Echter Lorbeer (Laurus nobilis) in »Köhler's Medizinal-Pflanzen in naturgetreuen Abbildungen« von 1887 — Illustration: Biodiversity Heritage Library/Wikimedia

Hautpartien abgeheilt

Lorbeerkernöl hatte ich mir aus der Türkei mitgebracht und es erwies sich in seiner Wirkung tatsächlich in Übereinstimmung mit den Lobpreisungen des Verkäufers, da es offensichtlich entartete Hautzellen gezielt abtötet. a) An meinem Hinterkopf befand sich ein dicker, keratinischer Belag, den ich täglich mit einem Tropfen des Kernöls benetzte, bis er nach zwei Monaten abfiel. b) Das gleiche Verfahren und Resultat mit zwei größeren Warzen, die sich auf meiner Stirn herausgebildet hatten. c) Gerötete und leicht juckende Hautpartien im Gesicht entzündeten sich nach abschnittsweiser Behandlung mit Kernöl, heilten danach ab und sehen jetzt gesund aus.

N. N.

 

Aus den gepressten Lorbeeren wird das Lorbeeröl gewonnen.
Aus den gepressten Lorbeeren
wird das Lorbeeröl gewonnen.
Foto: SABENCIA Bertu Ordiales/Wikimedia

Fakten & Daten

Der Echte Lorbeer (Laurus nobilis), auch Edler Lorbeer oder Gewürzlorbeer, kurz auch Lorbeer, genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lorbeeren (Laurus) innerhalb der Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae). Sie wird als Heil- und Gewürzpflanze verwendet. Der Name leitet sich über mittelhochdeutsch lōrber (für Lorbeere, die Frucht des Lorbeerbaumes) und althochdeutsch lōr(beri) von gleichbedeutend lateinisch laurus ab. Die Erstveröffentlichung von Laurus nobilis erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 369. Auch die als Gewürz verwendeten (getrockneten) Laubblätter vom Echten Lorbeer werden Lorbeer genannt. Mit „Lorbeeren“ wird auch die mit dem Lorbeerkranz verliehene Würdigung einer Leistung bezeichnet.

Vegetative Merkmale

Der Echte Lorbeer ist ein immergrüner Strauch oder Baum und kann Wuchshöhen bis über 10 Meter erreichen. Die Borke ist glatt und gräulich. Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert und duften, wenn man sie reibt, aromatisch. Der Blattstiel ist nur kurz. Die einfache, ledrige, kahle bis schwach behaarte Blattspreite ist bei einer Länge von 5 bis 12 Zentimetern elliptisch, lanzettlich bis verkehrt-eiförmig, seltener eiförmig und an beiden Enden spitz, seltener stumpf. Die Blattspreiten sind mit Drüsen besetzt und die Oberseite ist glänzend. Der Blattrand ist ganz aber oft leicht gewellt.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von April bis Mai. Die kleinen, grün-gelben oder auch weißlichen Blüten stehen in achselständigen, büscheligen doldigen oder sehr kurzen, traubigen bis rispigen Blütenständen. Der Blütenstiel ist kurz. Die weich behaarten und zweizähligen Blüten mit einfacher Blütenhülle sind meist getrenntgeschlechtlich zweihäusig diözisch, allerdings kommen auch zwittrige Blüten vor. Die vier Tepalen stehen in zwei Kreisen. Die männlichen Blüten besitzen meist zehn bis zwölf Staubblätter und ein Pistillode kann vorkommen. Die Staubblätter in den inneren Kreisen besitzen zwei Drüsen an ihrer Basis. Die weiblichen Blüten enthalten einen oberständigen, einfächerigen Fruchtknoten mit kurzem Griffel und dreikantiger Narbe; meist gibt es daneben vier verkümmerte Staubblätter (Staminodien) mit zwei Drüsen. Es ist ein kleiner Fruchtbecher vorhanden. Die einsamigen, glatten, glänzenden, bei Reife blau-schwarzen bis schwärzlichen Beeren sind bei einer Länge von 1 bis 1,8 Zentimeter eiförmig bis ellipsoid.

Ökologie

Blütenbesucher sind u. a. die Honigbiene, die Furchenbiene (Halictus calceatus) und die Schlupfwespe (Bassus laetatorius). Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 2 (schattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch). (Wikipedia)