Vokabularium
TON 618
Der ferne Quasar enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch. Seine Galaxie ist nicht beobachtbar, weil sie überstrahlt wird.
Der Gegenwart. — 9. Januar 2026
Zum ersten Mal wurde TON 618 in einer Untersuchung von blassen blauen Sternen (hauptsächlich Weißen Zwergen) im Jahre 1957 erwähnt. Damals war die Natur solcher Objekte unbekannt, da die Kategorie der Quasare erst 1963 anerkannt wurde. Auf Fotografien, aufgenommen vom 0,7-m-Schmidt-Teleskops im Tonantzintla-Observatorium in Mexiko, erschien er „zweifellos violett“ und wurde als Nummer 618 in den Tonantzintla-Katalog aufgenommen.
1970 wurde bei einer Radiowellen-Untersuchung in Bologna festgestellt, dass TON 618 Radiowellen aussendet, worauf er als Quasar eingestuft wurde. Marie-Helene Ulrich hat danach das optische Spektrum von TON 618 am McDonald-Observatorium untersucht und für einen Quasar charakteristische Emissionslinien gefunden. Aus der Rotverschiebung leitete Ulrich eine so hohe Entfernung von TON 618 ab, dass er einer der leuchtstärksten bekannten Quasare sein muss.
Supermassereiches Schwarzes Loch
Heute wird davon ausgegangen, dass es sich bei TON 618 um eine Akkretionsscheibe heißer Gase um ein supermassereiches Schwarzes Loch (SMBH) im Zentrum einer Galaxie handelt. Das Licht des Quasars wird auf ein Alter von 10,4 Milliarden Jahren geschätzt. Die dazugehörige Galaxie ist von der Erde aus nicht beobachtbar, weil der Quasar sie überstrahlt. Dessen absolute Helligkeit von −30,7 mag entspricht einer Leuchtkraft von 4 · 10 hoch 40 Watt oder dem 140-billionenfachen der Sonnenleuchtkraft, was ihn zu einem der leuchtstärksten Objekte im beobachtbaren Universum macht.
Wie andere Quasare zeigt auch TON 618 ein Spektrum mit Emissionslinien kühlerer Gase weiter außerhalb der Akkretionsscheibe in der „Broad line region (BLR)“. Die ungewöhnlich breiten Emissionslinien im Spektrum von TON 618 lassen auf eine sehr hohe Geschwindigkeit des Gases schließen – die Wasserstoff-Betalinie spricht für eine Fortbewegung mit ungefähr 7000 km/s, was nur durch eine exorbitante Gravitation des zentralen Schwarzen Loches erklärbar ist.
Die Größe der BLR kann mit der Helligkeit der aufleuchtenden Quasarstrahlung berechnet werden. In Anbetracht der Größe dieser Region und der Orbitalgeschwindigkeit ergab sich anhand des Gravitationsgesetzes eine Masse des Schwarzen Lochs in TON 618 von ungefähr 66 Milliarden Sonnenmassen, womit TON 618 zeitweise an der Spitze der ultramassereichen Schwarzen Löcher stand. Ein Schwarzes Loch dieser Masse hat rechnerisch einen Schwarzschildradius von 1300 AE, das ist das 40-Fache der Umlaufbahn des Neptun.
Eine neue Messung aus dem Jahre 2019, die eine alternative Spektrallinie zur Wasserstoff-Betalinie verwendet, ergab eine geringere relative Geschwindigkeit des Gases von 2761 ± 423 km/s. Daraus leitet sich eine, im Vergleich zur vorherigen Schätzung, geringere Masse des Schwarzen Lochs von etwa 40 Milliarden Sonnenmassen ab.
Textgrundlage: https://de.wikipedia.org/wiki/TON_618
Daten & Fakten
TON 618 ist ein ferner, lichtstarker Quasar im Sternbild der Jagdhunde. Er enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch, das zum Zeitpunkt seiner Entdeckung das massereichste bekannte Exemplar war. (Wikipedia)
Extreme Dimensionen
TON 618 - Das Schwarze Loch, das das Universum zerreißt! (TheSimplySpace; 8.1.2026; 11:42 min.)
»In den Tiefen des Alls schlummert ein Objekt, das so gewaltig ist, dass es unsere Vorstellungskraft sprengt! Denn tatsächlich bringt das Schwarze Loch TON 618 unglaubliche 66 Milliarden Sonnenmassen auf die Waage – und gehört damit zu den extremsten Auswüchsen des gesamten Kosmos. Der Ereignishorizont dieses Massemonsters ist so gigantisch, dass unser Sonnensystem vollständig darin verschwinden würde – und am Ende sogar noch Platz übrig wäre. Doch unterm Strich ist TON 618 nicht nur ein riesiges Schwarzes Loch – sondern auch der Motor eines Quasars, dessen Licht mehr als 10 Milliarden Jahre zu uns unterwegs war, und der uns damit einen atemberaubenden Einblick in eine viel frühere Ära des Universums eröffnet. Ok, aber was macht TON 618 so besonders? Wie kann ein Objekt überhaupt derart extreme Dimensionen erreichen – und wieso reizt es die Grenzen unserer Modelle aus? Bleib unbedingt bis zum Ende dran und finde es zusammen mit uns heraus!«
Noch gigantischer
Dieses MONSTER ist größer als TON 618 | Mega-Schwarzes-Loch Phoenix A (Astro-Tim; 27.1.2023; 8;26 min.)
»Wissenschaftler haben das größte Schwarze Loch aller Zeiten entdeckt! Es heißt Phoenix A* und ist sogar NOCH gigantischer als der bisherige Rekordhalter TON 618! In diesem Video schauen wir uns das Ungetüm genau an und lassen es sogar unser Sonnensystem vernichten ...«
Theorie herausgefordert
Phoenix A ist ein gigantisches, ultramassives Schwarzes Loch im Zentrum des Phoenix-Galaxienhaufens, etwa 5,8 bis 8,6 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt, mit einer geschätzten Masse von bis zu 100 Milliarden Sonnenmassen, was es zu einem der größten bekannten Objekte macht und aktuelle Theorien über Schwarze Löcher herausfordert, da es in einer Umgebung mit hoher Sternentstehung existiert. Es ist so groß, dass sein Ereignishorizont (der Punkt, ab dem nichts entkommen kann) weit über die Umlaufbahn von Pluto hinausreichen würde.
Wichtige Fakten über Phoenix A
▬ Größe & Masse: Geschätzt 100 Milliarden Mal die Masse unserer Sonne (100 Milliarden M_☉).
▬ Durchmesser: Sein Ereignishorizont hat einen Durchmesser von etwa 590 Milliarden Kilometern.
▬ Standort: Im Zentrum des Phoenix-Galaxienhaufens.
▬ Besonderheit: Trotz seiner enormen Masse und der Hitze, die es erzeugt, findet in der Nähe eine hohe Sternentstehungsrate statt, was ein Rätsel für Astronomen darstellt, da Schwarze Löcher normalerweise Sternentstehung unterdrücken sollten.
▬ Bedeutung: Seine Existenz stellt aktuelle Modelle zur Entwicklung von Schwarzen Löchern und Galaxien auf die Probe und deutet möglicherweise auf unbekannte physikalische Prozesse oder eine Notwendigkeit zur Überarbeitung unserer Theorien hin.
▬ Zusammenfassend: Phoenix A ist ein kosmischer Riese, der die Grenzen unseres Verständnisses von Schwarzen Löchern verschiebt und ein wichtiges Ziel für die weitere astronomische Forschung darstellt. (Übersicht mit KI)