Großtaten und Meisterstücke
Die eisernen Engel
Der Journalist Walther Kiaulehn verfaßte ein populäres Standardwerk zur Technikgeschichte. Es inspirierte Hannes Hegen für seine Mosaik-Comics.
Der Gegenwart. — 10. Dezember 2025 — Nach einem Zufallsfund in der Bücherzelle.
Walther Kiaulehn absolvierte eine Lehre als Elektromonteur und wurde anschließend Journalist. 1924 arbeitete er beim Berliner Tageblatt, von 1930 bis 1933 bei der B.Z. am Mittag. Sein journalistisches Kürzel damals war Lehnau, ein verkürztes Anagramm.
Ende der 1930er Jahre arbeitete er als gelegentlicher Sprecher der Deutschen Wochenschau und vieler NS-Kulturfilme. 1939/40 war er Soldat. Von 1940 bis 1943 diente er in einer Propagandakompanie als Berichterstatter z. b. V. (zur besonderen Verwendung) mit Sonderstatus für die propagandistische NS-Auslandsillustrierte Signal in Frankreich, Belgien, den besetzten Gebieten der UdSSR und auf dem Balkan. 1943 wurde er vom Propaganda-Ministerium für Drehbucharbeiten zu NS-Kulturfilmen unabkömmlich („uk“) gestellt.
Kiaulehn wurde 1947 vom französischen Autor und Résistancekämpfer Vercors seine Mitarbeit „im verbreitetsten Hitlerorgan während der deutschen Besetzung in Frankreich“ vorgeworfen. Andererseits erhielt Kiaulehn während des Dritten Reichs wegen kritischer Artikel aber auch Berufsverbot.
Nach 1945 zog Kiaulehn nach München. Dort arbeitete er zuerst als Schauspieler und als Kabarettist. Er spielte u. a. an der „Kleinen Komödie“ und im „Volkstheater“. 1946 spielte er in einem Programm des Kabaretts „Die Schaubude“, das er auch gleichzeitig conferierte. Er bestritt gemeinsam mit Werner Finck und Hellmuth Krüger „Das Schmunzelcolleg“. Nebenbei spielte er in verschiedenen Nachkriegsfilmen.
Seine anfänglichen Versuche, bei der Neuen Zeitung journalistisch wieder Fuß zu fassen, scheiterten zunächst am Widerstand von Hans Habe, obwohl er von Erich Kästner protegiert wurde. Erst nach Habes Ablösung hatte Kiaulehn Erfolg. Anfang der 1950er Jahre wurde er Feuilletonchef beim Münchner Merkur, wo er bis zu seinem Tod 1968 als leitender Redakteur und Theaterkritiker arbeitete.
Textgrundlage: https://de.wikipedia.org/wiki/Walther_Kiaulehn
* * *
Eine Hauptquelle für das Mosaik von Hannes Hegen
Die eisernen Engel ist ein 1935 erschienenes Buch von Walther Kiaulehn, welches eine der Hauptquellen zu den Heften der Erfinder-Serie des Mosaik von Hannes Hegen darstellt. Das Buch behandelt die Erfindung der Maschine und deren Nutzbarmachung durch den Menschen. Es ist in zahlreichen Auflagen erschienen und war bis in die 50er Jahre hinein ein bedeutendes und auch weit verbreitetes Standardwerk zur Geschichte der Mechanisierung. Der Band enthält neben ausführlichen Beschreibungen zur Entwicklung und Wirkweise früher Geräte und Maschinen auch eine Reihe von Anekdoten und Geschichten, die in die Mosaik-Handlung integriert wurden. Zahlreiche Abbildungen wurden, deutlich erkennbar, für die Hefte adaptiert, darunter alte Stiche von historischen Begebenheiten und Personen sowie Abbildungen von Maschinen und schematische Darstellungen ihrer Wirkungsweise. Bereits kurz nach dem Erscheinen der ersten Hefte der Erfinder-Serie wurde von einigen Mosaik-Lesern die Ähnlichkeit zahlreicher Buchabschnitte zur Hefthandlung erkannt, so dass das Werk bei vielen Sammlern der DDR schon bald als eine gesuchte, nur antiquarisch zu erwerbende Rarität galt. Teilweise wurde es sogar von mosaik-lesenden Physiklehrern, aufgrund dieser Nähe, ihren Schülern empfohlen.
Weiterlesen im MosaPedia ⋙ Link

Walther Kiaulehn sah ungefähr so aus.
Foto: Gegenbild mit Adobe Firefly
Lebensdaten
Walther Kiaulehn (* 4. Juli 1900 in Berlin; † 7. Dezember 1968 in München) war ein deutscher Journalist und Schriftsteller. (Wikipedia)
Das Buch

Walther Kiaulehn: Die eisernen Engel. Geburt, Geschichte und Macht der Maschinen von der Antike bis zur Gegenwart. Mit 101 Abbildungen im Text und auf Tafeln. 334 Seiten. Deutsche Buch-Gemeinschaft G.m.b.H., Berlin (Copyright 1935 by Ullstein A.G., Berlin)
Die Werke
◾Lehnaus Trostfibel und Gelächterbuch. Feuilletons. Ernst Rowohlt, Berlin 1932. (Das Buch wurde 1933 von den Nationalsozialisten verboten und beschlagnahmt.)
◾Die eisernen Engel. Geburt, Geschichte und Macht der Maschinen von der Antike bis zur Goethezeit. Deutscher Verlag, 1935.
◾Lesebuch für Lächler. Ernst Rowohlt, Hamburg 1938.
◾Feuerwerk bei Tage. Ernst Rowohlt, Hamburg 1948.
◾Berlin. Schicksal einer Weltstadt. Biederstein, München 1958, 1969, C. H. Beck, München 1997.
◾Rüdesheimer Fragmente. Zeichnungen von Heinrich Luckner. Ernst Staneck, Berlin 1961.
◾Mein Freund der Verleger. Ernst Rowohlt und seine Zeit. Rowohlt, Reinbek 1967.
◾Detlef Bluhm (Hrsg.): Lob der stillen Stadt. Feuilletons aus den Veröffentlichungen von 1932 bis 1938. Fannei & Walz, Berlin 1989 (Wiederauflage des Titels von 1932; Reprint: Berlin, Lob der stillen Stadt. Schöffling, Frankfurt 1998)
◾Der richtige Berliner in Wörtern und Redensarten. Verfaßt von Hans Meyer und Siegfried Mauermann, bearbeitet und ergänzt von W. Kiaulehn. 12. Auflage. Nach der Neuausgabe 1985. Verlag C.H. Beck, München 1996.
MosaPedia
»Die MosaPedia ist eine online-Enzyklopädie zum Mosaik, der langlebigsten deutschen Comiczeitschrift. Hier werden alle Informationen rund um Digedags und Abrafaxe gesammelt: Hefte, Figuren, Schauplätze, Alben, Onepager, Sekundärliteratur, Mitarbeiter, Fanclubs. […] Um die MosaPedia ideell und finanziell zu unterstützen wurde 2007 der Verein MosaPedia e.V. gegründet. Dieser ist auch für die Herausgabe einiger Publikationen im Namen der MosaPedia verantwortlich. Die Vereinsmitglieder erhalten eine Mitgliedsurkunde.« (Mosapedia ⋙ Link)