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Germania
Gaius Cornelius Tacitus schrieb etwa 98 n. Chr. seine ethno-geografische Studie über das Volk der Germanen. Sie wurde seit der Zeit des Humanismus zu einer wichtigen Grundlage unseres entstehenden Nationalbewusstseins.
Der Gegenwart. — 14. Januar 2025 — UPDATE 15. Januar 2025
Die Germania des Tacitus ist eine ethno-geografische Studie über das Volk der Germanen. Tacitus befasst sich – gegliedert in einen allgemeinen und einen völkerspezifischen Teil – mit dem Ursprung der Germanen sowie ihrem privaten und öffentlichen Leben. Die behandelten Themen reichen vom Kriegswesen und der Bewaffnung, über Strafen und Rechte bis hin zu Speisen und Tränken und dem üblichen Tagesablauf. Im völkerspezifischen Teil werden die einzelnen Stämme vom Rhein bis zur Weichsel lokalisiert und ihre Eigenschaften und Bräuche beschrieben. Dabei hebt Tacitus die sittliche Lebensweise der Germanen hervor, wie das streng geregelte Familienleben, ihren treuen und aufrichtigen Charakter, ihre Tapferkeit im Krieg und ihren Freiheitswillen. Er weist auch auf Schwächen hin, wie Trägheit, Hang zu Würfelspiel und Alkohol.
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Von TACITUS | Die Germanen selbst mag ich für Kinder des Landes halten und gar nicht durch andrer Völker Eindringen und Einkehren vermischt, weil in der Vorzeit nicht zu Lande, sondern auf Flotten heranfuhren, die ihre Sitze zu wechseln suchten, und weil der unermeßliche jenseitige und, daß ich so sage, anderweitige Ocean von wenig Schiffen aus unserer Welt berührt wird. Ferner, wer sollte, neben der Gefahr eines schauervollen und unbekannten Meeres, Asien oder Afrika oder Italien verlassen und nach Germanien streben, unschön in den Landschaften, rauh durch seinen Himmel, unerfreulich zum Wohnen und für den Anblick, außer wenn es das Vaterland ist? Sie preisen in alten Liedern, bei ihnen die einzige Art der Ueberlieferung und der Geschichte, den Gott Tuisko, der Erde Sprößling, und seinen Sohn Mannus als Ursprung und Gründer ihres Volkes. Dem Mannus verleihen sie drei Söhne, nach deren Namen die Nächsten am Meere Ingävonen, die in der Mitte Herminonen, die Uebrigen Istävonen genannt würden. Einige, wie eben im freien Spiel des grauen Alterthums, behaupten mehr Söhne des Gottes und mehr Sonder-Benennungen des ganzen Volkes: Marser, Gambrivier, Sueven, Vandalier; und dieß sind wirkliche und alte Namen. Uebrigens sei das Wort Germania neu und erst vor einiger Zeit hinzugethan, weil jene, die zuerst den Rhein überschreitend die Gallier vertrieben und nun Tungren heißen, damals Germanen genannt worden. Also sei, was der Name eines Stammes, nicht der des Volkes gewesen, allmälig emporgekommen, daß Alle, zuerst vom Sieger zur Furcht, bald auch durch sich selbst mit der so erhaltenen Benennung Germanen geheißen wurden.
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Ich selbst trete den Ansichten Derer bei, welche glauben, daß Germaniens Völker, durch keine fremden Ehemischungen aus anderen Nationen unrein, ein eigenthümliches, naturächtes und nur sich ähnliches Geschlecht seien. Daher auch die Beschaffenheit der Körper, obgleich in einer so großen Zahl von Menschen, die nämliche bei Allen: trotzig wilde und blaue Augen, röthliche Haare, große Körper und nur zum Anstürmen stark; nicht gleich groß ihre Ausdauer in Mühe und Arbeit, und am wenigsten ertragen sie Durst und Hitze; an Kälte und Hunger sind sie durch ihren Himmel oder Boden gewöhnt.
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Könige wählen sie nach dem Adel der Abkunft, Heerführer nach der Tüchtigkeit. Doch haben die Könige keine unbegrenzte oder freie Gewalt, und die Führer stehen an der Spitze mehr durch Musterhaftigkeit als durch Machtvollkommenheit, bewundert, wenn sie kampfgewandt, wenn sie hervorleuchtend sind, wenn sie vor der Schlachtlinie walten. Uebrigens ist weder hinrichten noch fesseln, nicht einmal schlagen erlaubt, außer den Priestern: nicht eigentlich zur Strafe, noch aus Befehl des Führers, sondern weil gleichsam die Gottheit es gebietet, die sie unter den Kriegenden gegenwärtig glauben; und daher tragen sie Bilder und gewisse heilige Zeichen, aus den Hainen geholt, in die Schlacht. Ferner, was eine vornehmliche Anregung der Tapferkeit ist, nicht Zufall, nicht Zusammenschaarung durch Ungefähr macht den Trupp oder Keil, sondern die Familien und Verwandtschaften; und die geliebten Pfänder ganz in der Nähe, von wo der Weiber Geheul zu hören, von wo das Schreien der Kinder. Diese sind Jedem die heiligsten Zeugen, diese die höchsten Lobesspender. Zu den Müttern, zu den Frauen tragen sie die blutenden Leiber, und Jene zittern nicht, die Wunden zu zählen oder zu vergleichen, und bringen fortan den im Kampfe Stehenden Speise und Ermunterung.
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Das geschichtliche Andenken weiß, daß einige Schlachten, schon sinkend und wankend, von den Weibern wieder hergestellt wurden durch Beharrlichkeit der Bitten, durch das Entgegenhalten ihrer Brüste, und durch das Hinzeigen auf die ganz nahe Gefangenschaft, welche der Germane im Hinblick auf sein Weib weit unüberstehlicher fürchtet, so sehr, daß die Stimmung solcher Staaten wirksamer gebunden wird, denen unter den Geiseln auch edelbürtige Mädchen abverlangt werden. Ja, daß selbst ein heiliges und prophetisches Wesen denselben inwohne, glauben sie, und man weist ihren Rath nicht ab oder vernachlässigt ihre Aussprüche. Wir selbst haben unter Vespasianus (nun bei den Göttern) die Veleda gesehen, welche lange bei den Meisten für ein Gottwesen galt. Aber auch in älterer Zeit verehrten sie göttlich eine Albruna und mehrere Andre, nicht aus Kriecherei, noch als ob man sie zu Göttinnen machte.
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Ueber kleinere Dinge berathen die Hohen, über größere Alle, doch so, daß auch Dasjenige, dessen Entscheidung beim Volke ist, bei den Hohen durchgearbeitet wird. Die Gemeinde versammelt sich, wenn nicht etwas Unerwartetes und Plötzliches einfällt, zu bestimmten Fristen, da der Mond anfängt oder voll wird; denn zur Behandlung aller Angelegenheiten halten sie dieß für den glückbringendsten Anfang. Uebrigens rechnen sie nicht wie wir die Zahl der Tage, sondern der Nächte; so geben sie Bestimmung, so Zusage; die Nacht scheint dem Tage vorauszugehen. Das ist ein Fehler aus der Freiheit, daß sie nicht auf einmal noch wie auf Befehl zusammen kommen, sondern ein zweiter und dritter Tag durch Säumniß der Zusammentretenden hingeht. Wie es der Masse gefällt, faßt man Platz, in Waffen. Stillschweigen wird durch die Priester geboten, welchen dann auch das Recht der Bestrafung zusteht. Hierauf wird der König oder das Volkshaupt, wie jeweils dessen Alter ist, wie der Adel seines Geschlechtes, wie sein Ruhm aus Kriegen, wie die Wohlredenheit, angehört, mehr mit der Geltung eines Zuspruchs, als durch die Amtsgewalt des Befehlens. Mißfällt der Antrag, so verwerfen sie ihn durch Gemurr; gefällt er aber, dann schlagen sie die geschwungenen Framen zusammen: die geehrteste Art des Beifalls ist, mit den Waffen zu loben.
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Aber Nichts, weder von Gemeindesachen noch der Einzelnen, thun sie anders als in Waffen. Doch das Waffenführen gestattet Keinem die Sitte früher, als die Gemeinde ihn dafür genügend erkannt. Dann schmückt gerade in der Versammlung des Volkes entweder der Hohen Einer oder der Vater oder nahe Verwandte den jungen Mann mit Schild und Frame. Dieß ist bei ihnen die Toga, dieß die erste Auszeichnung der thatkräftigen Jugend: bis dahin erscheinen sie als Theil des Hauses, nun des Gemeinwesens. Ausgezeichneter Adel des Geschlechtes oder der Väter große Verdienste führen auch zarten Jünglingen die Auszeichnung des Häuptlings zu: den übrigen, mehr erstarkten und schon längst erprobten, werden sie angereiht, und es ist ihnen keine Beschämung, im Gefolge erblickt zu werden. Ja, Rangstufen sogar hat die eigentliche Geleitschaft, durch den Ausspruch Dessen, dem sie folgen; und groß ist nicht bloß der Begleiter Wetteifer, wem der erste Platz an ihres Führers Seite, sondern auch der Führer, wem die meisten und tapfersten Begleiter. Dieß ist Würde, dieß Kraft und Macht, stets von einem großen Haufen auserlesener Krieger umgeben zu sein: im Frieden Zierde, im Kriege Schutz; und nicht bloß beim eigenen Volke, sondern auch bei den nahen Gemeinden bringt das Jedwedem Name, bringt das Ruhm, wenn durch Zahl und Tapferkeit sein Gefolge hervorragt; denn durch Gesandtschaften werden sie dann ernstlich gesucht und mit Geschenken geehrt; und gar oft schlagen sie durch ihren großen Ruf allein die Kriege nieder.
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Wann es zur Schlacht kam, ist es schimpflich für den Häuptling, in der Tapferkeit nachzustehen, schimpflich für das Gefolge, der Tapferkeit des Hauptes nicht gleichzukommen. Aber ehrlos gar für das ganze Leben und schmachvoll ist es, seinen Führer überlebend aus dem Kampfe zu kehren. Ihn vertheidigen, ihn schützen, sogar die eigenen Heldenthaten seinem Ruhme zuweisen, ist allererste heilige Pflicht. Die Häuptlinge kämpfen für den Sieg, die Begleiter für den Häuptling. Wenn der Staat, in dem sie geboren, in langem Frieden und Ruhe starret, so ziehen gar Manche der adeligen Jünglinge aus eignem Triebe zu den Stämmen, welche jetzt gerade irgend einen Krieg führen, theils weil der Nation die Ruhe unwillkommen ist, theils weil man unter scharfer Gefahr leichter zu Ruhm gelangt, ein großes Gefolge aber nur durch Gewalt und Krieg halten kann. Denn man verlangt von seines Häuptlings Freigebigkeit jenes kampfmuthige Roß, jene blutige und siegreiche Frame; Schmäuse nämlich, und die reichlichen, wenn gleich schmucklosen Bewirthungen vertreten die Stelle des Soldes. Der Stoff für reiche Güte kommt durch Kriege und Raub. Und man mag nicht so leicht sie dahin stimmen, die Erde zu pflügen oder das Jahr abzuwarten, als den Feind zu fordern und Wunden zu gewinnen; ja, faul im Gegentheil und träge scheint es, mit Schweiß zu erarbeiten, was man mit Blut erreichen kann.
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Daß von den Völkern der Germanen keine Städte bewohnt werden, ist bekannt genug, ja, daß sie auch von keinen unter sich verbundenen Sitzen wissen wollen. Sie wohnen gesondert und auseinander, wie Quelle, wie Feld, wie Wald gefiel. Die Dörfer legen sie nicht nach unsrer Weise an, durch verbundene und fest zusammenhängende Gebäude: mit einem freien Raume umgibt Jeder sein Haus, entweder als Mittel gegen Feuerunglück oder aus Ungeschicktheit im Bauen. Nicht einmal der Bruchsteine oder Ziegel Verwendung ist bei ihnen: durchweg nehmen sie Holz dazu, formlos, unansehnlich und ungefällig. Einzelne Stellen überstreichen sie recht sorgfältig mit so reiner und glänzender Erde, daß es der Malerei und Farbenzeichnung nahe kommt. Sie pflegen auch unter dem Boden Höhlen zu öffnen und belasten sie mit vielem Mist darüber, Zuflucht für den Winter und Behältniß für die Früchte. Durch Gelasse der Art lindern sie die Strenge der Kälte, und wenn einmal der Feind einbricht, verheert er das Offene, das Versteckte aber und Vergrabene weiß man nicht, oder es entgeht schon darum, weil es zu suchen ist. ■
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Zuwanderungsbedingte Sprachauflösung
Die Auslöschung Deutschlands als Kulturnation erfolgt auch und gerade über die Zerstörung der Sprache, und sie verläuft an mehreren Fronten. Durch die millionenfache Massenmigration dominieren an Schulen Kinder ohne Deutsch als Muttersprache. Das Ergebnis ist, dass dort mittlerweile ein grausiges Kanak-Kauderwelsch vorherrscht, eine Art Kreolsprache, die der in vielen Ballungsräumen bereits weit überwiegend migrantische Nachwuchs unterschiedlicher Provenzienz untereinander spricht, während sie innerhalb ihrer Familienverbände und ethnischen Sprengel die jeweilige Herkunftsprache gebrauchen. In diesem Mischjargon von Türken, Arabern und „Westasiaten“ entsteht dann die Shishabar-Sprech aus „Brudah“, „Wallah“ und „amına koyim“. Korrektes Deutsch wird von Lehrern, Medien und Influencern erst recht nicht vermittelt. Neben dieser zuwanderungsbedingten Sprachauflösung wird droht jedoch von einer zweiten Front der linguistische Exitus: Auch im akademischen Raum – und damit auf dem nachschulischen Bildungsweg – wird das Deutsche nämlich mehr und mehr verdrängt, hier dann durch die englische Sprache, wie der Journalist und Sprachwissenschaftler Wolfgang Krischke in der „Welt“ konstatiert. Er stellt fest, dass das Deutsche als Wissenschaftssprache kaum noch stattfindet. So würden etwa an der TU München bereits 70 von 111 Masterstudiengängen auf Englisch unterrichtet. Statt Fakultäten gebe es nur noch „Schools“. Die deutsche Sprache, bis zum Ersten Weltkrieg neben Englisch und Französisch die weltweit führende Wissenschaftssprache, spielt sogar im Forschungsbetrieb des eigenen Sprachraums nur mehr eine subalterne Nebenrolle. Vor allem in der Grundlagenforschung gelte „English only“, klagt Krischke. Deutschsprachige Quantenphysiker, Molekularbiologen oder Astrochemiker würden höchstens dann noch in ihrer Muttersprache schreiben, wenn sie sich ein Laienpublikum adressierten; ihr wissenschaftliches Denken, Argumentieren, Publizieren und Diskutieren verlaufe jedoch „in den Bahnen des Englischen“.

Skulptur des Tacitus am Parlamentsgebäude
in Wien — Foto: Pe-Jo/Wikipedia
Lebensdaten
Publius Cornelius Tacitus (* um 58, † um 120) war ein bedeutender römischer Geschichtsschreiber, Politiker und Senator. Tacitus’ ganz oder weitgehend erhaltene Schriften sind Agricola, Germania, Dialogus de oratoribus, Historien und Annalen. Sowohl die Historien als auch die Annalen gehören zu den bekanntesten und wichtigsten historischen Schriften der römischen Geschichte, sind aber nur teilweise erhalten. Die Germania ist eine bedeutende ethnographische Darstellung verschiedener Stämme der Germanen, die eine interessante Rezeptionsgeschichte aufweist.
Quellen
Tacitus selbst war nie in Germanien gewesen. Wahrscheinlich ist, dass er sein Wissen größtenteils aus literarischen Quellen bezog, wie aus Gaius Iulius Caesars Werk über den Gallischen Krieg (De bello Gallico) und dem darin enthaltenen Germanenexkurs. Womöglich zog er auch andere schriftliche Quellen zu Rate, in Frage kommen unter anderem der Germanenexkurs im Geschichtswerk des Titus Livius und die bella Germaniae („Germanenkriege“) des älteren Plinius. Es gilt als wahrscheinlich, dass auch mündliche Berichte von zeitgenössischen Germanien-Reisenden in sein Werk eingeflossen sind.
Antike
In der Antike fand Tacitus relativ wenig Beachtung, obwohl er, wie Plinius belegt, bei seinen Zeitgenossen als Schriftsteller großen Ruhm genoss. Durch den großen Erfolg Suetons erlosch die traditionelle Form der Geschichtsschreibung im lateinischen Westen (besonders in ihrer spezifischen senatorischen Form, für die Tacitus stand) bis in die Spätantike; zumindest kennen wir keine entsprechenden Werke. Dort dominierte, anders als im griechischen Osten, fortan das Genre der Kaiserbiographien. Zudem galten Tacitus’ Sprache und Stil vielen vermutlich als zu anspruchsvoll. Ammianus Marcellinus schloss mit seinem umfassenden Geschichtswerk im späten 4. Jahrhundert bewusst an Tacitus an; nicht wenige Historiker, darunter Syme, sehen Ammianus sogar als (literarischen) „Erben des Tacitus“ an. Sidonius Apollinaris (5. Jahrhundert) hat Tacitus offenbar gelesen, und der Kirchenvater Hieronymus fasste die Annalen und die Historien als eine 30 Bücher umfassende Kaisergeschichte auf.
Mittelalter
Im Mittelalter gerieten die Schriften des Tacitus fast völlig in Vergessenheit. Immerhin gibt es jedoch eine umfangreiche Benutzung der Germania in der Einleitung zur Translatio s. Alexandri des Rudolf von Fulda, der für eine Beschreibung der Sachsen des 9. Jahrhunderts die Germanencharakteristik des Tacitus nahezu wörtlich verwendet.
Neuzeit
In der Zeit des Humanismus (15./16. Jahrhundert) wurden die Schriften des Tacitus (vor allem die Germania, aber auch die Kapitel über Arminius in den Annalen) nach ihrer Wiederauffindung und Publizierung in Erstdrucken dann zu einer wichtigen Grundlage eines entstehenden Nationalbewusstseins. Deutsche Humanisten nahmen die positive Charakteristik der Germanen durch Tacitus begeistert auf und zogen sie recht unkritisch und in wörtlicher Übernahme zur Darstellung „des“ deutschen Nationalcharakters heran. Auch die Gestalt des Arminius entwickelte sich zum deutschen Nationalhelden und zum Vorkämpfer deutscher Freiheit gegen Rom (vgl. vor allem den Arminius des Ulrich von Hutten). In der Zeit der Französischen Revolution wurde er als Vorkämpfer gegen die Unterdrückung gefeiert, später wurde er jedoch teils sehr kritisch betrachtet (Theodor Mommsen). (Wikipedia)
Tacitus sieht alle Germanen als ursprünglich an, d. h. alle haben dieselbe Herkunft und sind nicht mit anderen Völkern vermischt und seien auch nicht nach Germanien eingewandert. Charakterzüge, die er im allgemeinen Teil dem gesamten Volk zuschreibt, führt er auf diese gemeinsame Herkunft zurück. Das kann Tacitus allerdings nicht belegen, er geht schlicht davon aus, dass kein Volk freiwillig in dieses karge Land gezogen sein könnte, um sich mit den Germanen zu vermischen.
Germania magna
Als Germanen wird eine Gruppe von ehemaligen Stämmen in Mitteleuropa und im südlichen Skandinavien bezeichnet, deren Identität in der Forschung traditionell über die Sprache bestimmt wird. Kennzeichen der germanischen Sprachen sind unter anderem bestimmte Lautwandel gegenüber der rekonstruierten indogermanischen Ursprache, die als germanische oder erste Lautverschiebung zusammengefasst werden. Das von den Germanen bewohnte Siedlungsgebiet wurde entsprechend von den Römern als Germania magna bezeichnet. Ab der Zeitenwende prägte der Kontakt mit den Römern die germanische Welt, wie auch die Entwicklung des Römischen Reiches sich zunehmend mit der germanischen Welt verband. In der Spätantike kam es im Verlauf der „Völkerwanderung“ zu weitreichenden Zügen mehrerer germanischer Stämme (gentes), die teilweise größere Verbände bildeten, und schließlich zu deren Einfall in das Römische Reich. Ihr Ziel war vor allem Teilhabe am Wohlstand des Imperiums, dessen Strukturen und Kultur sie keineswegs zerstören wollten. Einige dieser Gruppen gründeten Reiche nach antikem römischen Vorbild auf dem Boden des Westreiches, das um das Jahr 476 unterging. Elemente der germanischen Religion und des religiösen Brauchtums wurden unter anderem durch Akkommodation in das angenommene Christentum übertragen. In der neueren Forschung wird dabei die Sammelbezeichnung Germanen zunehmend kritisch gesehen, da die so bezeichneten Gruppen sich niemals als Einheit verstanden hätten, sondern es sich um eine reine Fremdbezeichnung handle, die Unterschiede verwische. Dieser Artikel beschreibt die allgemeine Geschichte der germanischen Völker, beginnend vor der Zeitenwende, bis in die Spätantike bzw. das beginnende Frühmittelalter. In der Forschung wird auch die Geschichte Skandinaviens bis ins Mittelalter im germanischen Kontext gesehen. (Wikipedia)
Respekt auch für Straftäter
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat mehr Respekt für gut integrierte Migranten gefordert. Fast 25 Millionen Menschen und damit fast 30 Prozent der Menschen in Deutschland hätten einen Migrationshintergrund. […] Faeser kritisierte den Vorschlag von CDU-Chef Friedrich Merz, Straftätern mit Doppelpass die deutsche Staatsbürgerschaft zu entziehen. Das führe zu einem Gefühl, dass es Bürger erster und zweiter Klasse gebe. „Das ist eine Diskussion auf dem Rücken von Menschen, die sich das Leben in Deutschland hart erarbeitet haben“, sagte Faeser. Die Forderung der AfD nach „Remigration“, also Rückführungen im großen Stil, wertete die Ministerin als „Menschenverachtung“ und schädlich für den Standort Deutschland.
BR24 Redaktion: »Bundesinnenministerin Faeser fordert mehr Respekt für Migranten«, 15.1.2025
