Hier in Güstrow lebte und starb John Brinckman – Blick aus südwestlicher Richtung von der Schanze. — Illustration: Ölgemälde von Robert Otto (1937) / ortschroniken-mv.de

John Brinckman
John Brinckman
auf einem Gemälde von
F. Bognerky im Stadtmuseum Güstrow — Foto: Berth
Brinkmann / John Brinckman Gesellschaft

Lebensdaten

John Brinckman – getauft als John Frederic Brinckmann – (* 3. Juli 1814 in Rostock; † 20. September 1870 in Güstrow) war ein Haus- und Realschullehrer sowie niederdeutscher Schriftsteller. Mit 56 Jahren erlag Brinckman einem Schlaganfall. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Güstrower Friedhof. Der Nachlass von John Brinckman wird in der Rostocker Universitätsbibliothek verwahrt. Mehrere Schulen und Straßen in Mecklenburg wurden nach ihm benannt. 2014 wurde ihm posthum die Ehrenbürgerschaft der Stadt Güstrow verliehen. (Wikipedia)

 

Goldhofers Zeitreise

Goldhofers Zeitreise 33 – John Brinckman (MV1 - Heimat bewegt; 8.7.2014; 14:39 min.)

»Diesmal begibt sich Hans-Jörg Goldhofer auf die Spuren des niederdeutschen Schriftstellers John Brinckman, der 1814 in Rostock geboren wurde.«

 

Plattdütsch Lachen

Plattdütsch gistern un hüt – 2LP's (robotronRS5001; 2.12.2012; 1:56:16 Std.) Mit mehreren Beiträgen von John Brinckman: „Plattdütsch Lachen“, „Dat 's dütsch“, „Vagel Grip“, Aus: „Peter Lurenz bi Abukir“, „Adschüs“

»Auswahl und Zusammenstellung — Wort: Hans Joachim Theil — Musik: Jochen Renz — Regie: Jürgen Schmidt — Tonregie: Karl Hans Rockstedt — In der mecklenburgischen Mundart sind jahrhundertelange Erfahrungen derjenigen Menschen aufgehoben, die diese Sprache gesprochen und auf ihre Weise gepflegt haben: der Fischer und Schiffer, der Häusler, Gutsarbeiter, der Bauern und Handwerker; Plattdeutsch war seinem Charakter nach nicht die Sprache der Gutsbesitzer und Fabrikanten, es war die Sprache der „einfachen Menschen". Das Plattdeutsche ist keine Sprache für komplizierte technische oder soziologische Erläuterungen aber es ist eine Sprache, in der sich ein ursprünglicher Humor, eine volkstümliche Witzigkeit, die schlichte Sinnlichkeit elementarer Seelenregungen vergegenständlicht hat. Es ist die Sprache des Liebesliedes „Dat du min Leewsten büst", des Spottliedes von „Herrn Pastuhrn sin Kauh", der derb-drastischen „Läuschen un Rimels", aber es ist auch die Sprache der rebellischen Verserzählung „Kein Hüsung". — Kurt Batt«

 

Werke

John Brinckman: Kleine Erzählungen II
John Brinckman: Kleine Erzählungen II:
De Generalreeder / Ümmer prompt un praktisch / Ut den Doemelklub / Kleinere Stücke und Bruchstücke. 230 Seiten. Herausgegeben von der Arbeitsgruppe der Plattdeutschen Gilde zu Rostock. [John Brinckmans Plattdeutsche Werke, 4. Band]. Verlag Julius Abel, Buchdruckerei- und Verlagsgesellschaft m. b. H., Greifswald (1929)

Kasper Ohm un ick (Rostocker Lausbubenstreiche, Erinnerungen an Brinckmans Kindheit, 1855–1868) (Volltext 2. Aufl. ⋙ Link)

Vagel Grip (Gedichtband, 1859) (Volltext ⋙ Link)

Voß un Swinägel (Fuchs und Igel; Erzählungen, 1854)

Peter Lurenz bi Abukir (eine heitere Seefahrerstory, 1868)

Höger up (die Geschichte eines armen Güstrower Bauernkindes, aus dem durch Glück und Geschick ein Ritter des Herzogs wird, 1885)

Mottche Spinkus un de Pelz (eine spaßige Erzählung über Güstrower Juden, 1886)

Von Anno Toback … (ein Rostocker Seefahrerroman)

▪ Kurt Batt gab 1976 Brinckmans Werke in zwei Bänden im Hinstorff Verlag Rostock heraus.

 

Klippschule

Winkelschulen, auch Heckschulen oder in Norddeutschland Klippschulen genannt, waren nicht anerkannte, privat organisierte, deutschsprachliche Volksschulen, die seit dem späten Mittelalter in den Niederlanden und in Deutschland aufkamen. Die ersten Winkelschulen entstanden in Städten und größeren Handelszentren. Der Besuch war kostenpflichtig und konnte bar oder in Naturalien beglichen werden, jedoch befanden sich diese Schulen anders als die sog. Bei- oder Nebenschulen außerhalb des staatlichen Schulgeldsystems.

Etymologie

Die Winkelschulen erhielten diesen Namen, weil sie in ehemaligen Ladenräumen eingerichtet wurden (ndl. winkel „Laden“, vgl. auch die Wortbildung Schülerladen für privat organisierte Horteinrichtungen). Durch volksetymologische Umdeutung des niederländischen Lehnworts erhielt diese Bezeichnung die Konnotation des versteckten Wirkens und damit der Illegalität. Die Vorsilbe Klipp- steht im Niederdeutschen für Klein-, also „Kleinschule, Schule für die Kleinen“, vgl. Klippschulden, Klippkram.

Schulischer Alltag

Das Lehrpersonal (sogenannte Winkelmeister oder Klippmeister) verfügte im Allgemeinen weder über fachspezifische noch pädagogische Kenntnisse. Entsprechend vermittelten Winkelschulen in erster Linie sehr elementares Basiswissen durch Auswendiglernen, vor allem Grundkenntnisse in Lesen und Schreiben. Vorherrschend und akzeptiert war (wie in den damaligen öffentlichen Schulen auch) die Anwendung der Prügelstrafe. Auch Platznot und das Nebeneinander von mehreren Altersstufen prägten das Bild.

Schlechter Ruf

Die abwertende Einschätzung der Klippschule rührt aus der Zeit, als Winkel- und Klippschulen bereits veraltet und im Niedergang begriffen waren. Auf der anderen Seite muss aber anerkannt werden, dass diese Privatschulen in der Neuzeit durchaus ihren Teil zur Alphabetisierung des damaligen Bürgertums – und in geringerem Ausmaß auch der Bauern – beigetragen haben.

Redensarten

▪ „Das ist Klippschule“: Das sollte eigentlich Grundlage sein, darüber braucht man nicht mehr zu reden.

▪ „Klippschulwissen“: elementares Allgemeinwissen, häufig noch mit Verständnisfehlern durchmischt

▪ „Klippschüler“: Hauptschüler (neuzeitlich)

▪ „hier geht’s ja zu wie auf der Klippschule“: Es herrschen pädagogisch erbärmliche Zustände; für die Vermittlung von Respekt wird mehr Aufwand getrieben als für die Vermittlung von Inhalten. (Wikipedia)

 

»Karte der deutschen Mundarten»
»Karte der deutschen Mundarten» — Illustration: Brockhaus Konversationslexikon, 14. Aufl, Bd. 5, Leipzig 1892 / Wikimedia — Vergrößern ⋙ Link

Plattdeutsch

Als niederdeutsche Sprache (auch Plattdeutsch genannt, regionale Eigenbezeichnungen Plattdütsch, Plattdütsk, Plattduitsch u. a. oder kurz Platt) werden heute zumeist die westgermanischen Sprachformen mit Standardhochdeutsch als Schrift- und Dachsprache bezeichnet, während das Niedersächsische in den Niederlanden (Nedersaksisch) Standardniederländisch als Schrift- und Dachsprache hat. Das heutige Niederdeutsch ist aus den alten sächsischen Mundarten (Altsächsisch) des Altniederdeutschen entstanden. Sein ursprüngliches Sprachgebiet ist der Nordwesten des heutigen Deutschland und der Nordosten der heutigen Niederlande. Die Kurzformen Plattdeutsch oder Platt findet man auch beim Niederfränkischen und tlw. auch bei den mitteldeutschen Mundarten, etwa dem Nordhessischen, die aber den Hochdeutschen Dialekten zuzuordnen sind. Die niederdeutschen Dialekte weisen aufgrund ihrer gemeinsamen Herkunft aus der Gruppe der nordseegermanischen Sprachen Ähnlichkeiten mit dem Englischen und den Friesischen Sprachen auf. (Wikipedia)

 

Brinckman Gesellschaft

Die John-Brinckman-Gesellschaft e.V. wurde am 6. Februar 1990 in Hamburg gegründet. Ziel der Literaturgesellschaft war die Pflege, Bewahrung, Neuentdeckung und Erforschung des Gesamtwerkes des niederdeutschen Dichters John Brinckman. Der Verein machte sich zur Aufgabe, Werk und Biographie Brinckmans in schriftlicher und mündlicher Form wieder zugänglich zu machen. Die Gesellschaft entstand auf Initiative von Margarete Block-Jakobs, Hanstedt (Nordheide), die auf der Gründungsversammlung auch zur ersten Vorsitzenden gewählt wurde. Im Jahr 2000 beschloss die Mitgliederversammlung die Verlegung des Sitzes der Gesellschaft nach Güstrow. Ab März 2000 war Wolfgang Siegmund, Jürgenstorf, Vorsitzender der Gesellschaft. Die Gesellschaft wurde 2020 aufgelöst. (Wikipedia)

▪ Über die Auflösung informiert der Güstrower Anzeiger in dem Artikel „Ende für John-Brinckman-Gesellschaft“ am 25. März 2020 Link