Essenz. Beiträge zur ganzen Wahrheit
Kreuzzug gegen Naturheilkunde
Heilpraktiker und Homöopathen sehen sich in Deutschland seit Jahren Angriffen von politischer Seite ausgesetzt. Zugleich wächst, so berichtet Susanne Wolf, der Zuspruch für Komplementärmedizin in der Bevölkerung.
Der Gegenwart. — 7. Dezember 2024
Von SUSANNE WOLF | Heilpraktiker und Homöopathen sehen sich in Deutschland seit Jahren Angriffen von politischer Seite ausgesetzt, manche Stimmen fordern gar ein Berufsverbot. Zugleich wächst der Zuspruch in der Bevölkerung für Komplementärmedizin und Naturheilkunde.
In Deutschland praktizieren rund 47.000 Heilpraktiker (Link) in Voll- oder Teilzeitpraxen. Sie kombinieren traditionelle und bewährte Heilverfahren mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Dabei beachten sie nicht nur die körperlichen Symptome ihrer Patienten, sondern auch die emotionale und psychische Verfassung und stellen Fragen zur Lebenssituation. Heilpraktiker dürfen als nicht-ärztliche Therapeuten Patienten selbstständig behandeln und unterscheiden sich darin etwa von Physio- und Ergotherapeuten oder Krankenschwestern, die nur auf ärztliche Anweisung tätig werden dürfen. Das Behandlungsspektrum von Heilpraktikern ist jedoch gegenüber Ärzten durch den sogenannten Arztvorbehalt stark eingeschränkt.
Im Jahr 2020 befragten (Link) Therapiewissenschaftler der Hochschule Fresenius mehr als 1.000 Personen zu deren Zufriedenheit mit Ärzten, Therapeuten und Heilpraktikern. Von Ärzten fühlten sich die befragten Patienten oft nicht ausreichend ernst genommen, sehr zufrieden zeigten sie sich hingegen mit der Behandlung durch Heilpraktiker. „Wir gehen davon aus, dass die Faktoren Kommunikation, Zeit und Ganzheitlichkeit eine große Rolle spielen sowie der Umstand, dass die Menschen den Heilpraktikerbesuch in der Regel selbst zahlen“, lautet das Resumee der Wissenschaftler. Während ein Termin beim Heilpraktiker rund 60 Minuten dauert, nehmen sich Ärzte durchschnittlich 7,5 Minuten Zeit pro Patient.
Trotz diesem Rückhalt in der Bevölkerung lässt sich seit mehreren Jahren eine Diffamierungs-Kampagne der Bundesregierung gegen diesen Berufsstand verfolgen. Im Jahr 2021 wurde der Rechtsanwalt Christof Stock von der aktuellen Bundesregierung mit einem Rechtsgutachten (Link) zum Heilpraktikerrecht beauftragt. Ein Fazit des Verfassers lautet: „Für die Abschaffung des Heilpraktikerberufs gibt es derzeit weder eine ausreichende Tatsachen- noch eine Rechtsgrundlage." Dennoch nahmen seit jenem Zeitpunkt die Angriffe gegen diese Berufsgruppe von politischer Seite zu. Immer wieder gibt es Versuche von Anti-Heilpraktiker-Lobbyisten oder Beauftragten der Regierung, den Beruf politisch in Misskredit zu bringen.
Weiterlesen: Susanne Wolf: »Kreuzzug gegen Naturheilkunde« auf Multipolar, 6. Dezember 2024 ⋙ Link
Aktuelle Artikel
Multipolar
Automatisiertes Töten
„Eine russische Verantwortung“
Eine Frage, Frau Fahimi: Steht die Gewerkschaft noch zur Pressefreiheit?
„Die junge Generation macht mir Hoffnung“
Der Arzt als Polizist
Zur Bewertung der Coronalage im März 2020
Sichere Kinderimpfungen?
„Die Menschen sollen Angst haben“
Presserat: Nicht jede Angst ist schlecht
„Wir müssen Druck aufbauen“

Susanne Wolf — Foto: Privat
Ich möchte Menschen Mut machen und sie zu selbstbestimmtem Denken ermutigen. Sie auffordern, einen Blick über den eigenen Tellerrand zu werfen – um im besten Fall eine neue Sichtweise auf die Welt, in der wir leben, zu erlangen.
Die Autorin
Susanne Wolf ist freie Journalistin und Autorin mit einem kritisch-konstruktiven Zugang und begleitet schreibend den gerade stattfindenden gesellschaftlichen Wandel. Sie schreibt für Magazine und Online-Medien im deutschsprachigen Raum.
Webseite von Susanne Wolf ⋙ Link
Substack von Susanne Wolf ⋙ Link
Susanne Wolf ist Mitgründerin der Freischreiber Österreich ⋙ Link
Constructive journalism
Turning "Only bad news are good news" upside down | Susanne Wolf (TEDxLinz; 23.11.2015; 10:01 min. in deutscher Sprache)
»Wars, natural diseasters, blood and thunder – our media is full of negative headlines and stories. But why is "only bad news are good news" the slogan of today? Journalism should change to constructive journalism to open up new vistas.«