr 1849 überstehen, sondern auch Meutereien, Schiffsbruch, ein Abenteuer in den Tropen und Gefangenschaft meistern ...« — Neuausgabe von Peter M. Frey (Hrsg.) 160 Seiten. BoD – Books on Demand (2016): »Der junge Paul Wetter heuert auf der Korvette Wolf an. Die Reise führt die Mannschaft von Hamburg aus ins Mündungsdelta des Kongo, mit dem Auftrag, die dort tätigen Sklavenfänger aufzubringen. Gemeinsam mit seinem Vorgesetzten, Leutnant Langfeld, gerät er in die Gefangenschaft der Ureinwohner. Auf abenteuerliche Weise retten sich die beiden durch die Mangrovenwälder, bis sie endlich auf ihr Schiff zurückkehren können.«

▪ Friedrich Meister: Auf Marschland und Meer. Ein Roman von Friedrich Meister. Verlag moderner Lektüre, Berlin (1913)

▪ Friedrich Meister: Die Seeräuber von Nitti. Erzählungen (1920)

▪ Friedrich Meister: Der Seeteufel. Eine Seegeschichte. Mit zwei mehrfarbigen Illustrationen, einem Umschlag- und Einbandbild nach Zeichnungen von M. Wulff. 191 Seiten. Johannes Knoblauch Verlag, Berlin S. W. (1921) — Neuausgabe 2016. BoD - Books on Demand »Der junge Gert Brand mustert an seinem dreizehnten Geburtstag auf der Bark Käthe an. Auf der Fahrt nach Kalkutta wird das Schiff von Seeräubern gekapert, und auf Kurs in Richtung Südsee gebracht. Es beginnt ein Ringen um Leben und Tod und um die von den Piraten auf einer schwer zugänglichen Felseninsel versteckten Schätze.«

▪ Friedrich Meister: Der Großbauer. Historischer Kriminalroman von Friedrich Meister. Neuausgabe von Peter M. Frey: 376 Seiten. Verlag BoD – Books on Demand (2016): »Historischer Kriminalroman von der Nordseeküste. Mit Spürsinn, Mut und Hartnäckigkeit macht sich die Fischerstochter Bertha Linnewehrt auf die Suche nach dem wahren Mörder des jungen Mannes, der nach einer furchtbaren Unwetternacht - völlig entstellt - aus dem Wasser gezogen wird. Dabei deckt sie ungeheuerliche Intrigen auf.«

▪ Friedrich Meister: Der Seekadett. Eine Seegeschichte von Friedrich Meister. 308 Seiten. Neuausgabe von Peter M. Frey (Hrsg.) BoD – Books on Demand (2017): »Aus dem Inhalt: Wohl war in dem jungen Hallerstein die Besinnung wieder ein wenig aufgedämmert, aber er vermochte auch weiter nichts zu tun, als instinktiv noch weiter auf die Seite zu kriechen, und so wurde er ein willenloser Zeuge des letzten Trauerspiels an Deck des Valdivia. Als sein Blick verzweifelnd rings über den weiten Ozean wanderte, entdeckte er im Lee des Dampfers einen Schoner, der, scharf am Wind liegend, eiligst heranzukommen schien. Er sah, wie der schlanke Bug desselben jetzt aufbäumend im Sonnenlicht glänzte, dann wieder niedertauchend sich bis zu den Ankerklüsen im blendendweißen Wogenschaum vergrub. „Gott sei Dank!“, sagte er zu sich selber. „Der Schoner wird uns Hilfe bringen!“«

▪ Friedrich Meister: Das Sträflingsschiff oder Bernhard Burgdorfs Abenteuer. Neuausgabe von Peter M. Frey (Hrsg.). 196 Seiten. BoD – Books on Demand (2017): »Aus dem Inhalt: Jetzt wurde er sich plötzlich der erstarrenden Kälte des Wassers bewusst. Der Sturm nahm zu, die Seen wurden ungestümer. Sie schmetterten ihre Kämme in sein Antlitz, so dass er minutenlang geblendet wurde; die Fluten wälzten sich über ihn und nahmen ihm den Atem. Er schluckte Wasser zum Ersticken und während er auf Leben und Tod um Atem rang, überkam ihn eine Hoffnungsmüdigkeit, die seiner Natur ganz fremd war. Nicht dass er fürchtete, sich nicht mehr länger halten zu können, aber eine stumpfe Gleichgültigkeit bemächtigte sich seiner. Die Finsternis wurde dichter, eine schwere Bö peitschte die See, Regen und Hagel trafen seinen Kopf wie Schrot aus der Flinte.«

▪ Friedrich Meister: Im schwarzen Fleet. Zwei Erzählungen von Friedrich Meister. Neuausgabe von Peter M. Frey (Hrsg.). 64 Seiten. BoD – Books on Demand (2016): »Schauplatz der Erzählung ist die alte Hansestadt Hamburg. Im schwarzen Fleet, einer der verruchtesten, heruntergekommensten Gassen, lebt Paul, ein ehemaliger Theologiestudent. Er hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, den Menschen dort zu helfen. Sein Vetter Henry, Lebemann und Präsident des berühmten Salanganen-Klubs, unterstützt ihn finanziell, um sein Gewissen zu beruhigen. Als Paul an den Pocken erkrankt, nimmt die Geschichte eine ungeahnte Wendung.«

 

Volltexte im Projekt Gutenberg-DE

▪ Der Spuk auf der Hallig (1909)
▪ Die Schatzsucher im Eismeer (1904)
▪ Das verschollene Schiff (1910)
Im Kielwasser des Piraten (1889?)
▪ Was der Kapitän erzählt (zusammen mit Lilly Willigerod)

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