Politiker lachen über ihr Volk: Hans Eichel, Gerhard Schröder, Angela Merkel, Edmund Stoiber, Guido Westerwelle; Skulptur: Peter Lenk (2010) — Foto: Frank Vincentz/Wikimedia

Positive Wirkungen

Lachen hat positive Wirkungen, was in der Redewendung „Lachen ist gesund“ zum Ausdruck kommt. Beim Lachen werden Herz-Kreislauf-System, Zwerchfell und Bauchmuskeln stark angeregt, was zu einer Art innerer Massage des Unterbauchbereichs führt. Durch die Ausschüttung von Hormonen wird das Immunsystem gestärkt und dadurch auch Krankheiten vorgebeugt. Sogar die Schmerzempfindung wird verringert. Studien der Gelotologie ergaben, dass Schmerzpatienten nach nur wenigen Minuten Lachen eine Erleichterung erfahren, die mehrere Stunden anhalten kann. Dies geschieht auch durch körpereigene entzündungshemmende Stoffe, die vermehrt produziert werden.

Lachen als Therapie

Durch Lachen kann der Heilungsprozess bei bestimmten Krankheiten gefördert werden. Dabei macht man sich das mit dem Lachen verbundene gesteigerte Wohlbefinden zunutze, das zum Stressabbau und damit zur Verbesserung des Allgemeinbefindens der Patienten beiträgt. Vor allem auf Kinderstationen werden gute Erfahrungen mit regelmäßigen Auftritten von Klinikclowns gemacht. Die Idee des Lachyoga basiert auf der heilsamen Wirkung des Lachens. Durch Lachen kann man bei manchen Krankheiten den Heilungsprozess fördern.

Nebenwirkungen

Neben den vielen positiven Effekten kann Lachen unter besonderen Umständen negative Effekte auf den Körper haben. Bei Störungen mit unkontrollierbaren Lachanfällen ist Vorsicht geboten.

Die mit heftigem Lachen verbundene körperliche Anstrengung kann bei Personen, die sonst wenig lachen, zu Schmerzen und Muskelkater in den beanspruchten Muskelbereichen führen. Bei heftigem Lachen kann es zu Stressinkontinenz, Hernien und Blutergüssen (Hämatom) im geraden Bauchmuskel kommen. Lachen kann auch Kopfschmerzen, eine plötzliche Bewusstlosigkeit (Synkope) und plötzliche Muskelschwäche (Kataplexie) auslösen. In der Lunge kann es im Extremfall zu einem Pneumothorax oder einem interlobulären Emphysem kommen. Beim Lachen während des Essens besteht die Gefahr, sich zu verschlucken (Aspiration).

Als zwanghaftes Lachen oder als Lachkrampf kann das Lachen außerdem im Zusammenhang mit psychischen Störungen oder nervösen Erkrankungen stehen. Bei einer Tetanus-Erkrankung (Wundstarrkrampf) und/oder einer Strychnin-Vergiftung kann es zu einem „sardonisches Grinsen“ (Risus sardonicus) kommen, einer krankhaften Kontraktion der mimischen Muskulatur. (Wikipedia)

 

Fälle des Lachtodes

Der Tod durch Lachen (selten auch: Lachtod) wurde bis zum 19. Jahrhundert als seltene Todesart beschrieben. Tatsächlich kann Lachen der Auslöser für Todesfälle sein, diese sind dann allerdings durch bereits vorliegende Krankheiten bedingt. In der Regel kommt es dabei zu Herzstillstand oder Ersticken (Asphyxie), die durch einen Lachanfall oder einen Affektkrampf ausgelöst werden. Bereits seit der Antike berichtete Vorfälle des plötzlichen Todes durch explosionshaftes oder andauerndes Lachen allein sind als Legenden und Anekdoten zu qualifizieren.

Redewendung

Die im deutschsprachigen Raum übliche umgangssprachliche Redewendung „sich totlachen“ (auch: „sich halb totlachen“) wird verwendet, wenn ausgedrückt werden soll, dass ein Vorgang oder eine Aussage als besonders lustig oder auch lächerlich empfunden wird. Der Ausdruck findet im englischen und französischen Sprachraum eine Entsprechung in der Formulierung „to die laughing“ oder „to die of laughter“ bzw. „mort de rire“. Diese Formulierungen zeigen in humoristischer Form überspitzt, dass das Lachen viele Muskeln im Körper stimuliert (vor allem das Zwerchfell), was bei langanhaltenden Lachanfällen als schmerzhaft empfunden werden kann. Auf dem Zusammenhang beruht wahrscheinlich der Ausdruck: „Sich den Bauch vor Lachen halten“.

Antike

▪ Nach Sextus Pompeius Festus lachte sich Zeuxis von Herakleia beim Betrachten eines eigenen Gemäldes zu Tode.

▪ Philemon der Ältere soll sich über einen frechen Esel totgelacht haben.

▪ Nach Diogenes Laertius lachte sich auch Chrysippos von Soloi über einen frechen Esel tot.

15. bis 19. Jahrhundert

▪ Im Jahr 1410 soll König Martin I. von Aragon an einer Verdauungsstörung (Indigestion) und einem unkontrollierten Lachausbruch verstorben sein.

▪ Pietro Aretino soll nach einer Legende am 21. Oktober 1556 während eines Lachanfalles vom Stuhl gefallen sein und sich dabei das Genick gebrochen haben.

▪ 1825 berichtete Lenhossek aus zweiter Hand über einen Mann, der als Zuschauer eines Lustspiels einen Lachkrampf erlitten habe und dabei plötzlich gestorben sei.

▪ 1843 wurde aus Prag berichtet, eine über hundert Jahre alte Frau sei bei der Betrachtung ihrer neuen Frisur im Spiegel in ein andauerndes Lachen verfallen und dabei plötzlich gestorben.

▪ Der Landwirt Wesley Parsons soll 1893 in Laurel (Indiana) an Erschöpfung gestorben sein, nachdem er einen fast einstündigen Lachanfall und anschließend zwei Stunden lang einen Schluckauf erlitten hatte.

20. Jahrhundert

▪ 1920 las ein 54-jähriger Jagdhunde-Ausbilder in Sydney Anzeigen in einer fünf Jahre alten Zeitung und fand den Unterschied der seinerzeit annoncierten Preise zu denen des Jahres 1920 so komisch, dass er in hemmungsloses Lachen ausbrach und dabei starb. Ein Arzt bescheinigte als Todesursache Herzversagen aufgrund exzessiven Lachens.

▪ Der 50-jährige Alex Mitchell, ein Maurer aus King’s Lynn in Norfolk, starb 1975 bei einem 30-minütigen Lachanfall, den er beim Sehen der britischen Comedy-Fernsehserie The Goodies (Episode: The Kung Fu Kapers) erlitt. Die Witwe des Verstorbenen schrieb später an die Hauptdarsteller der Comedyshow, um ihnen für das fröhliche Lebensende ihres Mannes zu danken. Nachdem im Jahr 2012 bei einer Enkeltochter das seltene, vererbbare Long-QT-Syndrom diagnostiziert wurde, vermuten Experten heute, dass diese Herzrhythmusstörung der Grund für den Tod Mitchells war.

▪ Ole Bentzen, ein 56-jähriger dänischer Hörgeräteakustiker, verstarb 1989 an einem Lachanfall, während er sich den Film Ein Fisch namens Wanda ansah. (Wikipedia)