Schinken in der Räucherkammer, Montenegro 2012 — Foto: Thepantheraleo/Wikimedia [Vorschaubild: Jenő Szabó auf Pixabay]

Das heisst die
Schinken verderben,
sagte der Kerl,
als er gerädert
werden sollte.

Deutsches Sprichwort

 

Sechzehn Monate

Warum mittelalterliches Fleisch 3+ Jahre hielt, während dein Speck in 5 Tagen gammelt (Der natürliche Weg; 26.1.2026; 25:34 min.)

»Dein Speck ist Betrug. Du hast ihn vor sechs Tagen gekauft, aber er wird schon an den Rändern grau. Wenn du die Packung öffnest, riecht es irgendwie sauer und chemisch. Am siebten Tag ist er schleimig und du wirfst ihn weg. Jetzt mal zurück ins Jahr 1547. Ein österreichischer Bauer hat ein Schwein gesalzen, mit Buchenholz geräuchert und in seinem Keller aufgehängt. Sechzehn Monate später aß seine Familie diesen Schinken am Ostersonntag. Er war nicht nur unbedenklich, sondern schmeckte sogar besser als frischer Schinken.«

 

Fakten

Schinken ist Schweinefleisch aus der Keule, das durch nasses oder trockenes Pökeln, mit oder ohne Räuchern konserviert wurde. Für Schinken kann auch Fleisch von Rindern oder Geflügel verwendet werden, was jeweils in der Bezeichnung zu nennen ist (z. B. „Rinderschinken“, „Putenschinken“). (Wikipedia)

 

Geräuchert

Räucherschinken hat seinen Ursprung in kälteren und feuchteren Regionen, in denen das gepökelte Fleisch an der Luft infolge hoher Luftfeuchtigkeit durch Schimmelpilze zu verderben droht. Durch das Räuchern wird ein konservierender Effekt erzielt, der die Oberfläche vor Pilzbefall schützt. Gleichzeitig erhält das Erzeugnis durch das Räuchern seine Färbung und charakteristischen Geschmack.

Typische Erzeugnisse aus Deutschland sind

Ammerländer Schinken
Holsteiner Katenschinken
Schwarzwälder Schinken – mit Nadelholz geräuchert
Westfälischer Schinken

 

Luftgetrocknet

Luftgetrockneter Schinken wird aufgrund seiner hohen Bissfestigkeit besonders dünn geschnitten. Er wird vor allem in südeuropäischen Ländern hergestellt, in denen das Klima langsames Trocknen ermöglicht:

Frankreich

Bayonne-Schinken aus dem französischen Teil des Baskenlandes

Italien

Aosta-Schinken aus der Region der Grajischen Alpen
Culatello-Schinken ist eine italienische Spezialität und stammt aus einer eng begrenzten Region der Po-Ebene.
Parmaschinken wird leicht gepökelt und dann für mehr als ein Jahr an der Luft getrocknet.
San-Daniele-Schinken
Südtiroler Speck

Kroatien

Dalmatinski pršut aus Dalmatien
Istarski pršut aus Istrien

Portugal

Presunto de Chaves aus Chaves

Schweiz

Walliser Rohschinken

Spanien

Jamón Ibérico, auch Pata-Negra-Schinken genannt, ist eine spanische Spezialität. Er stammt von halbwilden iberischen Schweinen, die oft einer traditionellen Eichelmast unterzogen werden.
▪ Serrano-Schinken wird auf vergleichbare Weise wie Parmaschinken hergestellt, ist zumeist etwas würziger. (Wikipedia)

 

Im übertragenen Sinn

▪ Alte, schwere Bücher, damals in Schweinsleder gebunden, werden seit dem 18. Jahrhundert auch „Schinken“ genannt.
▪ Der Begriff wird scherzhaft für wuchtige Gemälde, die Ölschinken, verwendet.
▪ Im ähnlichen Sinne alte Kinofilme.
▪ Umgangssprachlicher Begriff für ein Großpaket Chinaböller.
▪ Und schließlich für das Gesäß. (Wikipedia)