Zerwirktes Reh in der Wildkammer (v.l.: zwei Schultern, Rippen, zwei Keulen, Rücken; oben: Hals) — Foto: Hans J. Klaiber/Wikimedia [Vorschaubild: FotoosVanRobin from Netherlands]

Die Waldfleisch App

Die Waldfleisch App – Wildfleisch direkt vom Jäger aus der Region (Waldfleisch; 15.4.2021; 0:59 min.)

»Regional, nachhaltig, gesund & lecker. Es gibt kein Fleisch, das mehr Vorteile in sich vereint, als die vielfältigen Wildfleisch Produkte vom Jäger aus der Nachbarschaft. Doch aufgrund seiner limitierten und unregelmäßigen Verfügbarkeit, war es bisher für die meisten Menschen sehr kompliziert an das hochwertige Fleisch aus dem Wald zu kommen. Finanziert über ein Innovationsförderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums (EXIST) und unterstützt vom Deutschen Jagdverband und der Landesjägerschaft Niedersachsen, soll die Waldfleisch App wieder allen Menschen Zugriff auf das frische Fleisch aus dem Wald direkt vom Jäger ermöglichen.«

Waldfleisch direkt aus der Region

»Mit der Waldfleisch App können Feinschmecker das leckere Fleisch von Hirsch, Wildschwein, Reh und anderen artgerecht lebenden Wildarten direkt beim Jäger aus der Region kaufen. Tausende Jäger, Forstämter und weitere Wild Verkaufsstellen bieten Wildbraten, Wildgulasch und sonstige Wildspezialitäten zum Kauf an.« — Zur Webseite waldfleisch.deLink

 

Fakten & Zahlen

Wildbret, auch Wildpret, Wildbraet, Wilpert (mhd. wildbræt „Fleisch vom Wild“), ist Fleisch jagdbarer, wildlebender Tiere, des sogenannten (Jagd-)Wilds. Eine spezifische Bezeichnung für Wildfleisch in den englischsprachigen Ländern Afrikas ist „Bushmeat“. In Österreich wird Wildbret als Fleisch von Tieren, die dem Jagdrecht unterliegen definiert, sodass Fleisch aus Gatterhaltung nicht als Wildbret bezeichnet wird.

Statistik

Der Deutsche Jagdverband veröffentlicht jährlich eine Statistik zum Verzehr von Wildbret. Im Jagdjahr 2023/24 wurden demnach knapp 27.000 Tonnen Wildbret von deutschen Jägern und Jägerinnen vermarktet. Mit 49 Prozent stammt fast die Hälfte des Fleisches vom Wildschwein; 36 Prozent stammen vom Reh, 10 Prozent vom Rothirsch und 5 Prozent vom Damhirsch.

Umfrage

Laut einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Jagdverbands hielten im Jahr 2020 84 Prozent der Deutschen heimisches Wildfleisch für ein gesundes und natürliches Lebensmittel. Weiteres Ergebnis: Von 2008 bis 2020 stieg die Zahl derer, die Wildfleisch mindestens einmal im Jahr essen, von 31 auf 52 Prozent.

Gesundheit

Wildfleisch ist, mit Ausnahme von Robbenfleisch, arm an Fett und außerdem reich an Eiweißen, Mineralstoffen und Vitaminen.

Fleischhygiene

Der Deutsche Jagdverband stellt im Internet Infos und Lehrmaterial zur Fleischhygiene bei der Primärproduktion zur Verfügung. In zwei Videoserien des Dachverbands der Jäger geben Experten Tipps. (Wikipedia)

 

Fleischsorten

Elchfleisch, Hirschfleisch, Gamsfleisch, Rehfleisch freilebender Tiere sind fettarm, hingegen ist Fleisch von Gatterwild fettreicher. In der Paarungszeit erlegtes männliches Schalenwild hat einen stark urinösen Geruch und Geschmack.

Wildschweinfleisch ist fetter als Hirsch oder Reh. Wildschweine können Trichinenträger sein, deshalb unterliegt ihr Fleisch der Trichinenschau, die durch einen Sachkundigen vorgenommen wird, bevor das Fleisch zum Verzehr oder in den Handel gelangt.

Hasenfleisch: Schlegel und Rücken eignen sich ausgezeichnet zum Braten und Schmoren.

Fasan: Fasane können auch mit traditionellen Geflügelrezepten zubereitet werden.

Rebhuhn: Sehr schmackhaftes Wildhuhn.

Wildente: Gebraten, mit Rotkohl eine beliebte Festtagsspeise oder die ausgelösten Brüste als Schnitzel.

Strauß: Feinfaseriges, zartes und mageres Fleisch, das sich zum Beispiel als Steak und Filet eignet.

Känguru: Das Kängurufleisch ist dunkelrot und enthält nur zwei Prozent Fett, ist also sehr mager. Es kann gegrillt, geschmort, gekocht oder gebraten werden; wegen des geringen Fettgehaltes soll es jedoch nur „medium“ zubereitet werden, da das Fleisch ansonsten sehr trocken und hart wird. (Wikipedia)

 

Wildbret in der Literatur

Die Wirtin, die mich als freigebig kennengelernt hatte, gab mir Wildbret und Stör.

Giacomo Casanova: Geschichte meines Lebens. Propyläen, Berlin (Ausg. 1985)

 

Ihrer gab es in der Nähe der Siedlung immer noch genug für den Bedarf an Häuten und Wildbret, und aus der Umgebung des Dorfes war die Strecke leichter zu bergen.

Friedrich von Gagern: Der Marterpfahl. Novelle. Reclam, Stuttgart (1925/1985)