Hinweise auf Menschen
Wilhelm Hoff
Der Ingenieur und Professor für Luftfahrtwesen widmete sein Leben praktisch und wissenschaftlich der deutschen Flugtechnik.
Der Gegenwart. — 1. März 2026
Am Plauer See in Mecklenburg errichtet [August von Parseval] auch eine Flugstation als Startvorrichtung. Im Frühjahr 1910 beginnen die Erprobungen [für das erste Wasserflugzeug Deutschlands]. Der Pilot Wilhelm Hoff versucht zunächst vom Wasser aus zu starten. Doch erst als ein Anlaufgleis in den See hinein gebaut wird, glückt am 7. Oktober der Start mit Hilfe eines Startwagens. Die Experimente bleiben ohne dauernden Erfolg und Parseval gibt sie 1911 auf.
Virtuelles Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommern: Modell des ersten deutschen Wasserflugzeugs ⋙ Link
Wilhelm Hoff besuchte von 1890 bis 1899 das Protestantische Gymnasium und danach bis 1902 die Oberrealschule in Straßburg. Im gleichen Jahr nahm er ein Studium an der Kaiser-Wilhelm-Universität Straßburg auf und meldete sich später als Einjährig-Freiwilliger beim Ober-Elsässischen Feldartillerie-Regiment 51 in Straßburg. Ein Maschinenbaustudium ab 1904 an der Königlich Technischen Hochschule Charlottenburg schloss er im März 1909 mit einem Diplom ab.
Hoff arbeitete ab April 1909 als Ingenieur bei der Motorluftschiff-Studiengesellschaft m.b.H (MStG) im Berliner Vorort Reinickendorf. Er konstruierte Prallluftschiffe und Flugzeuge, erhielt am 13. Dezember 1910 das „Flugmaschinenführer-Zeugnis“ Nr. 41 des Deutschen Luftfahrer-Verbandes nach Ausbildung auf einem Wright-Doppeldecker in Johannisthal und im folgenden Jahr den Freiballonführerschein. Professor von Parseval unterstützte er beim Bau seines Wasserflugzeugs.
1911 wurde er Assistent Professor Reissners an der Technischen Hochschule Aachen und führte Messungen an fliegenden Flugzeugen durch. Nach Promotion zum Dr.-Ing. mit dem Thema „Versuche an Doppeldeckern zur Bestimmung ihrer Eigengeschwindigkeit und Flugwinkel“ leite er ab 1. Januar 1913 die Flugzeugabteilung der neugegründeten DVL am Flugplatz Johannisthal bei Berlin.
Während des Ersten Weltkriegs war er an der Westfront bei der Fliegertruppe eingesetzt. Später leitete er die Flugzeugmeisterei der Inspektion der Fliegertruppen (IdFlieg) in Adlershof, die mit der Musterprüfung aller Flugzeuge und Erarbeitung von Bauvorschriften befasst war. Nach Rückkehr zur DVL 1919 übernahm er ab 1. Januar 1920 bis 1936 deren Leitung.
Zu Pfingsten 1920 besichtigte er in Vorbereitung des für den August geplanten ersten Gleit- und Segelflugwettbewerbes gemeinsam mit den anderen Organisatoren das Gelände rund um die Wasserkuppe, das bereits Darmstädter Schüler um Hans Gutermuth ab 1912 für Gleitflugversuche genutzt hatten. Die ersten Jahre nach Wiederbelebung des „motorlosen Fluges“ war er Vorsitzender der Technischen Kommission (TeKo) der jährlichen Rhönwettbewerbe.
Ab 1923 hatte er als beamteter außerordentlicher Professor den Lehrstuhl für Luftfahrtwesen der TH Berlin inne und wurde 1925 persönlicher ordentlicher Professor. Seit 1927 hielt er Vorlesungen zur Flugzeuggestaltung und begann 1936 mit den Vorbereitungen zur Schaffung eines Instituts für den Luftfahrtunterricht an der TH Berlin.
Familie
Wilhelm Hoff kam als Sohn des Kaufmanns Carl Ernst Friedrich (1847–n. 1921) und dessen Ehefrau Sophie Wilhelmine, geb. Becker, zur Welt. Er hatte eine ältere Schwester Luise (1882–1966). Am 29. August 1913 heiratete er Erna Wegener, mit der er die Töchter Marie-Luise und Brigitte und die Söhne Carl und Hans hatte.
Ehrungen
Für seine Verdienste bei der Gründung und Unterstützung einer flugwissenschaftlichen Vereinigung an der TH Berlin wurde Hoff 1927 zum Ehrenmitglied der Akademischen Fliegergruppe Berlin ernannt und als außerordentliches Mitglied geführt. Er war Mitglied der Preußischen Akademie des Bauwesens und der Deutschen Akademie der Luftfahrtforschung. 2002 wurde ihm zu Ehren die Wilhelm-Hoff-Straße in Berlin-Adlershof benannt.
Textgrundlage: https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Hoff_(Ingenieur)

Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Hoff — Foto: Archiv
Lebensdaten
Carl Theodor Wilhelm Hoff (* 7. Mai 1883 in Straßburg; † April 1945 in Berlin) war ein deutscher Luftfahrtpionier, Ingenieur und Hochschullehrer. Er wurde bekannt als Leiter der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) und Herausgeber von Zeitschriften und Nachschlagewerken. (Wikipedia)
Schriften

▪ W. Hoff: Versuche an Doppeldeckern zur Bestimmung ihrer Eigengeschwindigkeit und Flugwinkel. (Luftfahrt und Wissenschaft, Heft 6). Springer, Berlin/Heidelberg (1913)
▪ W. Hoff: Die Entwicklung deutscher Heeresflugzeuge im Kriege. In: Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure. Verlag des Vereins Deutscher Ingenieure, Berlin (1920)
▪ W. Hoff: Die Festigkeit deutscher Flugzeuge. In: 36. Bericht der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt. R. Oldenbourg, München / Berlin (1922)
▪ W. Hoff: Der Luftfahrtingenieur. Akad. Auskunftsamt Berlin in Verbindung mit dem Amt für Berufserziehung und Betriebsführung in der Deutschen Arbeitsfront (1939)
Flugplatz Johannisthal
Der Flugplatz Johannisthal war ein Flugplatz in Berlin. Er wurde im September 1909 als zweiter unternehmerisch geführter Flugplatz und als zweiter Motorflugplatz in Deutschland eröffnet, nach dem August-Euler-Flugplatz in Darmstadt. Wegen seiner Lage zwischen den Berliner Vororten Johannisthal und Adlershof wurde er damals noch Motorflugplatz Johannisthal-Adlershof genannt. Nachdem die Nutzung für den zivilen Passagierluftverkehr mit der Eröffnung des Zentralflughafens Tempelhof im Jahr 1923 endete und er seit 1952 nicht mehr als öffentlicher Flugplatz genutzt worden war, wurde er 1995 offiziell geschlossen und anschließend umgenutzt (Gewerbe- und Wohnbebauung, Landschaftspark Johannisthal/Adlershof). (Wikipedia)
Versuchsanstalt
Die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) war die zentrale Forschungs- und Entwicklungseinrichtung für Luftfahrt im Deutschen Reich. Sie ist eine der Vorgängerinstitutionen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Während der Weltkriege und der Kriegsvorbereitungen wurden die Arbeiten des DVL auf militärische Belange orientiert. Ab 1934 wurde das DVL dem Reichs-Luftfahrtministerium unterstellt.
Geschichte
Die Gründung erfolgte am 20. April 1912 in Berlin. Sie war, neben der durch Ludwig Prandtl 1907 in Göttingen gegründeten Aerodynamischen Versuchsanstalt (AVA), die zentrale wissenschaftliche Einrichtung für die Entwicklung der Flugtechnik. Die Gründung der DVL ging auf das Betreiben von Graf Ferdinand von Zeppelin zurück, der darin die deutsche Antwort auf die lange vorher gegründeten Forschungseinrichtungen in Frankreich Institut Aéronautique und in Großbritannien dem Advisory Committee for Aeronautics sah. Die Gründung kam erst zustande, als Wilhelm II. auf dem Kaisermanöver 1911 die militärische Bedeutung der Luftfahrt demonstriert worden war. Den militärischen Aspekt des DVL spiegelt auch die Gruppe der 24 Gründungsmitgliedern des Vereins DVL wider: zu ihnen gehörten neben dem VDI, administrativen, technischen und wissenschaftlichen Einrichtungen auch das Kriegsministerium und Rüstungsunternehmen. Sie wurde zunächst vom vorläufigen Präsidenten Oberst Hugo Schmiedecke geleitet. Schon im Oktober 1912 übernahm Generalleutnant Hermann Rieß von Scheurnschloß die Präsidentschaft und leitete die Einrichtung bis Kriegsbeginn Anfang August 1914.
Ab 1933
Die DVL war am damaligen Motorflugplatz Johannisthal-Adlershof beheimatet. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde ab 1934 das DVL dem Reichs-Luftfahrtministerium unterstellt. Im Jahr 1936 wurde Günther Bock Direktor der DVL. Er blieb es bis 1945. In dieser Zeit beauftragte die DVL die Firma C. Lorenz mit der Entwicklung des Funknavigationsverfahrens „Sonne“. Unter Leitung von Ernst Ludwig Kramar entwickelt die Firma das System für den Einsatz im Zweiten Weltkrieg. Es wurde 1940 eingeführt und nach dem Krieg als „Consol“ fortgeführt.
Ab 1945
Nach 1945 lag der DVL-Standort Adlershof in der sowjetischen Besatzungszone. Dieser ging teilweise im Standort Berlin-Adlershof der Akademie der Wissenschaften der DDR auf. Heute ist er Bestandteil des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof (kurz: WISTA). Für die Bundesrepublik wurde die Anstalt von 1953 bis 1958 auf dem Flughafen Essen/Mülheim betrieben. Im Jahre 1955 wurde das 1937 gegründete Flugfunkforschungsinstitut Oberpfaffenhofen (FFO) mit der DVL fusioniert. Aufgrund besserer Rahmenbedingungen bezog die DVL ab 1958 am Flughafen Köln-Wahn (heute Flughafen Köln/Bonn) ihren endgültigen Standort. Die AVA, die Deutsche Forschungsanstalt für Luftfahrt (DFL) und die DVL gingen 1969 in der Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DFVLR) auf. 1989 wurde diese in Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DLR) umbenannt. Dabei wurden einige Aufgaben der bisherigen DFVLR in die Deutsche Agentur für Raumfahrtangelegenheiten (DARA) ausgegliedert. Im Jahr 1990 wurde das Institut für Kosmosforschung (IKF) in Berlin-Adlershof Partner des DLR und ging anschließend 1992 in der gesamtdeutschen Forschungslandschaft in den DLR-Instituten für Weltraumsensorik und Planetenerkundung auf.
1997 wurden DARA und DLR wieder unter der alten Bezeichnung DLR zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt zusammengefasst. (Wikipedia)