Gewandstudie Leonardo da Vincis für einen Salvator mundi, um 1504–08 — Foto: Royal Collection, Windsor/Wikimedia

Symbolisches Kapital

Es ist natürlich ein Akt, mit dem man sich sehr viel symbolisches Kapital unter Gleichgesinnten machen kann, wenn man für einen Gegenstand, der für andere wie Müll aussieht, Millionen ausgibt und sich so durch diesen Exzess herausstellt und abgrenzt.

Tobias Timm, Kunstmarktexperte und Autor von „Falsche Bilder, Echtes Geld“

 

Salvator mundi, Leonardo da Vinci (zugeschrieben)
»Salvator mundi«, Leonardo da Vinci (zugeschr.),
um 1500, Öl auf Holz, 66 × 46 cm — Foto: Wikimedia — Vergrößern ⋙ Link

Beschreibung

Das 65,6 × 45,4 cm große Gemälde »Salvator mundi« ist mit Ölfarben auf einer Walnussholztafel gemalt. Es zeigt Christus als Heiland der Welt in frontaler Ansicht, der die rechte Hand mit segnender Geste erhoben hat und in seiner Linken eine Kristallkugel hält. (Wikipedia)

 

Die teuersten Gemälde

Diese Liste der teuersten Gemälde enthält die höchsten Preise, zu denen Werke der Malerei verkauft wurden. Sie weist derzeit Gemälde aus, über die ein Kaufvertrag für mehr als 50 Millionen US-Dollar öffentlich bekannt wurde.

Überblick

Der früheste Verkauf in der Liste ist von 1987. Damals wurde die Rekordsumme 53,9 Millionen US-Dollar für ein Blumen-Bild van Goghs gezahlt. In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre erreichten Kunstwerke, speziell Gemälde, immer wieder aufsehenerregend hohe Preise. Waren es bis dahin hauptsächlich die sogenannten Alten Meister, für deren Werke Spitzenbeträge gezahlt worden waren, standen nun vor allem die französischen Impressionisten und die moderne Kunst des frühen 20. Jahrhunderts besonders hoch im Kurs. Diese Hochphase gipfelte im Mai 1990, als der japanische Sammler Saitō Ryōei in New York binnen zweier Tage bei Sotheby’s für über 78 Millionen Dollar Renoirs Tanz im Moulin de la Galette und bei Christie’s für über 82 Millionen Dollar van Goghs Porträt des Dr. Gachet ersteigerte. Danach gingen die Preise wieder zurück. Die allgemeine Rezession Anfang der 1990er Jahre betraf auch den Kunsthandel, und Rekordpreise blieben für einige Jahre aus. Anfang des 21. Jahrhunderts erregten zunehmend Arbeiten Modiglianis und Klimts die Aufmerksamkeit der Sammler, ersterer mit vier Positionen, letzterer mit acht. Bei Modigliani erreichten insbesondere die Akte Höchstpreise zwischen 68,9 und 170,4 Mio., bei Klimt waren es die Bildnisse von Damen der Wiener Gesellschaft, beispielsweise Elisabeth Lederer (236,4 Mio.), oder Landschaften, die sich der Abstraktion annäherten, beispielsweise Birkenwald (104,6 Mio.), welche Eingang in diese Liste fanden.

Ab Mitte der 2000er Jahre tauchen vermehrt jüngere Werke in der Liste auf, etwa von Francis Bacon, Willem de Kooning oder Andy Warhol. Etwa zur gleichen Zeit ist erneut ein deutliches Ansteigen der Preise zu beobachten. So wurde 2004 mit Picassos Junge mit Pfeife erstmals ein Werk für mehr als 100 Millionen Dollar versteigert. Im Mai 2015 erreichte in einer Auktion bei Christie’s das Werk Les femmes d’Alger (Version "O") von Picasso einen Wert von 179,4 Millionen Dollar. Das Bild ging an einen unbekannten Bieter.

Im Frühjahr 2011 soll Zeitungsberichten zufolge außerdem ein Bild aus Paul Cézannes Serie Die Kartenspieler für eine Rekordsumme von 250 bis 275 Millionen Dollar privat verkauft worden sein; da bislang aber weder der Verkäufer noch der Käufer noch ein Auktionshaus den Kauf bestätigt haben, findet dieser hier keine Berücksichtigung. Im Mai 2017 wurde mit einem Bild von Jean-Michel Basquiat erstmals ein nach 1980 entstandenes Gemälde an einer Auktion für mehr als 100 Millionen Dollar versteigert.

Ältere Höchstpreise werden von Summen der 1987 eingeläuteten Boomphase bei Weitem übertroffen. So wurde im Jahr davor mit 11 Millionen Dollar ein Rekord aufgestellt, 1980 lag der Spitzenwert noch bei 6,4 Millionen Dollar.

Das derzeit teuerste Gemälde wurde im November 2017 für 450,3 Millionen Dollar verkauft. Der Käufer war, über den Mittelsmann Prinz Badr bin Abdullah Al Saud, der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman. Es handelt sich bei dem Gemälde um Salvator mundi, das Leonardo da Vinci zugeschrieben wird.

Im November 2025 erzielte mit dem Verkauf des Gemäldes El sueño (La cama) von Frida Kahlo für 54,7 Millionen US-Dollar erstmals ein Werk einer Künstlerin mehr als 50 Millionen Dollar. Bis dahin enthielt die Liste ausschließlich Werke von männlichen Künstlern.

Andere Werke

Die Liste enthält nur Werke der Malerei. Ausgeschlossen sind damit andere Werkarten, insbesondere Zeichnungen (zum Beispiel Degas’ Danseuse au repos von 1879, am 3. November 2008 für 37 Millionen Dollar bei Sotheby’s in New York versteigert), Drucke (zum Beispiel Andy Warhols Eight Elvises, im Oktober 2008 für 100 Millionen Dollar privat verkauft), Kalligrafien (z. B. eine Schriftrolle von Huang Tingjian, am 3. Juli 2010 bei Poly Auction für 63,8 Millionen Dollar versteigert) und Fotografien. Auch Buchmalereien wurden nicht berücksichtigt, da hier das Gemalte schwer vom Buch getrennt bewertet werden kann (zum Beispiel das Evangeliar Heinrichs des Löwen, 1983 als bis dahin teuerstes Kunstobjekt für 11,9 Millionen Dollar bei Sotheby’s versteigert). (Wikipedia)

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