Punkte auf der Landkarte
Memmingen
Die frühere Reichsstadt in Bayern wurde durch die Zwölf Artikel von 1525 bekannt, die erste Niederschrift von Menschenrechten.
Der Gegenwart. — 6. Mai 2026
Neue Wendung im Fall des ermordeten 14jährigen Jermaine B. in Memmingen: Der erschossene mutmaßliche Täter hätte sich gar nicht in Deutschland aufhalten dürfen. Er stammte aus dem Westjordanland, sein Asylantrag war abgelehnt worden. […] Der Tatverdächtige ist laut Staatsanwaltschaft in Abu Qash geboren, einem Ort im israelisch besetzten Westjordanland. Die Behörden waren aber nicht imstande, die Nationalität des Asylbewerbers zu klären. Der Migrant hatte keinen Pass. Deswegen erteilten sie ihm eine Duldung und schoben ihn nicht ab. Dabei war der 37jährige bereits vorher polizeibekannt und zweimal rechtskräftig zu Geldstrafen verurteilt worden: vor kurzem wegen unerlaubten Aufenthalts ohne Pass und zuvor wegen Sachbeschädigung. […] Das 14jährige Opfer galt seit Sonnabend zunächst als vermisst. […] Beamte fanden die Leiche in einem leerstehenden, verfallenen Haus. Bei der Fahndung nach dem Täter stießen sie am Montagabend auf den abgelehnten Asylbewerber. Als sie den Mann festnehmen wollten, ging er mit einem Messer auf die Beamten los. Daraufhin eröffnete ein Polizist das Feuer. Der 37jährige erlag dem Schuss aus der Dienstwaffe. (fh)
JF-Online: »Trauer in Memmingen / Abgelehnter Asylbewerber tötet 14jährigen«, 6. Mai 2026 ⋙ Link
Die erste Besiedlung bereits in der Steinzeit ist durch Funde an der Iller bei Ferthofen belegt. Erste Baufunde stammen aus der Römerzeit. Vermutlich befand sich dort ein kleiner Wacht- und Siedlungsposten. Hierfür kommen zwei Namen, Cassiliacum oder Viaca, in Betracht. Reste der Siedlung befinden sich unter der St.-Martins-Kirche und dem Antoniterkloster. Ob nach Abzug der Römer ein neuer Herr die Siedlung übernahm, ist nicht feststellbar. Da der Einflussbereich des Klosters St. Gallen kurz vor Memmingen endete, müssen vor allem im Kloster Augsburg Unterlagen über die Fluren vorhanden gewesen sein. Durch die mehrmalige Zerstörung der Augsburger Bibliothek gingen Dokumente verloren. Aufgrund der Endung -ingen kann allerdings von einer Namensgebung um das 4. und 5. Jahrhundert ausgegangen werden. Ziemlich sicher ist, dass im 5. Jahrhundert eine alemannische Siedlung gegründet wurde. Ab dem 7. Jahrhundert wird ein fränkischer Königshof vermutet. Damals könnte eine erste Kirche erbaut worden sein. Unter der Frauenkirche befinden sich Reste romanischen beziehungsweise frühromanischen Baustils. Der Name Memmingen ist vermutlich auf einen Königshof bei der Siedlung des Mammo zurückzuführen. Im Laufe der Zeit verschwand die Siedlung und nur der Name blieb erhalten.
Durch die Salzstraße von Böhmen, Österreich und München nach Lindau und die Straße von Norddeutschland in die Schweiz und nach Italien erlangte der Handelsposten zunehmende Bedeutung. Erstmals erwähnt wurde der Ort Mammingin im Jahre 1128 in einer im Kloster Ochsenhausen verfassten Urkunde, in der die Verhandlung eines Streitfalles und ein Landtag von 1099 erwähnt werden. Daraus ist zu schließen, dass Memmingen für die Welfen bereits ein bedeutender Ort war, da Landtage nur in machtpolitischen Zentren stattfanden. Der Ort Memmingen ist relativ schnell zur Stadt herangewachsen. Verschiedene Funde bei Ausgrabungen 1991 im Bereich des Antoniterklosters und des Marktplatzes belegen, dass die Besiedelung im 9. Jahrhundert noch relativ klein war. Im 11. und 12. Jahrhundert ist allerdings ein hohes Bevölkerungswachstum erkennbar. Der andauernde Streit mit den Welfen veranlasste 1130 den Staufer Friedrich von Schwaben, neben Memmingen auch Ravensburg und Altdorf (heute Weingarten) zu zerstören. Memmingen brannte damals bis auf die Grundmauern ab. Noch heute zeugen Aschespuren im Boden von diesem Ereignis. 1142 siegelte Heinrich der Löwe in der Villa nostra Maemingen. Im Februar 1151 trafen sich in der Stadt Heinrich der Löwe, Welf VI., der Stauferherzog Friedrich II. von Schwaben, Graf Adolf II., Graf Gottfried von Ronsberg sowie mehrere staufische und welfische Ministeriale, um einen Kompromiss im Streit zwischen den Welfen und den Staufern zu finden. Dies zeigt, welch hohen Rang der Ort bereits zu dieser Zeit gehabt haben muss.
Im Jahr 1158 wurde Memmingen durch Herzog Welf VI. zur Stadt erhoben. Nach dessen Tod ging 1191 die Stadt an den Staufer Konrad, den Bruder Kaiser Heinrichs VI. Der letzte Staufer, Konradin von Hohenstaufen, starb 1268 in Neapel. Damit fiel die Stadt an das Reich zurück, wurde 1286 durch den römisch-deutschen König Rudolf I. von Habsburg zur Freien Reichsstadt erklärt und damit direkt dem deutschen König unterstellt. Sie erhielt die königliche Bestätigung des tradierten Stadtrechts und wurde mit Überlinger Recht ausgestattet. Zehn Jahre später erhielt Memmingen zusätzlich das Ulmer Recht. Vom 14. bis zum 16. Jahrhundert war die Blütezeit der Reichsstadt. Dies zeigte sich vor allem in der regen Bautätigkeit, im Handel und im Aufblühen der Kultur.
1445 wurde die Stadt letztmals mit einem Mauergürtel, dem Ulmer Tor und vier neuen Türmen erweitert. 1478 errichtete Peter Fort eine Papiermühle. 1480 eröffnete Albrecht Kunne aus Duderstadt ein Druck-Offizin, das bis 1520 rund 200 verschiedene Drucke veröffentlichte. Unter anderem wurde dort 1519 America als Bezeichnung des neuen Kontinents verwendet. Es ist einer der frühesten Belege für diesen Namen, der 1507 von dem Kartografen Martin Waldseemüller erstmals verwendet worden war (Jacob Stoppls Repertorium in formam alphabeticam …).
Im 15. und 16. Jahrhundert besuchte Kaiser Maximilian I. die Stadt insgesamt dreizehn Mal. Er nannte sie seine Ruh- und Schlafzell. Den wohl größten Künstler der Stadt, Bernhard Strigel, ernannte er zu seinem Haus- und Hofmaler, der ihn erstmals 1504 porträtierte. Zu dieser Zeit entstand das Chorgestühl in St. Martin, das zu den bedeutendsten Deutschlands zählt. Der großen Handelstätigkeit der Patrizierfamilien der Stadt ist es zu verdanken, dass sie zu Reichtum kam. Bereits 1505–1506 unternahm die Große Deutsche Kompagnie die erste Handelsfahrt von Portugal nach Indien. Die Vöhlin aus Memmingen, neben den Welsern aus Augsburg die zweiten Teilhaber der Kompagnie, finanzierten zwei Schiffe dieser Kompanie.
Ab 1513 wurde in Memmingen die Reformation in Kirchenfragen eingeführt. Anfänglich war sie eine vom Volk ausgehende Bewegung. Nach der Memminger Disputation von 1525 gewann diese an Fahrt. Die Bevölkerung Memmingens verbündete sich im Bauernkrieg mit den aufständischen Bauern. Die oberschwäbischen Bauernhaufen hielten ihre Versammlung in Memmingen ab und gründeten dort ihre Christliche Vereinigung. Im Februar/März 1525 wurden die Zwölf Artikel verfasst, deren Urheberschaft gewöhnlich Sebastian Lotzer und Christoph Schappeler, einem Kürschnergesellen und einem Prädikanten in Memmingen, zugesprochen wurde. Nach einer Definition von Peter Blickle, die er erstmals 1974 veröffentlichte, waren die Zwölf Artikel „Beschwerdeschrift, Reformprogramm und politisches Manifest“ zugleich. Die Aktion der Bauern war nach ihm die erste verfassungsgebende Versammlung auf deutschem Boden. Blickle machte sich weiter eine Aussage des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau zu eigen, in der er die Zwölf Artikel „im Kern die Überzeugung von der Universalität der Menschenrechte“ nannte. „Mit dieser Überzeugung weisen sie weit über ihre Zeit hinaus. Als die Mütter und Väter den Artikel 1 des Grundgesetzes formuliert haben – «Die Würde des Menschen ist unantastbar» –, war das auch ein fernes Echo der Bauernartikel.“ Als zweites, nicht minder wichtiges Dokument gilt die Bundesordnung. Die Zusammenkunft aufgrund dieser Vereinbarung gilt als die erste verfassungsgebende Versammlung auf deutschem Boden. Auch dadurch hielt die Reformation recht früh Einzug in der Stadt.
Der Konstanzer Reformator Ambrosius Blarer wirkte hier, und von St. Martin wurde die neue Lehre in die umliegenden Städte getragen. Memmingen bildete damit das religiöse Zentrum Oberschwabens, Mittelschwabens und des Allgäus. Dadurch gehörte die Stadt im Jahr 1529 zu den Vertretern der protestantischen Minderheit (Protestation) auf dem Reichstag zu Speyer. Ihre Bürgerschaft forderte die ungehinderte Ausbreitung des evangelischen Glaubens. Bürgermeister Melchior Stebenhaber von Hetzlinshofen (1536–1585) unterzeichnete 1579 für den Rat der Stadt Memmingen die lutherische Konkordienformel von 1577.
1630 rückte die Stadt wieder in den Blickpunkt der europäischen Politik, als der Generalissimus Wallenstein im Dreißigjährigen Krieg in die Stadt einzog und dort für einige Wochen Ruhe in den Wirren der Zeit durchsetzte. In der Stadtchronik heißt es: „Es hat Glück und Heyl gewest!“. Dort wurde er als Oberbefehlshaber der Kaiserlichen abgesetzt. Der Schwedenkönig Gustav Adolf weilte 1632 in der Reichsstadt. Drei Jahre später wurde die Stadt von den kaiserlichen Truppen belagert und eingenommen. Danach verblieb lange eine kurbayerische Besatzung in Memmingen, bis Kurfürst Maximilian I. die Stadt Anfang 1647 trotz ihrer Stellung als Reichsstadt im Waffenstillstand von Ulm an schwedische Truppen übergab. Nach Aufkündigung des Waffenstillstands im September belagerten bayerische und kaiserliche Truppen unter Adrian von Enkevort Memmingen und zwangen die schwedische Garnison Ende November zur Kapitulation. Durch Kanonen- und Mörserbeschuss wurden das Lindauer Tor und einige Wohnhäuser zerstört sowie viele Dächer beschädigt. Der bayerische Generalwachtmeister Johann von Winterscheidt wurde letzter Stadtkommandant; seine Truppen blieben über den Westfälischen Frieden hinaus und wurden erst am 5. Oktober 1649 aufgelöst.
Erneut für kurze Zeit bayerisch wurde Memmingen 1702, nachdem bayerische Truppen die Stadt nach einer Belagerung eroberten. Im Rahmen der Mediatisierung nach dem Reichsdeputationshauptschluss fiel die Stadt 1803 an das Kurfürstentum Bayern. 1805 wurde sie durch französische Truppen letztmals belagert und eingenommen. Zu dieser Zeit war Memmingen bekannt für sein Kunsthandwerk. So ließ sich beispielsweise der letzte russische Zar in Memmingen das noch heute erhaltene schmiedeeiserne Eingangstor für seine Residenz in Sankt Petersburg fertigen.
Aus dem Kurfürstentum Bayern entstand 1806 das Königreich Bayern. Mit der Zugehörigkeit zum Königreich Bayern verlor die Reichsstadt das vom römisch-deutschen König Albrecht II. von Habsburg 1438 verliehene Privileg der Blutgerichtsbarkeit. Am 7. Juni 1834 fand vor 20.000 Schaulustigen in Memmingen die letzte öffentliche Exekution statt. Es war die Giftmörderin Ursula Brandmüller aus Dickenreishausen.
Im 19. Jahrhundert war ein langsamer wirtschaftlicher Niedergang zu beobachten, der sich erst 1862 mit dem städtischen Bau der Bahnstrecke Neu-Ulm–Kempten verlangsamte. Diese führte zu einer neuen wirtschaftlichen Blüte. In den Jahren 1927–1929 wurde der größte Kirchenbau zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland in Memmingen errichtet (St. Josef). Bürgermeister Berndl blieb während der nationalsozialistischen Zeit im Amt. Wie in fast allen deutschen Städten wurde Adolf Hitler die Ehrenbürgerschaft der Stadt verliehen und ein Platz nach ihm benannt. Die 1909 eingeweihte Memminger Synagoge am Schweizerberg wurde in den Novemberpogromen 1938 zerstört, die jüdischen Bürger wurden aus Deutschland deportiert und die meisten davon in den Vernichtungslagern ermordet. Das Gedenkbuch des Bundesarchivs für die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland (1933–1945) verzeichnet namentlich 58 jüdische Einwohner Memmingens, die deportiert und größtenteils ermordet wurden. Heute erinnert ein Gedenkstein am Platz der früheren Synagoge an sie.
Während des Zweiten Weltkriegs blieb Memmingen nicht von Luftangriffen der Alliierten verschont; Grund dafür war der Fliegerhorst Memmingerberg der Luftwaffe. Bei zwei Bombenangriffen wurde fast die gesamte südliche Altstadt, das Gerberviertel, dem Erdboden gleichgemacht. Insgesamt wurden über 30 Prozent der Wohnbebauung zerstört, darunter Gebäude wie das Siebendächerhaus, das jedoch sofort abgestützt und so vor der völligen Zerstörung bewahrt wurde. Auch das Bahnhofsviertel wurde zerstört. So kam Memmingen zu seinem dritten Bahnhofsbau, der bis zum Ende des 20. Jahrhunderts stand. Im Lager für Kriegsgefangene Stalag VII B am Hühnerberg waren über 1250 Menschen untergebracht, teilweise auch in Turnhallen, da das Lager überfüllt war. Oberbürgermeister Berndl übergab die Stadt widerstandslos den alliierten Streitkräften.
Seit dem Zweiten Weltkrieg ist Memmingen eine prosperierende Stadt, deren Wirtschaftswachstum über dem bayerischen Durchschnitt liegt. Am 8. September 1952 besuchte Bundespräsident Theodor Heuss die Stadt und besichtigte die St.-Martins-Kirche. Im Jahre 1972 wurde in Memmingen als bisher einziges Mal eine Bundesstraße als Fußgängerzone ausgewiesen.
In den 1980er Jahren erlangte Memmingen durch den größten Abtreibungsprozess in der Rechtsgeschichte der Bundesrepublik gegen einen örtlichen Gynäkologen Berühmtheit. Durch den Kreuzzug von Memmingen – auch als Die Hexenprozesse von Memmingen (Der Spiegel) bezeichnet – geriet die Stadt in den Blickpunkt der bundesdeutschen Öffentlichkeit.
1993 wurde die Stadt zum Oberzentrum aufgestuft. 2000 fanden einige Großereignisse in Memmingen statt: die bis dahin erfolgreichste Landesgartenschau, die 475-Jahr-Feier der Verkündigung der zwölf Bauernartikel und die Wallensteinfestspiele. 2001 wurde der neue Bahnhof eingeweiht. Die Deutsche Bahn AG erprobte eine neuartige Modulbauweise, die relativ hohe Kosten verursachte. 2004 erhielt die Stadt den Bayerischen Qualitätspreis als wirtschaftsfreundlichste Gemeinde Bayerns. Im Jahr 2005 verlieh die Stadt erstmals den Memminger Freiheitspreis 1525. Der damalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse überreichte ihn Gyula Horn. In diesem Jahr fand auch die erste Blindenstadtführung in Deutschland statt. An Miniaturausfertigungen vieler städtischer Gebäude konnten sich auch Blinde Form und Aussehen vorstellen. 2007 startete der Linienflugverkehr auf dem Flughafen Memmingen (Allgäu Airport), der auf dem Gebiet der Gemeinden Memmingerberg, Benningen und Hawangen liegt. Im November 2009 wurden die Bauarbeiten an der A 96 abgeschlossen; seither ist sie von München durchgehend bis Lindau befahrbar.
Am 20. März 2009 besuchte Bundespräsident Horst Köhler zusammen mit seiner Frau Eva Luise Köhler die Stadt. Der Besuch fand anlässlich der Verleihung des zweiten Memminger Freiheitspreises 1525 in der St. Martinskirche an den Schriftsteller Reiner Kunze statt. Am 11. April 2009 wurde die Stadthymne Memmingen blüht auf dem Theaterplatz vorgestellt. Der Finanzierungsvertrag zwischen Deutschland und der Schweiz für die Elektrifizierung der Bahnstrecke Geltendorf–Memmingen–Lindau wurde am 17. April 2009 im Memminger Rathaus vom Direktor des Schweizer Bundesamtes für Verkehr, Max Friedli und Klaus-Dieter Josel, DB-Konzernbevollmächtigter für den Freistaat Bayern, unterzeichnet. Am 14. August 2010 war Memmingen als Beispiel der deutschen Bewältigung der Finanzkrise in der New York Times als Thema abgedruckt. Der schwedische Möbelriese Ikea beabsichtigte, am Autobahnkreuz ein Möbelhaus mit einem angrenzenden Einzelhandelszentrum zu bauen. Durch massive Widerstände des Stadtrates kam es zu Verzögerungen. Nach dem Tod des Gründers Ingvar Kamprad und der strategischen Neuausrichtung im Expansionsbereich von Ikea durch die Erben hatten die Verzögerungen zur Folge, dass das Möbelhaus wie manch andere in der Welt auch nicht realisiert wurde.
Textgrundlage: https://de.wikipedia.org/wiki/Memmingen
Fakten & Zahlen
Memmingen ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben. Die frühere Reichsstadt ist Oberzentrum sowie Schul-, Verwaltungs- und Handelszentrum in der Region Donau-Iller. Das Stadtgebiet grenzt im Westen an die Iller, die hier die Grenze zu Baden-Württemberg bildet, und ist nach Norden, Osten und Süden sowie im Westen mit dessen Exklave Buxheim vom Landkreis Unterallgäu umgeben. Die in Oberschwaben liegende Stadt ist mit 44.192 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2024) die fünftgrößte Stadt im Regierungsbezirk Schwaben. Die Ursprünge der Stadt reichen bis in die Römerzeit. Die Altstadt gehört mit ihren vielen Plätzen, Bürger- und Patrizierhäusern, Palästen und der Stadtbefestigung zu den am besten erhaltenen Städten Süddeutschlands. Durch die gute Verkehrsanbindung auf Straße, Schiene und in der Luft ist sie der Verkehrsknoten Oberschwabens, des Allgäus und Mittelschwabens. Der örtliche Slogan lautet „Memmingen – Stadt mit Perspektiven“. In neuerer Zeit kommt auch „Memmingen – Stadt der Freiheitsrechte“ auf, was vor allem mit den historischen Zwölf Artikeln und dem Memminger Freiheitspreis 1525 zusammenhängt. Alle vier Jahre zu den Wallensteinfestspielen ist auch der Beiname „Wallensteins Memmingen“ üblich. (Wikipedia)
Zwölf Artikel
Die Zwölf Artikel (auch: Zwölf Artikel der Bauernschaft, Zwölf Artikel der Bauernschaft in Schwaben oder 12 Artikel der Bauernschaft) gehören zu den Forderungen, welche die Bauern im Deutschen Bauernkrieg 1525 in Memmingen gegenüber dem Schwäbischen Bund erhoben. Sie gelten nach der Magna Carta von 1215 als eine der ersten niedergeschriebenen Forderungen nach Menschen- und Freiheitsrechten in Europa. Die zu den Zwölf Artikeln führenden Versammlungen werden als „eine Art verfassunggebende Versammlung“ bezeichnet, „die, wenn auch nur in Grundzügen, die politische Macht bestimmten Institutionen zuschrieb“. Die Zwölf Artikel waren zudem ein mediengeschichtliches Ereignis, weil sie dank des Buchdrucks rasch und preisgünstig vervielfältigt werden konnten und sich weit verbreiteten. Fast alle Aufständischen bezogen sich auf diese Flugschrift. (Wikipedia)
14-Jähriger tot gefunden
14-Jähriger im Allgäu tot gefunden: Verdächtiger nach Schüssen ebenfalls tot (SAT.1 BAYERN; 5.5.2026; 1:19 min.)
»Dramatische Ereignisse in Memmingen: Ein vermisster 14-Jähriger wird tot gefunden. Ein 37-jähriger Tatverdächtiger hatte sich am Tatort in einem Schrank verschanzt. Bei einem Polizeieinsatz kam es dann zu Schüssen, später stirbt der Mann im Krankenhaus.«