Caspar David Friedrich: »Das Große Gehege« (1832) — Foto: Galerie Neue Meister/Wikimedia [Vorschaubild: Ostragehege mit Elbbogen, Flutrinne und Alberthafen, 2016/Derbrauni]

Fakten & Daten

Das Ostragehege ist ein innerstädtischer Landschaftsraum Dresdens im Westen des Stadtbezirks Altstadt und gehört weitestgehend zum Stadtteil Friedrichstadt. Es besteht aus dem Großen und dem Kleinen Ostragehege. Eigentlich Teil einer breiten Auenlandschaft der Elbe, wurde es durch Hans Erlwein Anfang des 20. Jahrhunderts zur Bebauung erschlossen. Benannt ist das Ostragehege nach dem Dorf Ostra, das 1206 erstmals erwähnt wurde. Der aus dem Sorbischen stammende Name Ostra bedeutet „Insel“ und trifft damit begrifflich den Charakter des Geheges gut, obwohl das ehemalige Dorf an Stelle der heutigen Friedrichstadt lag.

Lage

Das Ostragehege beginnt im Osten an der Marienbrücke und wird fast im Halbkreis im Norden durch die Elbe begrenzt. Im Süden liegt die Friedrichstadt. Im Westen und Süden endet das Ostragehege am größten Hafen Dresdens, dem Alberthafen Dresden-Friedrichstadt. Ursprünglich ist dieser Landschaftsraum größer gewesen und erstreckte sich mit dem Kleinen Ostragehege bis fast an den ehemaligen Königlichen Marstall heran. In das Areal vom Kleinen Ostragehege fällt auch der ehemalige Maximiliansgarten, der zum Prinz-Max-Palais gehörte. Auf seinem elbnahen Teil befindet sich heute das Kongresszentrum.

Stadterweiterungen

Vor den Stadterweiterungen im 19. Jahrhundert war dieses Gebiet von einer teilweise bewaldeten Feuchtwiesenlandschaft geprägt. Weil sich die Weißeritz früher flussaufwärts vom Hauptbereich des Ostrageheges (gegenüber dem Neustädter Hafen) in die Elbe ergoss und auf diese Weise einen großen Schwemmlandfächer erzeugte, war dieses Areal lange eine permanente Feucht- und Überschwemmungszone. Durch anthropogene Einflüsse, wie die Verlegung des Weißeritzlaufes, Drainagen, großflächige Aufschüttungen, Elbuferausbau und Bebauungen sowie die Errichtung des Elbhafens haben sich die hydrologischen Verhältnisse und Elbuferzonen erheblich verändert.

Industrialisierung

Die Friedrichstadt, die sich als Vorstadt während der Industrialisierung stark entwickelte, grenzte das Ostragehege im Süden mehr und mehr ein. Das Ostragehege liegt in der Kernzone des ehemaligen Weltkulturerbes Dresdner Elbtal und definiert über seine Breite eine der breitesten Stellen der gesamten Kulturlandschaft.

Bebauung

Erlwein ließ auf einem künstlich erschaffenen Umlaufberg den Neuen Schlachthof anlegen. Dieser wurde zuletzt zur Messe Dresden umgebaut. Um die Messeanlage beziehungsweise früher das Schlachthofgelände auch bei Hochwasser zu erreichen, wurde über der Flutrinne zwischen Umlaufberg und Friedrichstadt für den Straßenverkehr die Schlachthofbrücke gebaut. Weiter im Osten liegt ein großer Sportkomplex im Ostragehege. Wichtige Gebäude sind dabei das Heinz-Steyer-Stadion und die Eissporthalle. Das zweitgrößte Stadion der Stadt Dresden wird seit Oktober 2021 und planmäßig bis Herbst 2023 neugebaut und als Multifunktions-Sportstätte konzipiert. Größte Nutzer der Sportanlagen sind der Dresdner SC, die Dresdner Eislöwen und die Dresden Monarchs. Von März 1990 bis Herbst 1993 befand sich in der Nähe der Sportanlagen im Ostragehege der Standort des Musik Circus Sachsen, einem temporären Zeltbau, seinerzeit mit einem Fassungsvermögen von 4000 Personen die größte Diskothek der damaligen DDR. (Wikipedia)

 

Das Große Gehege

Das Große Gehege ist ein um 1832 entstandenes Gemälde von Caspar David Friedrich (1774–1840). Seine Darstellung des Ostrageheges im Elbtal gilt in neuerer Zeit manchen als die „Krönung von Friedrichs Spätwerk“. Das Bild in Öl auf Leinwand im Format 73,5 cm × 102,5 cm befindet sich im Albertinum in Dresden und gehört zur Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen. (Wikipedia) — Vergrößern ⋙ Link