Argumente & Lagebericht
Warum geht es der deutschen Autoindustrie nicht mehr gut?
Fahrzeuge von VW, BMW, Audi, Porsche und Mercedes waren auf der ganzen Welt gefragt. Mit der Klimarettung und dem Verbrennerverbot endet eine jahrzehntelange Erfolgsgeschichte. Die Analyse von Dipl.-Ing. Klaus Ridder
Der Gegenwart. — 7. Januar 2025
Von KLAUS RIDDER | Der deutschen Autoindustrie, die Jahrzehnte eine Schlüsselrolle in der deutschen Industrie hatte, geht’s nicht mehr so gut. Ursachen für die Misere werden herbeigeredet und je nach Zugehörigkeit zu einer Partei oder gar einer Interessengemeinschaft oder gar einer der vielen sog. Umweltschutzorganisationen, hat man schnell das Ergebnis: Die deutschen Autobauer haben sich nicht rechtzeitig auf die neuen globalen Herausforderungen eingestellt. Ist das so? ich versuche mal, auf alles eine (andere) Antwort zu finden.
Ausgangslage nach 1945
Nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg lag Deutschland in Schutt und Asche – doch die Deutschen waren fleißig, ehrgeizig und nicht dumm. Deutschland stand auf – man sprach von einem Wirtschaftswunder. Waren es anfangs Motorräder, die man sich leisten konnte (Maico, Zündapp, NSU, BMW, Dürkopp, Horrex, …), so waren es nach der Motorradzeit schon Kleinwagen (Zündapp-Janus, BMW-Isetta, Heinkel-Kabinenroller, Lloyd, …). Auch im internationalen Motorsport waren deutsche Fabrikate vorne mit dabei, NSU wurde 5x Weltmeister und Mercedes gewann mit dem Argentinier J.M. Fangio sogar 1954 und 1955 die F1-Weltmeisterschaft.
Mit der deutschen Autoindustrie ging es rasant aufwärts, wenn auch dabei das Bremer Privatunternehmen Borgward auf der Strecke blieb. Das lag nicht an den tollen Autos, sondern wohl mehr an den nicht vorhandenen kaufmännischen Fähigkeiten des Besitzers Carl F.W. Borgward. Übrigens, auch BMW in München hatte Probleme, wurde aber vom Freistaat Bayern gerettet.
Immer weiter auf der Erfolgsschiene
Volkswagen stieg zum größten Autokonzern der Welt auf. Audi steigerte sich vom 2-Takter DKW 3=6 hoch zu Premiumautos. BMW baute schon in den 50er Jahren mit der Sportlimousine 507 ein Auto, das (fast) jeden Schönheitswettbewerb gewann. Mercedes baute hochklassige Staatskarossen und auch prestigeträchtige Autos der Oberklasse. Einzigartig bis heute ist die Geschichte der Porsche Sportwagen aus Stuttgart. Begleitet durch motorsportliche Erfolge auf den Rennpisten der Welt erreichte Porsche eine wohl einmalige Zustimmung unter den Sportfahrern in aller Welt.
Es ging also immer bergauf. Mal davon abgesehen, dass in Japan vor allem mit Toyota ein Automobilriese entstand, der auch Volkswagen überholte. Gleichwohl waren deutsche Autos, insbesondere solche der Oberklasse von BMW, Audi, Porsche und Mercedes, auf dem Weltmarkt gefragt.
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Dipl.-Ing. Klaus Ridder
Foto: Archiv Ridder
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Dipl.-Ing. Klaus Ridder
Der Autor
Klaus Ridder (* 4.8.1941 in Hannover) ist ein deutscher Sachbuchautor. Er erlernte zunächst den Beruf des Kraftfahrzeugmechanikers. Nach einem Praktikum im Flugzeugbau studierte er Fahrzeugbau an der Fachhochschule Köln. Nach dem Studium war er bei der Deutschen Bundesbahn und später im Bundesministerium für Verkehr (BMfV) für den Kraftfahrzeugeinsatz zuständig. Dort sammelte er Erfahrungen bei Schwerlasttransporten bis hin zum Einsatz von Ministerfahrzeugen.
„Gefahrgut Handbuch“
Ab 1973 arbeitete er im BMfV als Experte für den Transport gefährlicher Güter. Seit 1978 ist sein „Gefahrgut Handbuch“ mit über 300 Ergänzungslieferungen erschienen. Mittlerweile ist das Werk zu einem umfangreichen Kompendium mit zehn Bänden und über 5000 Seiten Inhalt angewachsen. Klaus Ridder arbeitete bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2001 im BMfV und war in vielen nationalen und internationalen Gremien, die sich mit Gefahrguttransporten befassen, tätig.
Schifffahrt und Atomenergie
Klaus Ridder war Chairman bei der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt in Straßburg, bei der Wirtschaftskommission für Europa in Genf sowie bei der Internationalen Atomenergie-Organisation in Wien und hat unzählige Fachvorträge in aller Welt gehalten (u. a. in São Paulo, Yokohama, New Orleans, Washington, Moskau, Kiew, Merida, Zielona Góra, Strasbourg, Wien, Paris, Den Haag, Zürich, Antwerpen, Maastricht und Colombo). Unter seiner Präsidentschaft wurde 1993 das revidierte ADN (= Europäisches Übereinkommen über die Beförderung gefährlicher Güter auf Binnenwasserstraßen) in Genf fertiggestellt. Er leitete nach seiner Pensionierung bis 2015 weiterhin die Münchner Gefahrgut-Tage sowie bis 2019 die Internationalen Binnenschifffahrts-Gefahrgut-Tage und moderierte die Gefahrgut-Sicherheitstage am Nürburgring.
Motorsport
Klaus Ridder beschäftigt sich seit seiner Jugend mit dem Motorsport und hat zwei Bücher über den Nürburgring veröffentlicht. Von seinen Bildern aus 60 Jahren Motorsportfotografie gab es Ausstellungen im BMfV, im Rennsportmuseum am Nürburgring, in den Filialen der Kreissparkassen des Rhein-Sieg-Kreises sowie beim Caracciola-Club in Remagen. Er hält Vorträge über rennsportliche Themen am Nürburgring sowie bei Motorsport-Events. Er war Pressesprecher der Initiative „Freunde des Nürburgrings e.V.“ sowie kurzfristig Vorsitzender der „Gräflich Berghe von Trips´sche Sportstiftung zu Burg Hemmersbach“.
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Klaus Ridder befasst sich privat mit Fragen der Energie und Umwelt und ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Energie und Umwelt – Die Realisten“. Er schrieb: „Es gibt bis heute keinen wissenschaftlichen Hinweis, dass der erhöhte CO₂-Ausstoß für den Klimawandel verantwortlich ist.“
Motorjournalismus
2013 wurde Ridder vom Verband der Motorjournalisten (VdM) auf der Essener Motorshow für seine Verdienste um den Motorjournalismus mit der Johny-Rozendaal-Uhr ausgezeichnet. Auf der Homepage der Ortsgemeinde Helstorf (Stadt Neustadt a. Rbge.-Landkreis Hannover) veröffentlicht Klaus Ridder regelmäßig Jugenderinnerungen. (Wikipedia)
Webseite von Klaus Ridder – privat ⋙ Link
Webseite von Klaus Ridder – Motorsport ⋙ Link
Webseite Arbeitsgemeinschaft Energie und Umwelt (AG E+U) ⋙ Link