Illustration: Vilius Kukanauskas auf Pixabay (Symbolbild, ai generiert)

Rüdiger Rauls
Rüdiger Rauls

Foto: Privat

Lebensdaten

Rüdiger Rauls ist Buchautor und betreibt den Blog Politische Analyse. Geboren 1952 in Trier. Gelernter Reprofotograf und jahrelang selbständig als Inhaber von Nachhilfe-Instituten in der Region Trier und Luxemburg. Jetzt Rentner, zudem weiterhin tätig als Buchautor, Vortragsredner und Journalist mit den Schwerpunkten Politik, Soziales und Wirtschaft unter anderem für Sachwert Magazin, KenFM, Linke Zeitung, Rubikon, Contra-Magazin, Deutscher Freidenker Verband, scharf-links, Sputnik, RT, Ständige Publikumskonferenz, The Intelligence und andere.

Buchveröffentlichungen: Wie funktioniert Geld?; Kolonie Konzern Krieg – Stationen kapitalistischer Entwicklung; Zukunft Sozialismus oder die Grenzen des Kapitalismus; Die Entwicklung der frühen Gesellschaften – Die Geschichte Afghanistans; Was braucht mein Kind?; Späte Wahrheit (Prosa).

Blog Politische Analyse • Eine materialistische Deutung der Vorgänge und Ereignisse in der Welt ⋙ Link

 

Aktuelle Artikel

Rüdiger Rauls • Politische Analyse

Politisches Bewusstsein gegen die Doppelmoral

Ein Kommentar zum Artikel „Über die westliche und die restliche Welt“ auf Overton Die Doppelmoral hat inzwischen ein solches Ausmaß angenommen, dass man sich ihrer kaum noch erwehren kann. Es führt nur zur Verzweiflung, wenn man weiter versucht, sie zu entlarven bzw gegen sie argumentativ oder aufklärerisch vorzugehen. Die Gegenseite, also jene, die die unterschiedlichen … Weiterlesen Politisches Bewusstsein gegen die Doppelmoral

Die Zeit arbeitet gegen Trump

Die USA begründen ihren Angriff auf den Iran mit der Bedrohung, die von ihm ausgehen soll. Das entspricht weder den Tatsachen noch den Erkenntnissen der eigenen Geheimdienste. Was also will Trump und vor allem, wie will er wieder aus diesem Konflikt aussteigen können? Falsche Grundlagen Aus den fast täglich sich ändernden Aussagen des amerikanischen Präsidenten … Weiterlesen Die Zeit arbeitet gegen Trump

Amerikas neue Weltordnung

Auf der Sicherheitskonferenz 2025 hatte US-Vizepräsident J.D. Vance den Europäern noch die Leviten gelesen. In diesem Jahr kam Außenminister Rubio mit dem Angebot einer neuen Ordnung. Auf welchem Weltbild beruht sie und wie realistisch sind dessen Grundlagen ? Neue Besen Als J.D.Vance im vergangenen Jahr die Bühne bei der Münchener Sicherheitskonferenz betrat, war er noch … Weiterlesen Amerikas neue Weltordnung

Venezuela: Außer Spesen nichts gewesen.

Um Venezuela ist es ruhig geworden. Bedeutet das, dass dort nun alles zum Besten für Trump steht und er das Land unter Kontrolle hat? Wie sieht es aus um seine Ankündigungen, er werde Venezuela und den USA Wohlstand bringen? Hat sich das Venezuela-Abenteuer ausgezahlt? Publikumsberuhigung Aus Venezuela ist bisher wenig Erfolgreiches für die US-Regierung zu … Weiterlesen Venezuela: Außer Spesen nichts gewesen.

Trumps Irrfahrten

Die neue US-Sicherheitsstrategie will weder neue Regimewechsel noch weitere Demokratisierung wie unter Trumps Vorgängern. Zwar will er Amerika wieder groß machen, beschränkt sich aber auf die westliche Hemisphäre. Für die Rolle des Weltpolizisten reicht es nicht mehr. Widersprüchlich Die derzeitige Lage in der Welt ist gekennzeichnet durch unterschiedliche, vielleicht sogar gegensätzliche Entwicklungen besonders in Bezug … Weiterlesen Trumps Irrfahrten

Trumps Pläne und Venezuelas Öl

Die Lage nach Maduros Entführung ist unübersichtlich und Spekulationen über Trumps Pläne schießen ins Kraut. Diese Unklarheit wird befeuert durch seine eigenen voneinander abweichenden Äußerungen und einiger Regierungsmitglieder. Und dann ist da auch noch die Realität. Im Siegestaumel Am Anfang ging es um große selbstlose Ziele und Ideale. Trump wollte das Leben der Amerikaner sicherer … Weiterlesen Trumps Pläne und Venezuelas Öl

Venezuela offenbart Amerikas Schwäche

US-Präsident Trump hat seinen venezolanischen Kollegen Maduro durch sein Militär entführen lassen. Was gedacht war als Machtdemonstration, verkehrt sich in sein Gegenteil. Die USA können entgegen allen vollmundigen Vernichtungsdrohungen nur noch begrenzt Macht ausüben. Nachlassende Leistungskraft Donald Trump hatte in seinem Wahlkampf damit geworben, die teuren Kriege der USA zu beenden und keine neuen zu … Weiterlesen Venezuela offenbart Amerikas Schwäche

Reparationsdarlehen: Sieg der Märkte

Die russischen Vermögen bleiben unangetastet. Entgegen den Beteuerungen von der Leyens wird nun doch der europäische Steuerzahler die Zeche zahlen müssen. Die Angst um die Attraktivität des Euro und die internationale Finanzstabilität waren größer als die Angst vor Putin. Geldsorgen Trotz aller großen Ideale, mit denen man die europäischen Bürger gegenüber der Ukraine verpflichten will, … Weiterlesen Reparationsdarlehen: Sieg der Märkte

Sicherheit made in USA

Die größte Militärmacht der Welt fühlt sich bedroht. Sicherheitsdoktrinen der USA offenbaren die Gefahren, denen man sich gegenüber sieht. Sie vermitteln aber auch ein Weltbild. Am 5. Dezember trat eine neue US-Doktrin in Kraft. Sie spiegelt die Veränderungen in der Welt wider. Sicherheit im Wandel Bedrohung scheint ein amerikanisches Urgefühl zu sein. Es bestimmt nicht … Weiterlesen Sicherheit made in USA

Europa hat schwache Trümpfe

Der Streit zwischen Belgien und der EU-Kommission um die Enteignung des russischen Vermögens spitzt sich zu. Der Ukraine geht bald das Geld aus. Die Europäer selbst sind inzwischen auch knapp bei Kasse. Die Amerikaner drängen zum Frieden, doch am Ende entscheidet Russland. Zweimal Brüssel Am 3. Dezember war die belgische Hauptstadt Gast zweier Treffen, die … Weiterlesen Europa hat schwache Trümpfe

 

Fakten & Zahlen

Die Oreschnik (russ. Haselnuss) ist eine mobile Mittelstreckenrakete aus russischer Produktion, deren Existenz erstmals im November 2024 im Rahmen eines Einsatzes gegen die Ukraine bekannt wurde.

Entwicklung

Über die Entwicklung der Oreschnik ist wenig bekannt, sie begann vermutlich in den 2020er-Jahren im Rahmen des Programms Kedr (russisch für Zeder). Der erste Teststart erfolgte im Oktober 2023 auf dem Testgelände Kapustin Jar. Ein zweiter Teststart wurde im Juni 2024 am selben Ort durchgeführt. Der dritte Start erfolgte im Kontext des russischen Überfalls auf die Ukraine, bei einem Angriff auf die ukrainische Stadt Dnipro. Laut Angaben aus US-amerikanischen Sicherheitskreisen besaß Russland bis November 2024 nur eine geringe Stückzahl und die Rakete befinde sich noch in der Testphase. Die Oreschnik ist die vermutlich erste russische Mittelstreckenrakete, die seit dem Ausstieg aus dem INF-Vertrag entwickelt wurde, nach dem Mittelstreckenraketen zuvor nicht zulässig waren.

Technik

Die Oreschnik stellt vermutlich eine Weiterentwicklung der Interkontinentalrakete RS-26 Rubesch dar, welche ihrerseits auf der RS-24 Jars basiert. Rüstungsexperten zufolge sei die Oreschnik mit der RS-26 zu 80 bis 90 Prozent identisch. Weiter vermeldete das ukrainische Fachportal Defense Express, dass es in der russischen Rüstungsindustrie gängig ist, dieselbe Waffe doppelt zu benennen. Die Oreschnik ist eine zweistufige Mittelstreckenrakete mit Feststoffraketentriebwerken. Dabei wird vermutlich die erste Raketenstufe der RS-24/26 sowie eine abgeänderte zweite Raketenstufe mit einem neuen Wiedereintrittskörperträger verwendet. Der Transport und Raketenstart erfolgt ab einem LKW vom Typ MZKT-79291. Ausgerüstet ist die Rakete mit bis zu sechs MIRV-Gefechtsköpfen, welche auf individuellen ballistischen Flugbahnen ihre Ziele ansteuern. Weiter wird über eine Beladung mit MaRV-Gefechtsköpfen oder mit bis zu 18 Stück Streumunition mit einem Gewicht von jeweils von 50, 125 oder 250 kg spekuliert. Die Nutzlast der Rakete wird auf 1.200 bis 1.500 kg geschätzt. Die Rakete soll in der Endphase eine Geschwindigkeit von Mach 10 bzw. 12.300 km/h erreichen, was in etwa der typischen Geschwindigkeit einer modernen Mittelstreckenrakete entspricht. Gemäß ersten Auswertungen nach dem Einsatz vom 21. November 2024 wird der Streukreisradius (CEP) der Oreschnik auf rund 200 m geschätzt.

Kriegseinsatz

Die Oreschnik wurde erstmals am 21. November 2024 gegen eine Anlage des ukrainischen Unternehmens Piwdenmasch in der Stadt Dnipro eingesetzt, das dort nach russischen Angaben auch Rüstungsgüter herstellen soll. Laut ukrainischen Angaben wurde die Rakete aus der Oblast Astrachan gestartet. Ukrainisches Bildmaterial zeigt den Einschlag von Mehrfachsprengköpfen von sechs Raketen ohne Explosionen; es wird vermutet, dass lediglich Übungsmunition ohne Sprengstoff eingesetzt wurde. Der durch den Einsatz entstandene Materialschaden in Dnipro ist ausschließlich auf die kinetische Energie der Gefechtsköpfe zurückzuführen. Der Einsatz sollte somit vor allem eine politische Signalwirkung haben. Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zufolge erfolgte der russische Raketenangriff als Reaktion auf den ukrainischen Einsatz US-amerikanischer ATACMS-Raketen sowie britischer Storm-Shadow-Marschflugkörper gegen militärische Ziele in Westrussland. Rund 30 Minuten vor dem Einsatz benachrichtigte Russland die USA, wie es im Rahmen des Nuclear risk reduction channel üblich ist, damit diese den Start der Rakete nicht mit einem Start einer Interkontinentalrakete (die für Atomangriffe konzipiert sind) bzw. nicht mit einem Angriff gegen sich verwechselt. (Wikipedia)

 

Kriegs-Szenario verändert

„Oreschnik“ (Haselnuss) wird so genannt, weil die hyperschnell auf das Ziel fallenden separaten Sprengköpfe wie die herabhängenden Blüten eines Nussbaums aussehen, und wie Fachleute – hier Larry Johnson, oder hier Scott Ritter und Prof. Ted Postol, MIT-Raketenexperte – klar machen, dieses neuartige System eine Waffe ist, die das Szenario des Kriegs schlagartig verändert, nicht nur in der Ukraine, sondern global. Zum einen, weil es die Zerstörungskraft einer Nuklear-Bombe hat, aber ohne Explosion, Feuersturm, radioaktive Verseuchung und nuklearen Winter, und zum anderen, weil die Salve dieser „Haselnüsse“ von keinem existierenden Luftverteidigungssystem gestoppt werden kann. Weshalb Russland für den Präzisionsschlag auf die Juschmasch-Raketenfabrik sowohl den USA eine 30-minütige Vorwarnung zukommen lassen konnte – sowie danach die Botschaft Präsident Putins, dies auch bei künftigen Einsätzen der Waffe zu tun, um „Zivilisten befreundeter Länder“ nicht zu gefährden.

Mathias Bröckers, 26.11.2024 ⋙ Link