Der Marktplatz in Eisenach, Stahlstich nach einer Zeichnung von Ludwig Rohbock (1824–1893), ca. 1880 — Illustration: Wikimedia

Gustav Wilhelm Schröer
Gustav Wilhelm Schröer

Foto: kulturstiftung.org


Niemals habe ich mich einen Dichter genannt. Es genügt mir, ein deutscher Erzähler zu sein.

Gustav Schröer

 

Lebensdaten

Gustav Wilhelm Schröer (* 14. Januar 1876 in Wüstegiersdorf, Kr. Waldenburg (Schlesien); † 17. Oktober 1949 in Weimar) war ein deutscher Schriftsteller. (Wikipedia)

 

Das Buch

Gustav Schröer: Heimat wider Heimat.
Gustav Schröer: Heimat wider Heimat.
Roman. 306 Seiten. Umschlagzeichnung von Hans Meid. Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh (1929; 18. Auflage; letzte Auflage dort 1953)

 

Sein Werk veraltete

Deutlich ist Schröers nationale Tendenz – so im Volksbuch vom Thüringer Befreiungskampf gegen Napoleon, Volk im Schmiedefeuer (1934), oder im Weltkriegsbuch Flucht von der Murmanbahn (1917). Schröer, der Schlesier und Wahlthüringer, verschloß sich auch sozialen Problemen nicht – wie sein Buch von den Kämpfen und Nöten arbeitsloser Menschen zeigt (Wir lassen uns nicht unterkriegen, 1934). Und an das schwere Dasein der Thüringer Buckelapotheker und Laboranten im 19. Jahrhundert erinnert Das Schicksal der Käthe Rotermund. Eine seltene Fülle an Menschen und Schicksalen, Gestalten, die uns nicht mehr erreichen – sie sind vergessen und reden womöglich in einer uns nicht mehr vertrauten Sprache. Ein durchaus normales Schriftstellerschicksal, das Schröer zuteil wurde, der einmal von sich sagte: „Niemals habe ich mich einen Dichter genannt. Es genügt mir, ein deutscher Erzähler zu sein.“ Damit hat er wohl selbst seine Grenze abgesteckt. Sein Werk veraltete mit den Maßstäben und dem Geschmack seiner Zeit.

Günter Gerstmann über Gustav Wilhelm Schröer Link