Die Identitätspolitik stützt sich auf willkürlich bestimmte Merkmale wie die Hautfarbe, nach denen gesellschaftliche Positionen bewertet werden sollen. — Illustration: Pixabay

Prof. Dr. Susanne Schröter
Prof. Dr. Susanne Schröter
(2017) — Foto: © Raimond
Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Lebensdaten

Susanne Schröter (* 24. September 1957 in Nienburg/Weser) ist eine deutsche Ethnologin und Hochschullehrerin. Sie ist emeritierte Professorin am Institut für Ethnologie, Leiterin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI) an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Zudem unterstützt sie seit 2023 im Rahmen eines Goethe Research Professorship die Gründung eines Transfer- und Kompetenzzentrums Islam an der Universität. Von 2009 bis 2017 war sie Direktoriumsmitglied im Cornelia Goethe Centrum für Geschlechterforschung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Von 2016 bis 2019 war sie ebenso Principal Investigator im Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Schröter ist Vorstandsmitglied des Deutschen Orient-Instituts. Sie ist Mitglied im Senat der Deutschen Nationalstiftung. Am 13. Oktober 2020 wurde Susanne Schröter der (nicht dotierte) Immanuel-Kant-Preis der „Initiative Aufbruch 2016“ verliehen. Susanne Schröter hat drei Kinder, die sie ebenso wie ihr Mann auch auf Forschungsaufenthalten begleiteten. (Wikipedia)

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Bedrohte Demokratie

Identitätspolitik als Bedrohung der liberalen Demokratie (Austrian Institute of Economics & Social Philosophy; 19.12.2024; 51:42 min.)

»Prof. Dr. Susanne Schröter, Universität Frankfurt a. Main — Vortrag gehalten am 19. September 2024 an der AUSTRIAN ACADEMY 2024 „Marktwirtschaft, Freiheit und Unternehmertum – Fundamente einer humanen Gesellschaft“, 19.– 22. September 2024 im Seminarhotel Friedrichshof (Zurndorf, Burgenland). Diese Veranstaltung fand in Kooperation mit der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft (Berlin) und mit Unterstützung der Österreichischen Industriellenvereinigung statt.«

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Definition lt. Wikipedia

Identitätspolitik (englisch identity politics) bezeichnet eine Zuschreibung für politisches Handeln, bei der Bedürfnisse einer spezifischen Gruppe von Menschen im Mittelpunkt stehen. Angestrebt werden höhere Anerkennung der Gruppe, die Verbesserung ihrer gesellschaftlichen Position und die Stärkung ihres Einflusses. Um die Mitglieder einer solchen Gruppe zu identifizieren, werden kulturelle, ethnische, soziale oder sexuelle Merkmale verwendet. (Wikipedia)

 

Freie Debattenräume

Der Appell für freie Debattenräume wurde am 1. September 2020 im Internet auf der Seite Intellectual Deep Web Europe veröffentlicht. Bei dem Appell handelt es sich um die deutsche Adaption des zuvor in den Vereinigten Staaten lancierten Projekts „A Letter on Justice and Open Debate“ des US-Amerikaners Thomas Chatterton Williams. Unter dem Hashtag #CancelCancelCulture wurde der Aufruf ab Herbst 2020 auf Twitter beworben. Er richtet sich gegen die sogenannte Cancel Culture. Die Hauptakteure der deutschen Version sind der Journalist Milosz Matuschek und der YouTuber und Autor Gunnar Kaiser (1976–2023).

Hintergrund

In den USA initiierte der Autor und Kulturkritiker der New York Times Thomas C. Williams einen Offenen Brief, der die freie Rede verteidigte und für offene Debatten warb. Er kritisierte „Illiberalismus“ und „Cancel-Kultur“ und prangerte US-Präsident Donald Trump als Gefahr für die Demokratie an. 153 Schriftsteller, Journalisten und Intellektuelle unterschrieben den Brief, dazu gehörten Anne Applebaum, Margaret Atwood, Wynton Marsalis, Gloria Steinem, Bill T. Jones und Salman Rushdie. Seit Anfang Juli 2020 ist er auf der Internetseite von Harper’s Magazine abrufbar und wurde zeitgleich in deutscher Übersetzung in der Wochenzeitung Die Zeit veröffentlicht. Daran angelehnt initiierten Gunnar Kaiser und Milosz Matuschek ihren Appell zur Debattenkultur im deutschen Sprachraum. Ein Anlass war die Ausladung der österreichischen Kabarettistin Lisa Eckhart vom Hamburger Literaturfestival Harbour Front im August 2020.

Inhalt

Die Initiatoren vertreten die These, in Deutschland sei die Meinungsfreiheit bedroht. Sie fordern, „das freie Denken aus dem Würgegriff“ zu befreien. Den Würgegriff sehen sie „in pauschalen Demonstrationsverboten, der Zensur von Karikaturisten, der Ausladung von Kabarettisten und Maßnahmen von Verlagen, die Bücher aus ihrem Sortiment genommen oder aus Bestsellerlisten entfernt haben“. Sie wenden sich außerdem gegen das Phänomen der „Kontaktschuld“: Man werde nicht schon „mitschuldig“, wenn man mit einer Person, die wegen ihrer Meinung in die Kritik geraten ist, auf einem Podium sitzt oder auf einer Unterschriftenliste steht. Die Kulturredaktion des NDR zitierte aus dem Appell: „Wir erleben gerade einen Sieg der Gesinnung über rationale Urteilsfähigkeit. Nicht die besseren Argumente zählen, sondern zunehmend zur Schau gestellte Haltung und richtige Moral.“ (Wikipedia)