Hilfe/Tipps/Patentrezepte
Zuerst ein Mauerdurchbruch,
um in die Garage zu gelangen
Hans Werner Zimmermann beschreibt seine Blackout-Erfahrungen. Bereits das Hochkurbeln des Tores war ein Problem. Und eine Katze fiel vom Schrank.
Der Gegenwart. — 8. Januar 2026
Eine zuverlässige Stromversorgung war für die deutsche Bevölkerung nie ein Thema. Dass Strom auch mal wegbleiben könnte – sogar über längere Zeit – wurde höchstens in Ländern mit weniger zuverlässiger Stromversorgung für möglich gehalten. Hierzulande herrscht das sichere Gefühl, dass (größere) Stromausfälle nicht möglich seien. Eine wie auch immer geartete Vorbeugung durch Privatpersonen gegen einen solchen Fall wird für nicht erforderlich gehalten. Dass aber auch unmöglich gehaltene Fälle dennoch eintreten können, hat die Corona-Krise Anfang 2020 gezeigt. Beim Blackout geht es nicht mehr um fehlendes Klopapier – da fehlt schlagartig alles.
Hans Werner Zimmermann
Von HANS WERNER ZIMMERMANN | Es ist schon einige Jahre her, als ich mich mit dem Thema Blackout befassen musste. Hier beschreibe ich meine Erfahrungen und Erkenntnisse beim Blackout vom 10. Dezember 2021, 20:35 Uhr, bis 11. Dezember 2021, 23:00 Uhr.
Vorbemerkungen:
1. Der Blackout war kleinräumig (41.000 Personen) und kurzzeitig, 26,5 Stunden.
2. Die Erfahrungen gelten nur für das Ehepaar Zimmermann. Andere Personen werden andere Erfahrungen gemacht haben.
3. Wesentliche Merkmale eines großflächigen, langandauernden Blackouts blieben hier erhalten, z.B. Frischwasserversorgung und damit die Toilettenspülung, Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, Aufrechterhaltung des Straßenverkehrs, …
4. Der Ausfall der Großmärkte und der Apotheken dürften keine nennenswerten Probleme bereitet haben.
Neunkirchen-Seelscheid, 10. Dezember 2021, 20:35 Uhr
Der Verfasser sitzt vor dem Bildschirm und schreibt einer FDP-Bundestagsabgeordneten, warum sie gegen eine „Allgemeine Impfpflicht“ stimmen sollte. Die Ehefrau sitzt im Wohnzimmer vor dem Fernseher. Der Blackout tritt „ganz normal“ ein: Alles ist in einer hundertstel Sekunde dunkel. Keine Vorwarnung. Im speziellen Fall: Außentemperatur knapp über Null Grad C.
Nach der Taschenlampe tasten
Die (beiden) Taschenlampen befinden sich an ihren Plätzen und sind einsatzbereit.
Kerzen und Kerzenanzünder finden
Kerzen und Kerzenanzünder sind in ausreichender Menge an ihrem Platz.
Batterieradio nutzen
Es befindet sich an seiner Stelle und ist einsatzbereit.
Zunächst ging es uns darum, festzustellen, wie großflächig der Blackout war. Die startenden Flugzeuge vom Flughafen Köln-Wahn deuteten auf einen kleineren Blackout hin. Es war aber auch denkbar, dass der Flughafen-Betrieb durch Notstromaggregate gesichert war.
Da das Telefon-Festnetz ausgefallen war, konnte per Handy ein Gespräch mit Freunden aus Köln geführt werden: Dort war noch Strom. Also: Allzu großflächig konnte der Stromausfall nicht sein.
Über die zu erwartende Länge war keine Klarheit zu gewinnen. So verbrachten wir den Rest des Abends in der Hoffnung, der Strom würde bald wiederkommen.
Um 22:00 Uhr waren wir (früh) ins Bett gegangen. Am 11.12. aufgewacht: Der Strom war nicht gekommen.
Im Bett geblieben. Im Bett war es warm. Der Strom würde sicherlich gleich kommen. Das Haus war schon ausgekühlt. In der weiteren Hoffnung, der Strom werde bald kommen, um 09:30 Uhr aufgestanden.
Es war nun zu entscheiden, was zunächst gemacht werden sollte: Notstromaggregat starten oder Brötchen holen zum Brunch. Die Entscheidung fiel für letzteres. Absicht, zu Lidl zu fahren, um Brötchen zu holen. Das war theoretisch möglich, weil Garage 1 (mit Diesel-PKW) im Gegensatz zu Garage 2 (Benzin-PKW) über ein Rolltor verfügte, das zwar elektrisch angetrieben war, aber eine Kurbel besaß, mit der es manuell hochgekurbelt werden konnte.
Hochkurbeln des Garagentores
Das ging nicht, weil unklar war, in welcher Richtung gekurbelt werden musste. Im Uhrzeigersinn tat sich nichts und im Gegenuhrzeigersinn auch nichts. Notwendig war nun das Aufschrauben der unteren Abdeckung des Rollladenkastens, um zu prüfen, welche Richtung die Richtige war.
Aufschrauben des Rollladenkastens
Das gelang nur mühsam mit Behelfswerkzeug. Richtiges Werkzeug befand sich in der Garage. Größtes Problem war eine große, festsitzende Schlitzschraube. Es war aber nur ein schmaler Schraubenzieher verfügbar.
Schließlich gelang es: Die Richtung „Im Uhrzeigersinn“ war die Richtige. (Wegen des „Spieles“ des Rollladenbandes fand vorher keine Bewegung des Tores statt). Unendlich viele Umdrehungen waren erforderlich: Das Tor war offen.
Jetzt waren greifbar: Alle Werkzeuge, eine (gefüllte) Gasflasche, ein einsatzbereiter PKW, …
Gasflasche
Gasflasche positionieren, um Wasser für Tee zu kochen.
Gaskocher
Der 2-Platten-Gaskocher war neu und funktionsfähig. Gaskocher positionieren und mit Gasflasche verschrauben: Unproblematisch. Jetzt konnte Wasser für Tee gekocht werden.
Brötchen holen
Mit dem Auto zu LIDL fahren. LIDL hatte (eigentlich erwartungsgemäß) geschlossen. Die auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindliche Tankstelle auch. Ein Streifenwagen hatte sich so positioniert, dass die Insassen beide Örtlichkeiten übersehen konnten.
Das Brötchenholen gelang dennoch.
Eine in der Nähe liegende Bäckerei wurde von Hennef aus mit Backwaren beliefert. Dort gab es keinen Blackout. Da die Kasse aber nicht funktionierte, musste die Berechnung der zu bezahlenden Summe von den Bedienungen per Hand auf einem Zettel erfolgen. Das ging, aber langsamer als sonst.
Das Frühstück danach
Mit Tee und einem ordentlichen Schuss Rum: Problemlos.
Ingangsetzung des 2,2 KW-Aggregates
Das nagelneue, noch nie angefasste Gerät erwies sich als hochproblematisch: Zunächst musste die Bedienungsanleitung gelesen werden. Danach in den wichtigsten Abschnitten nochmals (Drosselklappenstellung, Choke, Zündschalter, Belüftungsschieber im Tankdeckel …
Ein weiteres Problem schien im Alter des schon länger eingelagerten Benzins zu bestehen. Der Händler, aber auch die Bedienungsanleitung wiesen auf die Notwendigkeit hin, „frisches“ Benzin zu verwenden. Unseres war aber seit mindestens 2 Jahren in Kunststofftanks eingelagert. Eine kleine Menge (5 Liter) „frisches“ Benzin von unserem benzingetriebenen Rasenmäher hatten wir aber.
Entscheidung
Das Aufstellen des (leichten) Aggregates war problemlos – das Betanken gelang aber nicht: Hundert Prozent unseres Benzins befand sich in Garage 2 mit dem Benzin-Auto. Um diese zu öffnen, war aber Strom erforderlich.
Es gab zwei Möglichkeiten: Auf die Nutzung des Aggregates verzichten. Oder einen Mauerdurchbruch zwischen Garage 1 und Garage 2, der (massiv) mit einer dicken, verschraubten Spanplatte verschlossen war. Entscheidung für Letzteres: Wozu hat man ein Aggregat gekauft, das genau dann, wenn es gebraucht wird, nicht einsatzbereit ist? Außerdem: Man konnte (zunächst) nicht wissen, wie lange der Blackout noch dauern würde.
Mauerdurchbruch freilegen
Es stellte sich nun heraus, der der gesamte Durchbruch von Garage 2 aus erfolgt war. Alle Schrauben waren von dort aus eingedreht, waren also nicht erreichbar. Daher musste die dicke Platte durch langsames Zerstören aus dem Durchbruch entfernt werden. Da Werkzeug jetzt greifbar war, gelang dies mit extrem großen Schraubenziehern, Montiereisen, Meißeln, … nach ca. 1 ½ Stunden mühsamer Arbeit war der Durchgang frei. Holzfetzen und Zementbrocken lagen herum.
16:00 Uhr: Aggregat starten
Das Betanken war dann problemlos. Das Starten gelang nach fünfmaligen ziehen an der Starterschnur. Jetzt lief der Motor, aber noch nicht zufriedenstellend „rund“. Der Choke erwies sich als das Problem. Der Motor lief jetzt zuverlässig und „rund“. Das war „Musik in unseren Ohren“. Ein zur Probe angeschlossener 550-W-Trennschleifer lief problemlos.
Verbinden des Aggregates mit dem Stromnetz des Hauses
Der damals von uns zu Rate gezogene Elektriker hatte uns eingeschärft, die Verbindungsschnur zum Hausnetz polrichtig vorzunehmen. Sonst hätte die Gefahr bestanden, dass die Elektronik des Brenners beschädigt worden wäre bzw. nicht funktioniert hätte.
Das erwies sich jetzt insofern als Problem, weil beide Pole des Aggregates bei der Verwendung eines (Schraubenziehers mit Spannungsanzeige) Spannung anzeigten. Mit Mut steckte ich den Stecker des Aggregates in die Steckdose des Hausnetzes. Sofort zeigte die rote Kontrollleuchte des Aggregates Überlastung an (die lt. Gebrauchsanleitung) das Gerät zerstören würde. Nun versuchte ich es durch Wechseln der Einsteckung um 180 Grad: Gleiches Ergebnis.
Ratlosigkeit. Glück im Unglück: Der Elektriker wohnte in der Nachbarschaft und war auch da. Er hatte bessere Messmöglichkeiten. Im Gespräch stellte sich aber heraus, dass ich vergessen hatte, alle Sicherungen im Sicherungskasten zu trennen. Nachdem das erfolgt war und der Elektriker den Pluspol ermittelt hatte, gelang es, die Energie des Notstromaggregates in das Hausnetz zu übertragen.
Weihnachten und Ostern zugleich
Der Brenner startete, die Lichter gingen an. Auch die „Adventsbeleuchtung“, die an der Straßenseite um das Haus herum angebracht worden war. Die haben wir aus psychologischen Gründen gleich wieder gelöscht. Wir hatten Strom und keiner der Nachbarn war in dieser glücklichen Lage. Die Wohnung wurde warm. (Nachbarn hatten zwar Wärme durch einen Holz-Kamin, aber keiner hatte Strom).
Präziser muss man sagen: Der Stromkreis 2 (von 6) hatte Strom. Kühlschrank/Eisfach und die Wohnzimmerbeleuchtung gehörten aber zu anderen Stromkreisen. Mit Verbindungskabeln konnte aber auch dieses Problem gelöst werden, so dass wir einen (fast) normalen Abend genießen konnten.
Elektroautos
Die Frage, wie es den Besitzern von Elektroautos in einem solchen Fall ergehen würde, haben wir uns nicht gestellt.
Fließendes Wasser/Toilettenspülung
Es war wirklich gut, dass die Wasserversorgung funktionierte.
Ende der Betriebszeit am 10.12.2021
Einesteils, weil wir ohnehin die Heizkörper um 22:00 Uhr ausschalten, andererseits aber auch aus Geräuschgründen wurde das Aggregat um 22:00 Uhr gestoppt.
Erste Erfahrungen
Das gekapselte Aggregat erwies sich als deutlich lauter als erwartet, brauchte aber auch sehr viel weniger Benzin als kalkuliert worden war. Es muss hinzugesagt werden, dass das Aggregat über eine Sparschaltung verfügt. Zwei Stunden nach dem Start hatte ich den Mut, auf diese umzuschalten. Die Folge war ein Absinken der Drehzahl. Das Messen der Spannung mit meinem Messinstrument ergab aber konstant 243 Volt. Auf den Brenner bzw. die Beleuchtung hatte das keinen erkennbaren Einfluss.
Das Aggregat liefert zwar Inverterstrom. Ich hatte aber nicht den Mut, Fernseher und Computer mit diesem Strom zu betreiben. Bei längerem Blackout hätte ich es wohl getan.
Nachrichtenversorgung
Sehr schnell hatten wir mit unserem kleinen Batterieradio unseren lokalen Sender (Bonn/Rhein-Sieg) ermittelt. Das erwies sich als gut, weil in den Nachrichtensendungen alle halbe Stunde kurz auf den Stromausfall eingegangen wurde. Die Firma des Stromlieferanten informierte den Sender, der in den halbstündlichen Nachrichtenmeldungen über den Fortgang der Arbeiten informierte.
So erfuhren wir nach und nach, dass der Stromausfall nicht bundesweit, sondern „nur“ für 40.000 Personen aus der Umgebung eingetreten war. Ein Umspannwerk war abgebrannt. So kalkulierten wir selbst zunächst mit einem Ausfall der Stromversorgung für bis zu 3 Tagen.
Ende des Blackouts
Wir waren bereits eingeschlafen, als um 23:00 Uhr das Licht im Schlafzimmer wieder anging. Der Spuk war vorbei.
* * *
Vielerlei unterschiedliche Erfahrungen sind mir nach dem Blackout bekannt geworden. Zum Beispiel: Die Katze eines Freundes von mir (Katzenliebhaber) ist beim Eintritt des Blackouts so erschrocken, dass sie vom Schrank gefallen ist. Sie hat sich dabei so verletzt, dass sie zum Tierarzt gebracht werden musste. Es entstanden Behandlungskosten von 400 Euro. ■
Mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Hans Werner „Hannes“ Zimmermann
— Foto: Privat
Der Verfasser
OTL a.D. Dipl.-Ing. Hans Werner Zimmermann: Geboren 1939 in Alzey (Rhh.). Seine Absicht, Luftwaffenpilot zu werden, konnte er nicht realisieren: Der Magen protestierte. Nach Studium des Maschinenbaus und der Luft- und Raumfahrttechnik, Dienst als Technischer Offizier der Luftwaffe weit über drei Jahrzehnte lang. Wesentlichstes Aufgabengebiet: Verfassen von Dienstvorschriften zur Flugzeugwartung und -instandsetzung und der Betriebsorganisation Technischer Verbände. Pensionierung 1993. Auch danach Umgang mit Vorschriften: Mitarbeit bei der Übersetzung von russischsprachigen Technischen Vorschriften ins Deutsche, Mitarbeit bei der Erstellung Technischer Vorschriften für den türkischen Kfz-TÜV. Befassen mit den Auswirkungen eines großflächigen Blackouts aus Einsicht in die denkbaren Folgen, die seiner Auffassung nach einschneidender sein können als die eines Krieges.
Alles, was ich geschrieben habe, ist öffentlich und darf unbegrenzt und kostenlos verbreitet werden. Es ist in meinem Sinn und sollte auch im Sinn eines jeden Einzelnen sein, möglichst viel davon zu wissen und zu realisieren.
Kontakt zu Hans Werner Zimmermann per E-Mail: info@Aviadoc.de
Und was tun die lokal Verantwortlichen in den Wohngemeinden und Landkreisen: Augen zu! Wo ist denn hier ein Problem? Kann man solchen „Verantwortlichen“ seine Sicherheit und Geborgenheit anvertrauen? Man muss wohl davon ausgehen, dass seitens der Kommunen keinerlei für den Einzelnen spürbare Vorbereitungen getroffen worden sind. Es gilt daher das Prinzip: „Hilf Dir selbst, so hilft Dir Gott.“
Hans Werner Zimmermann in: »Die Katastrophe eines „großflächigen und dauerhaften Ausbleibens von Strom (Blackout)”«, PDF-Version 18.11.2022
Die Pressemeldung
Nach einem Feuer mit schweren Schäden in einer Umspannstation haben Zehntausende Menschen im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen rund 24 Stunden lang ohne Strom auskommen müssen. Durch den Brand gingen am Freitagabend bei 41.000 betroffenen Einwohnern in mehreren Gemeinden die Lichter aus. Der Versorger Westnetz berichtete, dass am Samstag zahlreiche Notstromaggregate in Betrieb gewesen seien bis die großflächige Störung schließlich am späten Abend komplett behoben werden konnte.
epochtimes.de: »Feuer in Umspannanlage: Zehntausende Menschen ohne Strom«, 12. Dezember 2021 ⋙ Link
Moment der Wahrheit
Make Economy Great Again: Stromausfall: Wenn die Schwätzer regieren und die Macher schuften (WELT Nachrichtensender; 7.1.2026; 57:53 min.)
»Berlins Blackout als Moment der Wahrheit. Jetzt wird sichtbar, wer handelt und wer nur redet. Ehrenamtliche, Feuerwehr und Techniker geben alles, während Politik und Verwaltung vor der Verantwortung davonlaufen. WELT-Herausgeber Ulf Poschardt und Ökonom Daniel Stelter analysieren den Moment, in dem sich die Trennung zwischen Machern und Schwätzern in Deutschland nicht mehr kaschieren lässt. Dazu: Warum Venezuela ein warnendes Beispiel für alle sein sollte.«
Desolate Situation
Habe heute zwei Stunden im Seniorenheim König in Berlin-Nikolassee verbracht und mit Menschen vor Ort gesprochen. Dort zeigte sich eine absolut desolate Situation: Seit vier Tagen harren 84 Bewohner, darunter etliche Palliativpatienten und Senioren mit Pflegegrad 4 und 5 sowie viele demente Menschen, bei 16 Grad Raumtemperatur aus. Zwischenzeitlich lief eine demente Bewohnerin in die Kälte und musste eingefangen werden. Der Strom reicht dabei gerade so, um Kaffee zu kochen und die Räume zu beheizen – und das nur, weil die Leitung selbst einen Generator besorgt hat. Ohne ihn wäre die Lage noch katastrophaler. Man sei seit Samstagmorgen 6:00 Uhr im Dauereinsatz, Tag und Nacht, wurde mir erzählt. Die Mitarbeiter arbeiten mit Taschenlampen um den Hals und schleppen teilweise die Bewohner, da der Fahrstuhl stillsteht. Keine Notrufanlage, kein Licht in den Fluren. Die Menschen saßen mitunter abends bei Kerzenschein am Tisch. Die Belegschaft stemmt derweil das Unmögliche: Elektrische Betten lassen sich nicht verstellen, also müssen Pfleger die Bewohner mittels eigener Kraft verrücken. Ernährungspumpen wurden von Mitarbeitern nach Hause genommen, um sie aufzuladen, und am nächsten Tag wieder mitgebracht. Seit Tagen fährt das Team in die Stadt, um die Wäsche im Waschsalon zu reinigen. Der kleine Generator vom THW, der am Sonntag kam, muss alle zwei Stunden bei Minusgraden im Garten mit Benzin befüllt werden. [...] Eigentlich sagte Oberbürgermeister Kai Wegner (CDU), man habe Sorge getragen, dass alle 74 Pflegeheime im betroffenen Gebiet mit Strom versorgt werden. Wegner hat insofern Recht, als dass das Pflegeheim in Nikolassee Strom hatte. Doch dieser wird aus Notgeneratoren gewonnen, reicht gerade so, und die Gesamtsituation ist für alle Beteiligten eine absolute Zumutung. Immerhin kamen heute, nach vier Tagen, Hilfskräfte des THW und sorgten für zumindest etwas Abhilfe. Aber dennoch: absolut erschreckende Zustände, und das bei denjenigen, für die unsere Gesellschaft eigentlich vorrangig Sorge tragen muss.
Nius-Reporter Jan A. Karon
auf X am 6. Januar 2026 ⋙ Link
„Preppen“ ist rechtsextrem
ÖRR sagt: NICHT auf den Blackout vorbereiten! „Preppen“ ist rechtsextrem! (Morgenstern NEWS; 5.1.2026; 10:32 min)
»Ich rede über viele wichtige Themen. Immer. Ausnahmslos.«
Stromausfall im Winter
Wie du einen Winter-Blackout überlebst, wenn das Stromnetz tot ist (DRAWPOCALYPSE; 8.12.2025; 11:31 min.)
»Wenn das Stromausfall im Winter hnungen. In den ersten 72 Stunden eines Winter-Blackouts. Während sie auf Hilfe warten, die nie kommt. Sieh dir an, wie du einen totalen Stromausfall im Winter überlebst – ohne Heizung, ohne Gas, ohne Feuer. Nur mit Physik, Haushaltsgegenständen und dem Wissen, wie dein Körper Wärme verliert.«
Hinweise
»Deutschland ist eines der sichersten Länder der Welt. Dennoch erleben wir, dass auch in Deutschland Krisen unsere gewohnten alltäglichen Abläufe stören. Extreme Wetterereignisse nehmen zu. Durch Cyberattacken, Desinformation oder Sabotage finden Angriffe auf Infrastrukturen, Meinungsbildung und Zusammenhalt statt. Selbst ein Krieg scheint nicht mehr so ausgeschlossen zu sein wie noch vor einigen Jahren. Wenn etwas passiert, ist es besser, vorbereitet zu sein. Diese Broschüre unterstützt Sie dabei und zeigt Ihnen, wie Sie Extremsituationen möglichst sicher meistern.«